Echte Schlüsselblume

Die Loki Schmidt Stiftung hat die strahlende Echte Schlüsselblume [Primula veris] zur Blume des Jahres 2016 ernannt. Damit soll für den Schutz dieser selten gewordenen Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.

Die Blume des Jahres steht immer auch stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum: Bei der frühen Echten Schlüsselblume, einem Primelgewächs, sind dies sonnige, eher trockene Wiesen und lichte Wälder auf kalkhaltigen Böden.

Echte Schlüsselblume

Die satt gelben Blüten der Echten Schlüsselblume schmücken zur Osterzeit in vielen Gegenden Deutschlands Wiesen, Wegränder und Böschungen.

Sie gelten als Frühlingsboten. Dennoch wird die Echte Schlüsselblume in vielen Gebieten immer seltener.

Die intensive Nutzung von Wiesen und Weiden, die Düngung, und auch der Umbruch von Grünland zu Ackerland führen dazu, dass die Pflanze an vielen Orten nicht mehr zu finden ist.

An anderen Stellen wurde die traditionelle Nutzung der Wiesen aufgegeben, so dass Büsche und Bäume dort die lichtliebenden Schlüsselblumen verdrängen.

Zwar kann die Blume des Jahres 2016 auch in lichten Wäldern wachsen, aber wenn die Beschattung im Wald zu stark wird, verschwindet sie.

Die letzten ungedüngten Wiesen auf trockeneren Böden müssen unbedingt erhalten werden.

Echte Schlüsselblume: Verbreitung

Die Echte Schlüsselblume ist bundesweit verbreitet. Allerdings sind die von ihr bevorzugten kalkhaltigen Böden im Norden eher selten, im Süden Deutschlands aber vielfach vorhanden.

So kommt es, dass die Blume des Jahres 2016 vor allem im Norden Deutschlands in den Roten Listen der Bundesländer als stark gefährdet eingestuft wird.

Die Echte Schlüsselblumen werden von zahlreichen Insekten bestäubt, wie zum Beispiel Schmetterlingen, Hummeln, verschiedenen Fliegenarten und vielen anderen.

Schlüsselblume: Schutz ohne Dünger

Mit der Wahl der Echte Schlüsselblume zur Blume des Jahres wirbt die Stiftung für einen schonenden Umgang mit den Lebensräumen dieser Pflanze. Dies sind magere und trockene, halboffene oder offene Landschaften:

  • Wiesen,
  • Magerrasen,
  • Wacholderheiden,
  • lichte Wälder und
  • Gebüsche.

Als Schutzmaßnahme sollte dort auf eine Düngung verzichtet und ein Nährstoffeintrag verhindert werden.

Wenn die Nutzung einer Fläche eingestellt wird, ist eine regelmäßige Biotoppflege, zum Beispiel durch Beweidung oder Mahd anzustreben, um eine Beschattung durch Gehölze zu verhindern, denn die Schlüsselblume braucht Sonne.

Zahlreiche weitere Pflanzen- und Tierarten würden hiervon profitieren.

Schlüsselblume: erste Blume im Frühling

Die attraktive, mehrjährige Staude erreicht eine Höhe von 20 Zentimetern und erfreut von März bis Mai mit ihren sattgelben Blüten.

Jedes ihrer Blütenblätter trägt ein orangefarbenes Saftmal. Die Blüten stehen zu mehreren eng beieinander an einem Stiel und haben einen angenehmen Duft.

Ihre Anordnung erinnert an ein Schlüsselbund, was den Namen der Blume erklärt. Der wissenschaftliche Name Primula [die erste] veris [Frühling] bedeutet in etwa erste Blume im Frühling.

Die Blume des Jahres 2016 ist daher auch eine beliebte Gartenpflanze. Sie steht bundesweit unter Schutz und darf nicht in der Natur ausgegraben werden.

Viele Gärtnereien bieten die Pflanze an. Die Loki Schmidt Stiftung hält Postkarten mit Samentütchen bereit, die kostenlos bestellt werden können. [LSS, Foto]

 

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