Bienen-Ragwurz

Bienen-Ragwurz: Mit der Wahl zur Orchidee des Jahres 1995 machen die Arbeitskreise Heimische Orchideen in Deutschland (AHO) auf eine Pflanze aufmerksam, die in Deutschland in weiten Gebieten sehr selten ist oder gar nicht vorkommt und nur in einzelnen Bundesländern größere Vorkommen hat.

Diese Art wurde bereits im Jahr 1762 beschrieben. Der Name bringt zum Ausdruck, das die Blüten an Bienen erinnern.

Bienen-Ragwurz

Die Knolle des Bienen-Ragwurz treibt im Frühjahr einen Stängel bis 40 Zentimeter Höhe, zuweilen auch bis 70 Zentimeter, der zwischen 2 und 10 Blüten trägt.

Er entspringt einer bereits im Herbst erscheinenden Blattrosette mit 2 bis 3 lanzettlichen bläulichgrünen Blättern, die 3 bis 8 Zentimeter lang und 1 bis 2 breit sind.

Es folgen 2 bis 4 scheidige Stängelblätter. Das oberste ist 2,5 bis 8 Zentimeter lang, erreicht aber den Blütenstand nicht. Der Blütenstand ist locker und trägt mittelgroße Blüten mit einer samtig behaarten und kastanienbraunen bauchig gewölbten Lippe.

Nicht behaart ist das gelbbraune Basalfeld, die gelblichgrüne Umrandung und fleckenförmige Malzeichnung. Das Anhängsel der Lippe ist nach hinten geklappt.

Die Seitenlappen der Lippe sind herab geschlagen und die Höcker hornartig verlängert. Die auffällig großen Sepalen (seitliche Kronblätter) sind weißlich, rosa oder kräftig rot, das mittlere ist zurückgeschlagen.

Die Petalen (innere Blütenblätter) sind unterschiedlich lang, häufig länglich linealisch. Die Blüten bestäuben sich selbst dadurch, dass die Pollinarien sich mit ihren Stielchen langsam auf die Narbe senken.

Dies schließt aber nicht aus, dass die Pollen von Insekten auf andere Ragwurzarten getragen werden und es zu Hybriden kommt.

Bienen-Ragwurz: Verbreitung

Die Blütezeit liegt zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Die Hauptblütezeit beginnt Ende Mai und endet Ende Juni.

Die Art ist aufgrund der Selbstbestäubung in der jeweiligen Population häufig homogen. Allerdings neigt sie aber auch dazu, Varietäten auszubilden, die gebietsweise häufig sind.

Die Varietät aurita weist eine verlängerte Form der Petalen auf (bis 7 Millimeter). Die Varietät bicolor ist gekennzeichnet durch eine zweiteilige Lippenfärbung, wobei die obere Hälfte hell, die untere dunkelbraun gefärbt ist.

Die Varietät friburgensis zeigt dunkelrote Kronblätter. Die Petalen sind breiter und länger, die Lippe ist nicht gewölbt, sondern flach und weist eine unregelmäßige Fleckung auf.

Diese Form kommt am Oberrhein häufiger vor. Die Varietät jurana wurde aus dem Jura beschrieben, hat aber kein eigenes Areal wie die meisten übrigen Varietäten. Bei ihr sind die Kronbläter wie bei der Varietät friburgensis geformt.

Die Lippenform und -Farbe entspricht der Grundform. Die Varietät trollii ist gekennzeichnet durch eine flache Lippe und ungehöckerte Seitenlappen. Die ungezeichnete Lippe ist spitz und geht in ein abwärts gerichtetes Anhängsel über.

Gefährdung und Schutz

Die Art ist an Kalk oder zumindest kalkhaltige Böden wie Löß oder Sande aus den Kalkgebirgen gebunden. Darum fehlt sie in weiten Gebieten wie dem norddeutschen Tiefland und Mittelgebirgen aus sauren Gesteinen.

Diese Art besiedelt warme und mäßig trockene und halbtrockene Magerrasen auf kalkhaltigen, stickstoffarmen Böden und findet sich auch gerne an Wald und Gebüschrändern. Sie gedeiht auf Meereshöhe wie auch in allen Mittelgebirgshöhen.

Als Art der Magerrasen ist die Art durch Zerstörung derartiger Biotope gefährdet, insbesondere Umwandlung in Weideland und Düngereintrag.

Allerdings ist sie aber auch in der Lage, Sekundärstandorte wie Straßenböschungen, Hochwasserdämme und selten gemähte Rasenflächen in Stadtlagen zu besiedeln.

Hierauf kann durch Mahd erst ab der Samenreife, zumeist ab Ende August Rücksicht genommen werden. [AHO, Foto]

 

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