Internationaler Gründach-Kongress 2013

Mehr als 250 Teilnehmer aus über 40 Ländern nutzten die Plattform Internationaler Gründach-Kongresses 2013, um sich in Hamburg über die Zukunftstrends der Dachbegrünung und Fassadenbegrünung zu informieren.

Internationaler Gründach-Kongress 2013

Zu den besonderen Highlights gehörte der Auftritt des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz, der erstmalig die Planungen für die neue Gründach-Strategie der Freien und Hansestadt Hamburg öffentlich vorstellte.

Zu dem dreitägigen, fach- und länderübergreifenden Informationsaustausch unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer, hatten die International Green Roof Association [IGRA] und der Deutsche Dachgärtner Verband [DDV] die Gründach-Branche in die Hansestadt eingeladen.

Grüne Stadt Hamburg

Hamburg kann auf eine jahrzehntelange Tradition im Bereich der Dachbegrünung zurückblicken.

Am ersten Kongresstag machten sich deshalb bereits mehr als 100 Exkursionsgäste in zwei Bussen auf den Weg, um verschiedene Gründach-Referenzprojekte in der Region Hamburg zu erkunden:

  • Eine 70 Jahre alte Siedlung mit begrünten Norwegerhäusern im Hamburger Nordosten wurde genauso besichtigt, wie
  • eine Kindertagesstätte mit extensiver Schrägdach-Begrünung,
  • auf Tiefgaragendecken gestaltete grüne Innenhofoasen,
  • die als Mitarbeitertreffpunkt und Eventfläche genutzte Dachterrasse des Unilever-Gebäudes in der Hafencity oder auch
  • der Neubau der Gorch-Fock-Schule, auf dessen Dachfläche sich die Laufbahn eines Sportplatzes befindet.

Gründach-Vorträge

Das von der amerikanischen Gründach-Expertin Linda Velazquez moderierte Vortragsprogramm an den beiden folgenden Kongresstagen lieferte einen Einblick in die bunte Gestaltungs- und Nutzungsvielfalt der Gebäudebegrünung.

Für die Präsentationen des ersten Vortragstages wurden gezielt Generalisten aus der Architekten-, Landschaftsarchitekten-, Stadtplaner- und Gründachbranche eingeladen, die über den Tellerrand ihrer Spezialgebiete hinausschauen und Synergien zu anderen Disziplinen suchen.

IGRA-Präsident Roland Appl gab mit seinem Vortrag Dachbegrünung Quo Vadis? ein wichtiges Leitmotiv des Kongresses vor.

So wird das Thema Dachbegrünung in Deutschland häufig auf die ökologischen Wertigkeiten von Extensivbegrünungen reduziert und schafft es dadurch nicht, das Kreativpotential der Architektenbranche zu aktivieren.

Gebäudebegrünung

Auch der zweite Kongresstag lieferte ein breites Potpourri an Präsentationen rund um die Gebäudebegrünung auf dem Internationalen Gründach-Kongress 2013.

Den Anfang machte Martin Haas vom Architekturbüro haascookzemmrich/Studio 2050, der seine Ideen und Konzepte für eine neue Nachhaltigkeitsarchitektur erläuterte, die sich nicht ausschließlich über die energetischen Parameter definiert.

Der amerikanische Green Building Pionier Peter Busby, tags zuvor noch für das VanDusen-Projekt ausgezeichnet, erläuterte den Teilnehmern an diesem Gebäude die Verbindung von Natur und Architektur, die in der Philosophie des regenerativen Designs mündet.

Beide Präsentationen lieferten zahlreiche Ansatzpunkte für die sich anschließende Podiumsdiskussion Bauen mit Natur, zu der sich neben Martin Haas, Peter Busby, Roland Appl, Prof. Manfred Köhler und Wong Mun Summ auch der Geschäftsführer der internationalen Gartenschau Heiner Baumgarten gesellte.

Die Runde beschäftigte sich mit aktuellen Fragestellungen zur Berücksichtigung von Dachbegrünung und Fassadenbegrünung bei Green Building Zertifikaten, der Verwirklichung von Gebäudebegrünung im Bestand und der Bewertung des Stadtgrüns durch die Kommunen.

Dabei waren sich die Teilnehmer des Panels schnell einig, dass die wissenschaftlichen Belege zu den positiven Auswirkungen der Dach- und Fassadenbegrünung auf Gebäude, Mensch und Umwelt ausreichend sind und es aktuell nur an der Implementierung dieser Fakten in die Bewertungssystemen mangelt. [DGS, Foto]

 

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