Großes Zweiblatt

Großes Zweiblatt wurde zur Orchidee des Jahres 1992 gewählt. Damit haben die Arbeitskreise Heimische Orchideen in Deutschland (AHO) eine Orchidee gewählt, die farblich unauffällig ist, aber in Deutschland verbreitet vorkommt.

Sie wurde im Jahr 1813 beschrieben. Der Name nimmt Bezug auf die beiden großen ovalen grundständigen Blätter.

Großes Zweiblatt

Im zeitigen Frühjahr entwickelt sich aus dem Rhizom ein Blattpaar. Diese gegenständig angeordneten, matten Blätter sind gleich groß, breit eiförmig und deutlich genervt.

Sie sind zwischen 4 und 14 Zentimeter lang und zwischen 2 und 9 Zentimeter breit.

Kräftige Pflanzen treiben einen 20 bis 60 Zentimeter hohen und behaarten Stängel, der außer dem bodenständigen Blattpaar nur mit winzigen schuppenartigen Scheideblättern besetzt ist.

Der gestreckte Blütenstand erreicht eine Länge zwischen 7 und 25 Zentimeter und ist allseits mit 14 bis 65 grünen bis gelbgrünen Blüten besetzt.

Die Kronblätter bilden einen lockeren Helm. Die Lippe ist lang gezogen und stumpf zeiteilig. Aufgrund der großen Blätter und grünen Blüten ist die Art unverwechselbar.

Großes Zweiblatt: Lebensraum

Je nach Höhenlage blüht das Große Zweiblatt ab Mitte Mai bis Anfang August.

Diese Art ist wenig variabel. Die Form und Größe der Blätter kann unterschiedlich sein. Sehr selten kann die Zahl der Stängelblätter auch drei oder vier betragen.

Das Große Zweiblatt kommt in Deutschland in allen Bundesländern vor. In allen Ländern Europas bis in die Gebirge Kretas sowie im Himalaya bis auf 3000 Metern Höhe.

Auch Meldungen aus Kanada sind bekannt. In Deutschland gibt es Verbreitungslücken in einigen Landschaften des norddeutschen Tieflandes, verschiedenen Mittelgebirgen mit sauren Gesteinen wie auch dem Bayrischen Wald.

Standortbedingungen

Diese besonders anpassungsfähige Art ist nicht an Kalkstandorte gebunden, meidet aber trockene und stark saure Standorte. Sie gedeiht bei uns bis in Höhenlagen von 2000 Metern.

Man findet sie auf feuchten Wiesen, aber auch in Laub- und Nadelwäldern. Wird der Standort zu dunkel, bleiben die Pflanzen steril.

Sie kann auch in wenig gedüngte Parkanlagen und Gärten einwandern.

Das Große Zweiblatt ist zwar insgesamt aufgrund der geringen Ansprüche an die Standortbedingungen nicht gefährdet.

Allerdings ist sie durch intensive Landwirtschaft aus vielen Flußauen und Weidelandschaften verdrängt worden. Aufforstungen verträgt sie auf Dauer nicht.

Sie behält dann nur Standorte an Waldwegen und Böschungen. [AHO, Foto]

 

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