Benzinrasenmäher kaufen und warten

Benzinrasenmäher haben einen riesigen Vorteil: sie sind kabelunabhängig und regelmäßig leistungsfähiger als Akkumäher oder Elektromäher. Benziner sind also die Rasenmäher für größere und „schwierigere“ Flächen.

Die ersten Rasenmäher waren übrigens Spindelmäher, erst später setzten sich Sichelmäher wegen ihrer einfacheren Konstruktion durch und sind heute klar in der Mehrheit: Über eine vertikale Welle wird das Messer direkt angetrieben. Das Messer läuft damit so schnell wie der Motor dreht.

Dank der üblichen Drehzahlen beim Benzinrasenmäher von etwa 3.000 Umdrehungen pro Minute und einer Motorleistung in der Größenordnung ab 3 Kilowatt entstehen enorme Fliehkräfte an den Messerenden:

Diese Kraft ist für den Rasenschnitt entscheidend und sorgt dafür, dass selbst stumpfe Messer noch akzeptable Schnittergebnisse liefern. Überhaupt schneiden nur die äußersten Zentimeter eines Rasenmähermessers.

Benzinrasenmäher wollen scharfe Messer!

Stumpfe Messer schlagen den Grashalm nur ab und fransen ihn in der Spitze aus: Der Grashalm heilt die Verletzungen zwischen zwei Schnitten.

Erkennbar ist diese Wundheilung an braunen Spitzen am Grashalm, die je nach glattem oder fransigem Schnitt größer oder kleiner ausfallen und damit auch entscheidend das Aussehen von Rasenflächen beeinflussen.

Empfehlenswert ist deshalb ein mindestens jährlicher, fachgerechter Schliff des Rasenmähermessers:

Der Messerschliff sollte nur von einem Fachmann ausgeführt werden, der über entsprechendes Spezialgerät verfügt.

Ungleichmäßiges Schleifen führt zu einer Unwucht, die – ähnlich wie bei einem Autoreifen – ausgeglichen werden muss.

Geschieht dies nicht, kommt es zur ungleichmäßigen Verteilung der Fliehkräfte, was letztlich Auswirkungen auf die Welle und damit auf die Laufleistung des Motors hat.

Benzinrasenmäher und das Mähdeck

Der Motor ist die teuerste, das Rasenmäherdeck die zweitteuerste Komponente eines Benzinmähers. Als Materialien für die Mähdecks kommen:

  • Aluminium,
  • Stahl und
  • Kunststoffe

…oder eine Kombination daraus zum Einsatz. Für alle gilt dasselbe: Sie müssen die sehr strengen gesetzlichen Kriterien zum Schutz des Anwenders, etwa vor umherfliegenden Teilen, erfüllen, sonst dürfen sie nicht in den Verkauf gebracht werden.

Dabei sind die Prüfverfahren brutaler angelegt als die Wirklichkeit. – Ein paar Beispiele:

  • In ein laufendes Rasenmähermesser werden von unten Stahlkugeln eingeschossen oder
  • es werden in das laufende Messer feststehende Stahlstäbe eingeschoben, um zu testen, ob das Messer oder das Gehäuse brechen oder reißen.

Nur so wird sichergestellt, dass alle Decksmaterialien höchstmögliche Sicherheit garantieren.

Stahl lässt sich relativ schnell und einfach in jede Form pressen, Aluminium und Kunststoff müssen aufwendiger und gekonnter gegossen werden, um die gleiche Stabilität zu gewährleisten. Stahl wird häufig in Aluminumdecks eingebaut, um das Gewicht gering zu halten, aber die Stabilität zu erhöhen.

Die Motoren der Benzinrasenmäher

Neben der Typenvielfalt der Benzinrasenmäher ist auch die Vielfalt an zur Verfügung stehenden Industriemotoren für Gartentechnik enorm:

Wer wissen will, woher oder wer den Motor seines Rasenmähers gebaut hat, informiert sich auf dem Typenschild am Motor.

Laut Gesetz muss dort der Hersteller genannt werden. Im Wettbewerb dieser vielen etablierten Anbieter kann sich niemand nur ausreichende Motoren leisten:

Die Qualitäten der heutigen Rasenmähermotoren liegen so hoch, dass sie – normale und fachgerechte Nutzung vorausgesetzt – von einem privaten Anwender auch in zehn Jahren noch verwendet werden können.

Viertaktmotor oder Zweitaktmotor?

Der Viertaktmotor hat ein eindeutiges Übergewicht gegenüber dem Zweitaktmotor erlangt:

Der Zweitakter wird heute bei Rasenmähern fast nur noch auf Maschinen für den professionellen Einsatz, in extrem steilem Gelände oder auf Luftkissenmähern eingesetzt.

Die Domäne des Zweitakters sind derzeit aber noch die handgetragenen, motorisierten Geräte, wie Motorsäge, Motorsense oder Laubbläser, obwohl sich auch dort Viertakter oder sogar gleich Akkus durchsetzen.

Der Wandel hat vor allem mit den gestiegenen Umweltschutzanforderungen zu tun:

Der US-Bundesstaat Kalifornien war der Vorreiter für äußerst strenge Abgasvorschriften, die anfangs nur vom Viertaktmotor erfüllbar schienen.

Diese Vorschriften sind in den Carbbestimmungen niedergelegt. Die Europäer haben eigene Regeln aufgestellt, die auch schon in Kraft getreten sind.

Um die Einhaltung dieser Vorschriften müssen sich aber weder der Handel noch die Käufer kümmern. Hier ist allein der Hersteller gefordert.

Mit dem technischen Fortschritt sind aber auch bei den Zweitaktern erstaunliche Erfolge bei der Reduzierung von Abgasen zu verzeichnen.

Benzinrasenmäher mit Katalysator

Ein interessanter Ansatz, der sich aber vor allem aus Kostengründen bisher nicht durchsetzen konnte, sind spezielle Katalysatoren für Benzinmäher:

Sie funktionieren genau wie in einem Auto, haben aber auch die gleichen Einschränkungen.

Der Verbraucher ist bisher jedoch nicht bereit, bei einem Rasenmäher für die Umwelt deutlich höhere Anschaffungskosten in Kauf zu nehmen.

Elektrostart oder mechanische Starthilfe?

Der elektrische Starter kann eine echte Hilfe sein: Über eine kleine Batterie wird der Motor durch einfaches Schlüsseldrehen gestartet.

Heute werden auslaufsichere und wartungsfreie Batterien verwendet.

Beim Kauf eines Rasenmähers mit Elektrostart sollte dem Verkäufer trotzdem immer die Frage nach der Wartung und Pflege sowie nach der Qualität und der Verwendung des Ladegerätes gestellt werden.

Zur Pflege des Akkus sei nur dies kurz erwähnt: Sie sollten voll geladen und in einem frostfreien Raum in den Winter gehen.

Da sich auch nicht benutzte Batterien langsam entladen, ist ein Permanentladegerät empfehlenswert, an das die Batterie auch längere Zeit angeschlossen bleiben kann, ohne Schaden zu nehmen oder zu viel Strom zu verbrauchen.

Auch in der Art wie geladen wird oder im Zeitraum, in dem der volle Ladezustand erreicht wird, gibt es unterschiede.

Aktuell geht die Nachfrage nach Benzinrasenmähern mit Elektrostarter zurück: Das liegt an den neuen Motorengenerationen, die weitaus leichter zu starten sind als ihre Vorgänger.

  • Dekompressionsventile,
  • verbesserte Seilführungen,
  • optimierte Herstellungsmethoden,
  • andere Vergaser,
  • Zündkerzen

…und vieles andere mehr machen heute das Starten fast zu einem Kinderspiel.

Benzinrasenmäher Lautstärke

Ein wichtiges Argument gegen Benzinrasenmäher ist ihr Geräuschpegel, obwohl die gesetzlichen Bestimmungen bei den neuen Geräten heute ohne Einschränkungen erfüllt werden:

Bis 50 Zentimeter Schnittbreite darf ein maximaler Wert von 96 Dezibel [A] erreicht werden.

Einige bringen es auf 93 Dezibel [A] und sind damit nur halb so laut. Das liegt am logarithmischen Verhalten des Geräuschpegels.

Zwei gleich hohe Lärmquellen erhöhen oder reduzieren sich immer um 3 Dezibel [A]. Das bedeutet, dass zwei Benzinmäher mit 93 Dezibel [A] so laut sind wie einer mit 96 Dezibel [A].

Benzinrasenmäher mit Radantrieb

Benzinrasenmäher mit Radantrieb sind echte Renner: Es gibt sie mit einer angetriebenen Achse oder in Allradausführung.

Die Fahrgeschwindigkeiten werden über einen oder auch bis zu fünf Gängen geregelt, deren Geschwindigkeiten fest stehen, oder durch eine stufenlose Geschwindigkeitswahl.

Sie lässt sich präzise an das eigene Schritttempo anpassen. Ob man mit der festen oder mit der variablen Geschwindigkeit besser zurechtkommt, hängt viel vom eigenen Anspruch an den Rasenmäher ab.

Eine flexible Geschwindigkeitssteuerung über den Bügel ist eine neue Variante.

Der überwiegende Anteil der Antriebe arbeitet über die Hinterachse: Mit einem guten Grund.

Beim Befüllen des Grasfangkorbes wird die Vorderachse entlastet, die Hinterachse jedoch belastet.

Der Druck auf die Hinterachse verstärkt somit die Durchzugskraft des Antriebes.

Ein wichtiger Punkt auch für den Einsatz von Radantriebmähern in hängigem Gelände.

Benzinrasenmäher: Pflege und Wartung

Bei der Pflege und Wartung von Benzinrasenmähern sind einige Punkte zu beachten:

  • Nach jedem Mähen sollten Grasreste unter dem Mähdeck entfernt werden.
  • Vor jedem Arbeiten im Gefahrenbereich des Messers ist unbedingt der Zündkerzenstecker abzuziehen!
  • Lüftungsschlitze sollten immer offen gehalten werden, damit der Motor genug Sauerstoff bekommt und die für den Transport des Grases in den Fangsack benötigte Luft ausreichend zur Verfügung steht.

Der Benzinrasenmäher sollte einmal im Jahr zur Inspektion: Am Besten jährlich einen Ölwechsel, eine neue Zündkerze, einen neuen Luftfilter sowie ein scharfes Messer, und er wird es mit einer langen Lebensdauer danken.

Die allerbeste Zeit für die regelmäßige Inspektion des Benzinrasenmähers ist nach dem letzten Schnitt: Gerade die Winterzeit eignet sich dafür – und der Rasenmäher steht zur Saison wieder bereit.

 

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