Weißer Garten: ein Garten Ton in Ton

The White Garden of Sissinghurst Castle ist ein weltweit äußerst bekannter weißer Garten: Harold Nicolson und seine Frau Vita Sackville-West haben bereits 1950 die Idee, einen Garten Ton in Ton zu kreieren, eindrucksvoll umgesetzt.

Auch wenn die Kulisse des historischen Landsitzes in der englischen Grafschaft Kent rund ums eigene Haus nicht unbedingt gegeben ist, kann durch geschickte Pflanzenauswahl auf fast jedem Grundstück ein weiß blühender Gartentraum mit besonderem Flair entstehen.

Weißer Garten sucht dunkle Hecke.

Ein weißer Garten ist ein Konzept, das bei immer mehr Gartenliebhabern eine besondere Anziehungskraft genießt. Was aber viele unterschätzen: eine gute Planung ist vor der Anlage eines solchen Gartens entscheidend.

Wenn die Pflanzen falsch kombiniert oder angeordnet werden, wirkt die ganze Fläche sehr schnell eintönig und langweilig.

Eine wichtige Voraussetzung ist es daher, zunächst einmal einen ruhigen, dunklen Hintergrund zu schaffen, vor dem die hellen Farben ihre Wirkung gut entfalten können.

In englischen Gärten kommen dafür zumeist Eiben [Taxus] als immergrüne Hecke zum Einsatz. Vor der Hecke werden dann – je nach der zur Verfügung stehenden Fläche – ganz traditionell ansteigende Beete angelegt.

Die Wuchshöhenstaffelung macht es möglich, dass jede Pflanze an ihrem Platz die ideale Wirkung erzielt – vom blühenden Bodendecker [etwa Vinca minor ‚Alba‘], der etwa 15 Zentimeter hoch wird, bis zu Gehölzen, die eine stattliche Höhe erreichen können.

Für exponierte Stellen empfehlen sich besondere Solitäre wie zum Beispiel den Taschentuchbaum [Davidia involucrata], der mit seinen bis zu 18 Zentimeter langen, die Blütenstände umgebenden, weißen Hüllblättern gut in das Gartenkonzept passt.

Ton in Ton – aber nicht monoton

Um zu vermeiden, dass ein Garten in Weiß- und Grüntönen monoton wirkt, kombiniert man am besten Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Blütenformen und -größen.

Schön sehen zum Beispiel weiße Lupinen [Lupinus albus] mit ihren 15 bis 60 Zentimeter langen und traubigen Blütenständen neben Rosensorten wie der ‚Boule de Neige‘ mit ihren rein weißen, kugelförmigen Blüten aus.

Sieht man diese beiden Pflanzen nebeneinander, wird auch deutlich, dass ausgeprägte Wuchsformen und unterschiedliche Laubfarben zusätzliche Dynamik in den weißen Garten bringen.

Während das Laub der Rosen dunkel glänzt, besitzen Lupinen hellere, lang gestielte und gefingerte Blätter. Ein hübscher Gegensatz!

Eine schöne Strukturpflanze, die sich mit ihren großen Blättern deutlich von ihrer Umgebung abhebt, ist die Funkie [Hosta]. Besonders gut zum Gartenkonzept passen die Sorten, deren Blätter panaschiert sind, also einen auffälligen weißen Rand haben. Selbstredend, dass nur weiß blühende Sorten in Frage kommen!

Weiß ist nicht immer weiß!

Viele Gartenbesitzer verfallen leicht der Annahme, dass ihr weißer Garten nur rein weiß blühende Pflanzen enthalten müsste: Viel charmanter ist es aber, mit verschiedenen Weißtönen zu variieren!

Auch rosa-weiße, grün-weiße oder gelb-weiße Blüten gehören in einen weißen Garten und sorgen für viel weiße Abwechslung!

Vom Frühjahr bis zum Spätherbst soll ein weißer Garten schließlich eine Attraktion und jeden Monat wieder andere Blüten zu bestaunen sein – von den ersten Schneeglöckchen im Frühling bis hin zu den Herbstanemonen.

Auch Birken mit ihrer weißen Rinde passen fantastisch in das Konzept weißer Garten. Graublättrige Gräser oder silberfarbige Disteln geben der Anlage eine natürliche Anmutung.

Wer möchte, kann mit hellen Trittsteinen, einer weiß gestrichenen Holzbank oder einem Pavillon das Thema zusätzlich intensivieren.

Wenn weiß, dann leuchtend weiß

Seine phänomenale Wirkung entfaltet ein weißer Garten abends: ein klarer Vorteil für Berufstätige, die tagsüber nicht zuhause sind. Weiß bietet von allen Farben die größtmögliche Helligkeit, es reflektiert das Licht am besten.

Dies führt dazu, dass Pflanzen mit hellen Blüten – auch bei bewölktem Himmel oder wenn es dämmert – noch auffallen, während sich kräftige Farben wie Rot, Blau oder Violett nicht mehr von ihrem dunklen Hintergrund abheben.

Wenn die Dämmerung beginnt, leuchtet der weiße Garten weit in die Nacht hinein: Deshalb sollte er auch vom Haus oder der Terrasse gut sichtbar sein. [BGL, Foto]

 

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