Blütenhecken: schöner Sichtschutz

Blütenhecken bringen Abwechslung und Farbe in den Garten und wirken aufgrund ihres lockeren Wuchses sehr natürlich. Im Sommer bieten sie Sichtschutz und im Winter lassen sie die tiefstehende Sonne ungehindert das Grundstück bescheinen.

Immergrüne, in Form geschnittene Hecken sind Konstanten im Garten. Sie können ihr Aussehen über viele Jahre beibehalten und verändern sich während der unterschiedlichen Jahreszeiten kaum.

Ganz anders sieht das bei blühenden Heckenpflanzen aus: An den überwiegend laubabwerfenden Gehölzen lässt sich der Wechsel der Jahreszeiten gut ablesen, von den ersten zarten Knospen im Frühjahr bis zu den sich verfärbenden Blättern und dem leuchtenden Fruchtschmuck im Herbst.

Welche Gehölze für ein Gelände die richtigen sind, richtet sich zum einen natürlich nach dem persönlichen Geschmack des Gartenbesitzers, zum anderen nach der Grundstücksgröße und der Funktion, die eine Hecke haben soll.

Wer besonders schöne, vielfältige Blütenhecken pflanzen möchte, sollte sich im Zweifel einen Pflanzplan vom Landschaftsgärtner vor Ort erstellen lassen. Er weiß, welche Sträucher zu welchem Standort passen, wie hoch und breit die Gehölze werden und wie man sie geschickt kombiniert.

Wichtig dabei: Auch bei Mischpflanzungen sollte man sich auf wenige, ausgesuchte Arten beschränken, da diese dann besonders zur Geltung kommen.

Blütenhecken: schöner Sichtschutz

Die Sträucher können so gewählt werden, dass sie zeitgleich in unterschiedlichen Farben blühen oder so, dass zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr immer wieder kräftige Farbtupfer in der Hecke auftauchen.

Besonders die Auswahl an frühblühenden Gehölzen ist groß. Ab April zeigen sich beispielsweise die leuchtend gelben Blüten der Forsythie [Forsythia] und kurz darauf öffnen sich die rötlichen Knospen der Zierjohannisbeere [Ribes sanguineum].

Auch die Zierquitte [Chaenomeles] ist im Frühling ein besonderer Hingucker: Rot, rosa oder orangerot leuchten die Blüten an den Zweigen.

Im Mai zeigen sich dann der Flieder [Syringa], der Judasbaum [Cercis] und der Goldregen [Laburnum] in voller Schönheit.

Diese Gehölze werden von Landschaftsgärtnern gern als Grundgerüst für höhere Hecken eingesetzt.

Blüten zu jeder Jahreszeit

Ab Frühsommer bildet der gefüllte Schneeball [Viburnum opulus Roseum] seine weißen Blütenbälle aus, und die rosafarbenen Blütenrispen des Sternchenstrauchs [Deutzia] betören mit einem feinen Duft.

Von Juni bis September erscheinen die blauvioletten, trompetenförmigen Hibiskusblüten [Hibiscus Blue Bird] in großer Zahl, und auch der Schmetterlingsstrauch [Buddleja davidii] lockt mit seinen roten oder violetten Rispen den ganzen Sommer lang hübsche Falter in den Garten.

Auch die Rosenarten wie zum Beispiel die Wildrose [Rosa majalis] und verschiedene Strauchrosen zählen zu den typischen im Sommer blühenden Heckenpflanzen.

Experten für Garten und Landschaft empfehlen, für die Hecken keine Sorten zu wählen, die Dunkelrot oder in anderen sehr kräftigen Farben blühen.

Besser machen sich Pastelltöne, denn sie leuchten stärker und heben sich gut vom Grün der Hecke ab.

Hecken mit Beeren

Manche Heckenpflanzen blühen bis in den Herbst hinein, bei anderen setzen ab dem Spätsommer die Früchte farbige Akzente.

Die Beeren vieler einheimischer Sträucher sind essbar und lassen sich zu Säften, Tees oder Marmeladen verarbeiten: beispielsweise die des Schwarzen Holunders [Sambucus nigra] oder des Sanddorns [Hippophaë rhamnoides].

Einige der Gehölze bezaubern im Herbst auch mit einer interessanten Blattfärbung, wie etwa die Felsenbirne [Amelanchier] mit ihrem kupferroten Laub.

Bei guter Planung muss man aber selbst im Winter nicht auf Blüten verzichten: Gehölze wie Kornelkirsche [Cornus mas], Zaubernuss [Hamamelis] oder Winterheckenkirsche [Lonicera fragrantissima] haben ihre Hauptblütezeit noch vor dem Blattaustrieb von Januar bis April.

Der passende Pflanzplan

Die beste Pflanzzeit für Gehölze ist von Oktober bis März. Containerpflanzen, also solche, die im Topf gezogen wurden können aber auch in den anderen Monaten gesetzt werden.

Wer eine besonders schnellwachsende Blütenhecke als Sichtschutz möchte, sollte Gehölze wie Salweide [Salix caprea] oder Geißblatt [Lonicera] in den Pflanzplan aufnehmen.

Soll die Hecke die Grundstücksgrenze markieren, ist vor der Pflanzung eine Absprache mit dem Nachbarn sinnvoll.

Am besten bezieht man ihn gleich in das Vorhaben mit ein und plant die Hecke gemeinsam. Das spart Platz und kommt beiden zu Gute. Ansonsten muss ein gesetzlich vorgeschriebener Grenzabstand zum Nachbargrundstück eingehalten werden.

Dieser kann von Bundesland zu Bundesland variieren und hängt außerdem von der Wuchshöhe der Pflanzen ab.

Hecken in Reihen

Wenn es der Platz im Garten erlaubt, müssen die Heckensträucher nicht unbedingt in einer geraden Linie gesetzt werden.

Natürlicher wirkt eine leicht geschwungene, teils mehrreihige und versetzte Pflanzung. Im vorderen Bereich finden dann die kleineren Sträucher und im hinteren oder mittleren Bereich die höheren Gehölze ihren Platz.

Blühende Hecken machen sich übrigens nicht nur an der Grundstücksgrenze gut, auch große Flächen lassen sich mit ihnen hervorragend gliedern.

Und wo wenig Platz zur Verfügung steht, sind kleinere Gehölzstreifen, die man beispielsweise hinter einen Sitzplatz pflanzt, ein echter Blickfang.

Blütenhecken für Tiere

Blütenhecken im Garten sind nicht nur bei uns Menschen beliebt, auch für zahlreiche Tierarten sind sie ein wichtiger Lebensraum in Städten und Dörfern.

Gartenvögeln bieten sie einen sicheren Nistplatz und Jungvögel starten hier ihre ersten Flugversuche, Igel verschlafen unter den Zweigen den Tag und Eidechsen finden dort geeignete Rückzugsorte und Winterquartiere.

Anders als in den meisten immergrünen Formgehölzhecken finden die Tiere hier auch reichlich Nahrung. Die blühenden Sträucher locken Hummeln, Schmetterlinge und Bienen an und Früchte machen zahlreiche Vogelarten satt.

Ein positiver Nebeneffekt für den Gartenbesitzer: Wegen der zahlreichen Nützlinge, die im Schutz einer solchen Hecke leben, ist der Schädlingsbefall an anderen Pflanzen in der Umgebung erheblich geringer. [BGL, Foto]

 

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