Blütenduft: Lockmittel für Insekten

Spätestens im Juni kann man abends wieder etwas länger draußen sitzen, dem Zwitschern der Vögel lauschen und sich von feinem Blütenduft umwehen lassen. Doch nicht nur wir Menschen lassen uns von Blüten betören – allerlei Insekten tun das ebenso.

Blüdenduft: nicht immer dufte!

Gut, dass in unseren Breiten die Satyrium pumilum, eine Orchideenart, die unter sandigen und feuchtigen Bedingungen in der Region Cape Floral in Südafrika ihren natürlichen Standort hat, nicht wächst!

Die Blüten dieser Orchideen verströmen einen äußerst penetranten Aasgeruch, mit dem sie Fliegen anziehen, die für ihre Bestäubung sorgen.

Puuuh, wie viel schöner ist da doch der Blütenduft von Obstgehölzen, der Rosen, des Flieders: Deren schöne Blütendüfte sind zwar auch in erster Linie Lockmittel für Insekten, aber zum Glück für solche, die offensichtlich ähnliche Vorlieben haben wie wir.

Blütenduft: Pheromone überall

Forscher an der Universität Zürich haben vor einigen Jahren die Pheromone – so heißen die Sexual-Duftstoffe – von 96 Pflanzen- und 87 Insektenfamilien untersucht.

Dabei fanden sich viele Parallelen in den chemischen Substanzgruppen, unter anderen bei den Aromaten, die primär zum Anlocken der Bestäuber dienen. Die Erklärung für dieses Phänomen sehen die Forscher in der sogenannten Koevolution.

Pflanzen, die den für ihre Bestäuberinsekten richtigen Blütenduft verströmen, werden besser oder zuverlässiger bestäubt und haben damit einen gewissen Vorsprung gegenüber anderen. Im Laufe vieler Generationen setzen sich schließlich die erfolgreichen Duftstoffe durch.

Blütenduft und Blütenfarbe

Als weiteres Lockmittel entwickelten die Blütenpflanzen gefärbte Blüten: Im Vergleich zum Duft, der sich mehr oder weniger diffus ausbreitet, ist die Färbung der Blütenblätter nämlich ein wesentlich direkteres Signal für Insekten.

Je besser die Farbe aus dem Grün des Laubes heraussticht, umso sicherer wird die Blüte gefunden. Deshalb gibt es in der Natur alle möglichen Blütenfarben, aber so gut wie keine grünen Blüten.

Obstbäume und Beerensträucher sollten in keinem Garten fehlen: Sie bieten Insekten eine Nahrungsquelle, welche wiederum von Vögeln gefressen werden, verströmen häufig einen wunderschönen Blütenduft und liefern obendrein Obst direkt aus dem Garten. [BdB, Foto]

 

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