Einjährige Stauden für immer neue Gärten

Die enorme und langanhaltende Blütenfülle in Pflanzenbeeten kombiniert mit einjährigen Stauden wird in Gartenschauen und Beeten öffentlicher Grünanlagen schon lange genutzt.

Als Einjährige werden Pflanzen bezeichnet, die innerhalb einer Vegetationsperiode aus Samen heranwachsen, Laub und Spross bilden, blühen und fruchten.

Nach der Bildung von Samen sterben sie ab. Da sie einen Sommer lang blühen, werden sie häufig Sommerblumen genannt.

Einjährige Stauden für immer neue Gärten

Es gibt viele Möglichkeiten einjährige Pflanzen in ein Staudenbeet zu integrieren: In vielen Fällen werden die Sommerblumen als Lückenfüller für die Anfangsphase genutzt.

Das bedeutet, die Menge der Einjährigen reduziert sich jedes Jahr, bis die Stauden nach etwa 5 Jahren die Fläche ausfüllen.

Eine andere Möglichkeit ist es, Einjährige ganz bewusst als Gestaltungselement in einem Beet einzusetzen.

Dabei werden bestimmte Flächen in Beeten freigehalten, um sie sowohl mit einjährigen Frühlingsblühern, als auch mit Sommerblumen zu bestücken.

Der Vorteil hierbei ist, dass die Blütezeit im Beet durch den Sommerflor verlängert werden kann.

Außerdem ist jedes Jahr eine neue Bestückung mit einem neuen Farbthema machbar.

Stauden brauchen Freiraum

Wenn eine Pflanzenneuanlage geplant wird, ist zunächst Geduld für die Entwicklung der mehrjährigen Stauden mitzubringen.

Je nach Auswahl der Gattung dauert es einige Jahre, bis sie zu voller Größe entwickelt sind.

Geben Sie deshalb Groß- und Leitstauden, wie Gräsern [Miscanthus] oder Sonnenbraut [Helenium] Freiraum für ihre Entwicklung.

In die Zwischenräume können gut Sommerblumen gepflanzt werden.

Einjährige ergänzen das Beet mit Farbe und Volumen und können je nach Geschmack so gewählt werden, dass sie Kontraste bilden oder sich harmonisch ins Farbbild einfügen.

Auch bei der Höhenabstufung lassen sich Einjährige effektvoll einbinden. Sie können sowohl über den Stauden schweben, als auch im Vordergrund stehen.

Die Variationsmöglichkeiten sind fast unendlich.

Viele Sommerblumen, wie Sonnenhut [Rudbeckia hirta] oder Zinnie [Zinnia elegans ] eignen sich außerdem als Schnittblume und bringen so die Sommerfarben auch ins Haus.

Mut zum Experimentieren

Freude an der Farbe und Mut zum Experimentieren, sowie Spaß Neues auszuprobieren und neue Pflanzen zu verwenden: Das sind gute Voraussetzungen um gelungene Kombinationen zu schaffen.

Für sonnige Standorte eignet sich die sich über Aussaat erhaltende Verbene [Verbena bonariensis], deren lila schirmförmige Dolden über einer Pflanzung grazil zu schweben scheinen.

Gepaart mit Löwenmäulchen [Antirrhinum majus] und der ausdauernden Fackellilie [Kniphofia] und blatt- und blütenschönen Purpurglöckchen [Heuchera] ergibt sich ein stimmiges Bild.

Ausdrucksstarke Kombinationen

Sehr ausdrucksstark sich Kombinationen aus orangen und rot-braunen Farbtönen.

Eine besonders farbintensive Kombination in Gelb und Rot entsteht mit rot- oder gelbblühendem Federbusch [Celosia argentea] neben rotstieligem Mangold und dunkellaubigen Gräsern [Pennisetum setaceum Rubrum].

Die Wirkung kann durch einfachblühende Dahlien [Dahlia x Hybrida] in den Farben Gelb, Rot oder Orange noch gesteigert werden.

Als Solitärstauden sind hier Gräser wie Chinaschilf [Miscanthus] oder Sonnenbraut [Helenium] empfehlenswert.

Erfrischende Blütenpaarungen

Zu vielen neuen Sorten des Roten Sonnenhuts [Echinacea] passen unterschiedliche Blautöne besonders gut.

Die blauvioletten Blütenkerzen der ausdauernden Prachtscharte [Liatris] des Steppensalbeis [Salvia nemorosa], die mit ihren senkrechten Blüten die waagrechten Sonnenhutstrukturen durchbrechen.

Die duftigen Blüten der einjährigen Spinnenblume [Cleome spinosa] umspielt die beiden Pflanzpartner.

Bei der letztgenannten Kombination kann man sich, je nach Sortenwahl, sowohl einen weißen, als auch einen rosaroten Garten anlegen

Vagabunden im Garten

Einige Sommerblumen sind richtige Vagabunden im Garten: Sie vermehren sich durch Aussaat und sorgen jedes Jahr für neue Gartenbilder, indem sie sich an ihnen zusagenden Standorten ansiedeln.

Ein besonders schöner Vagabund ist zum Beispiel das Schmuckkörbchen [Cosmos bipinnatus]: Die weißen, rosa oder roten Schalenblüten zeigen sich den ganzen Sommer lang.

Abknipsen verlängert Blütezeit

Durch konsequentes Ausknipsen der verblühten Blüten, wird die Blütenzeit weiter verlängert.

Lässt man die Samenstände am Ende der Vegetationsperiode stehen, sät sich die Pflanze großzügig aus.

Man kann dann im neuen Jahr beim Jäten entscheiden, wo sich die Pflanzen auf dem Beet weiterentwickeln dürfen, und wo nicht.

Die weißen Sorten des Schmuckkörbchens passen zu fast allen Pflanzen.

Die rosa- und rotblühenden Varianten eigenen sich besonders gut in Kombination mit Indianernessel [Monarda] oder Flammenblume [Phlox paniculata].

Auch die Ringelblume [Calendula officinalis] sorgt durch Selbstaussaat immer wieder für neue Gartenbilder.

Sie harmoniert mit ihren orangefarbenen und gelben Blüten hervorragend zu Stauden wie Rittersporn [Delphinium] oder Sonnenauge [Heliopsis].

Pflanzung von Kombinationsbeeten

Wenn Stauden mit Einjährigen erfolgreich kombiniert werden sollen, ist es wichtig den Boden gut vorzubereiten.

Bei der Neuanlage eines Beetes wird der Boden zuerst einmal tiefgründig gelockert und von Wurzelunkräutern befreit.

Dann hat man hinterher viel weniger Aufwand für die Pflege.

Je nach Nährstoffbedürfnis der Arten ist ein organisch-mineralischer Dünger einzuarbeiten.

Pflanzen wie Sonnenblume [Helianthus annus] brauchen nährstoffreichen, tiefgründigen Boden.

Während Buschmalve [Lavatera trimensis] oder Verbene [Verbena bonariensis] auch mit nährstoffärmeren, trockenen Standorten zurechtkommen.

Stauden können bereits in den Garten gepflanzt werden, sobald der Boden frostfrei ist.

Sommerblumen: Pflege und Pflanzen

Die typischen Sommerblumen pflanzt man nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai aus. Dann können Spätfröste der Entwicklung nichts mehr anhaben.

Verwendet man vorgezogene Sommerblumen vom Gärtner oder betreibt eine eigene Anzucht im Haus, stellt sich schnell eine Blütenpracht ein.

Nach dem Pflanzen ist vor allem im ersten Jahr gutes Wässern wichtig.

Sind die Stauden einmal eingewachsen, benötigen sie nur in ausgesprochenen Trockenperioden zusätzliches Wasser.

Die Sommerblumen dagegen sind bei trockener Witterung für regelmäßige Wassergaben dankbar und machen es mit einer tollen Blüte wett.

Um das Anwachsen zu erleichtern, sollten besonders hochwüchsige Einjährige wie Schmuckkörbchen [Cosmos], Sonnenblume [Helianthus annus] gestäbt werden.

Gärtnertipp: besondere Lieblinge

Zu den einjährigen Lieblingen im Garten gehören die Löwenmäulchen [Anthirrhinum] mit ihren vielfältigen Farben und der üppigen und langanhaltenden Blüte.

Mit ihnen lassen sich Abschnitte mit wunderbarer Linearität schaffen und einzelne Pflanzenarten besonders herausstellen.

Die mexikanische Sonnenblume [Tithonia rotundifolia] begeistert durch die intensiv orangefarbenen Blüten und ihren buschigen Wuchs.

Dieser passt wiederum gut zu allen schlanken hohen Stauden wie dem blaublühenden Gartensalbei [Salvia nemorosa Tänzerin] oder Ehrenpreis [Veronica spicata, Veronicastrum].

Außerdem gibt es viele Gräser wie das Federborstengras [Pennisetum setaceum Rubrum, Pennisetum villosum] oder Federgras [Stipa tenuissima], die innerhalb einer Vegetationsperiode ein üppiges Erscheinungsbild erreichen.

Pflanzenwolken und Verbindungen zwischen einzelnen Stauden schafft man zum Beispiel durch Einsatz des einjährigen Zauberschnees [Euphorbia Diamond Frost]. [BdS, GMH Weihenstephan Foto]

 

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