Breitblättriges Knabenkraut

Die Arbeitskreise Heimische Orchideen in Deutschland haben das Breitblättrige Knabenkraut zur Orchidee des Jahres 1989 gewählt und damit auf eine Art aufmerksam gemacht, die in Deutschland sehr weit verbreitet ist, aber durch die Intensivierung der Landwirtschaft und Aufforstungen einen Großteil ihrer Vorkommen eingebüßt hat.

Die erste Veröffentlichung stammt aus dem Jahr 1799. Der lateinische Artname weist auf die Blütezeit im Mai hin, der deutsche auf die typisch breiten Blätter.

Breitblättriges Knabenkraut

Diese Art treibt einen hohlen Stängel mit einer Wuchshöhe zischen 15 und 55 Zentimetern, der im oberen Bereich purpurn überlaufen ist und am Grund häutige Scheidenblätter aufweist.

Die 4 bis 7 Laubblätter sind am Stängel verteilt, die unteren eiförmig, die oberen eiförmig lanzettlich, langscheidig, schwach gekielt, meistens auf der Oberseite mit purpurbraun gepunktet oder gefleckt.

Die unteren Grundblätter sind 8 bis 18 Zentimeter lang und in der Mitte bis 3,5 Zentimeter breit. Das oberste 2 bis 11 Zentimeter lange Stängelblatt ist tragblattartig und ragt in den Blütenstand hinein.

Der dichte Blütenstand ist mit 7 bis 35 Blüten besetzt. Die Tragblätter sind dunkelpurpurn überlaufen und länger als der gedrehte Fruchtknoten.

Die mittelgroßen Blüten sind lilapurpurn bis purpurrot gefärbt, die seitlichen Kronblätter sind zurückgeschlagen, schief eiförmig lanzettlich.

Das mittlere Kronblatt ist etwas kleiner und bildet mit den Petalen einen Helm. Die Petalen sind schief eiförmig und stumpf. Die Lippe ist schwach dreilappig mit einem vorgezogenen Mittellappen.

Die im Zentrum heller gefärbte Lippe und trägt eine Schleifen-, Punkt- oder Strichzeichnung. Der Sporn ist schwach abwärts gebogen und 7,5 bis 10 Millimeter lang.

Breitblättriges Knabenkraut: Varietät

Die Blütezeit liegt je nach Höhenlage zwischen Anfang Mai und Mitte Juli.

Das Breitblättrige Knabenkraut ist besonders variabel, weil sich durch Hybridisierungsvorgänge sehr unterschiedliche Formen herausgebildet haben.

Die Variabilität betrifft alle sichtbaren Teile, vor allem die Blattformen und ihre Fleckung, natürlich auch die Form, Größe und Färbung der Blüten.

Selten kommen Pflanzen ohne Blattfleckungen vor, auch reinweiß blühende Exemplare. Im Südschwarzwald haben sich Populationen herausgebildet, die untypisch schmale Blätter und eine lockeren Blütenstand aufweisen.

Sie werden unter der Varietät pumila zusammengefasst, zu der auch Formen in den Alpen gehören und einen gedrungenen Wuchs aufweisen.

Die Vielzahl der örtlichen Varietäten entzieht sich charakterisierenden Beschreibungen.

Verbreitung und Lebensraum

Diese Art ist in allen Bundesländern verbreitet und vor allem in den Mittelgebirgen und den Alpen häufig. Rückgänge sind insbesondere in intensiv landwirtschaftlich genutzten Landschaften zu verzeichnen.

Das Breitblättrige Knabenkraut besiedelt vor allem Feucht- und Nasswiesen, Quellsümpfe, auch Moore sowie feuchte Gräben und Dünentäler an der Nordseeküste.

Sie verträgt nasse und nährstoffreiche, kalkhaltige und kalkarme, auch schwachsaure Böden.

Auch wenn die Art an den Boden keine eng-speziellen Ansprüche stellt, schadet ihr die Trockenlegung der Biotope und Düngereintrag durch intensive Landwirtschaft.

Auch die Auflassung nicht genutzter Wiesen vernichtet ihre Standorte. Darum ist die Weiterführung der Mahd und Entfernung des Mähgutes unbedingt notwendig. [AHO, Foto]

 

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