Staudenhecken: Stauden als Sichtschutz

Staudenhecken sind eine pflegeleichte Alternative zu einem konventionellen Sichtschutz, der meist wenig blühfreudig ist – das gilt übrigens auch für allerlei immergrüne Hecken.

Für Aktivitäten draußen wünscht sich jeder Gartenbesitzer eine gewisse Privatsphäre: Sichtschutz ja, aber was für einer, so lautet eine häufig gestellte Frage.

Staudenhecken bilden einen schönen Sichtschutz, setzen die Hecke bei Rauhreif gut in Szene und sind überaus nützlich für Tier- und Pflanzenwelt.

Staudenhecken: Stauden als Sichtschutz

Mit steigenden Temperaturen beginnt das Leben im Garten. Die Natur entfaltet sich, es grünt und blüht, die Menschen drängen nach Draußen. Es wird im Garten und auf der Terrasse gegrillt, gefeiert oder gefaulenzt.

Nicht immer werden mannshohe Wände gebraucht um sich abzugrenzen. Vor allem in kleinen Gärten wirken massive Mauern, Zäune oder große Hecken oft überdimensioniert, erdrückend und steif.

Ein Sichtschutz aus hohen Stauden kann in diesen Fällen eine attraktive Alternative zur konventionellen Abgrenzung sein.

Neben dem temporären Sichtschutz während der Freiluftsaison bietet die Staudenhecke zusätzlich Blumen zum Schnitt, Duft und abwechslungsreiche Farben und Formen für den Garten.

Staudenhecken: die richtige Stauden

Stauden, sind Pflanzen, die im Winter zum Großteil in der Erde eine Ruhepause einlegen.

Sie überzeugen während des restlichen Jahres mit üppigem Wachstum und attraktivem Farb- und Formenreichtum.

Stauden, die als Sichtschutz eingesetzt werden, sollten mindestens eine Höhe von 120 bis 140 Zentimeter erreichen.

Bei den Riesen im Staudenreich kann man die Blickdichte variieren zwischen einem buschigen und einem eher filigraner Wuchs.

Staudenriesen für die Staudenhecke

Hinter der wintergrünen, hohen Palisaden-Wolfsmilch [Euphorbia characias] kann man sich schon bei den ersten höheren Temperaturen im Frühjahr zurückziehen.

Diese Wolfsmilch blüht über einen sehr langen Zeitraum in einem fröhlichen Hellgrün.

Die Staudensonnenblume [Helianthus decapetalus] wird circa 150 Zentimeter hoch und besticht während des Sommers mit leuchtend goldgelben, zum Schneiden geeigneten Blüten.

Eine besondere Erscheinung ist die Weidenblättrige Sonnenblume [Helianthus salicifolius var. orgyalis] mit ihren schmalen hängenden Blättern und den zahlreichen kleinen gelben Blüten im Spätsommer.

Der Purpurdost [Eupatorium] ist eine buschige wirkungsvolle Großstaude von 180 Zentimetern Höhe, die mit ihren karminroten, großen, über Monate begeisternden Blütendolden zudem eine ideale Bienenweide ist.

Geradezu grazil wirkt daneben die China-Wiesenraute [Thalictrum delavayi]. Die violett-rosaroten filigranen Blütenrispen scheinen im Juni bis August im Wind zu tanzen.

Eine imposante Größe im Staudenreich ist der Riesen-Schuppenkopf [Cephalaria gigantea]. Bereits im Juni und Juli zeigen sich die hellgelben Blütenköpfe, der stattlichen, über 200 Zentimetern hohen, sparrig-verzweigten Staude.

Der Federmohn [Macleaya] ist eine malerische Erscheinung, der etwas Platz braucht und sich gerne an Zäune oder Mauern anlehnt. Seine apricotfarbenen Blütenrispen sind sehr attraktiv.

Blütenstände der besonderen Art bringt der Kandelaber-Ehrenpreis [Veronicastrum virginicum] hervor. Die violetten Blütenkerzen erheben sich im Juli bis September bis zu 160 Zentimetern Höhe.

Mit der Königskerze [Verbascum], einer zweijährigen Staude, lässt sich Dynamik in eine Pflanzung bringen. Ihre graufilizigen Blätter und die schlanken gelben Blütenstände sind imposant.

Eine Staudenhecke wird auch durch den nicht wuchernden Buschknöterich [Aconogon] bereichert. Er ist eine standfeste Großstaude mit langen weißen, fedrigen Blütenrispen, die den ganzen Sommer hindurch blüht.

Im Herbst tauchen hochwachsende Sorten der Sonnenbraut [Helenium], zum Beispiel ‚Feuersiegel‘ [gelb mit rot] oder ‚Goldrausch‘ [goldgelb] oder ‚Kugelsonne‘ [hellgelb] die Staudenabgrenzung in feurige Blütenfarben.

Begleiter für Staudenriesen

Schön in Kombination mit Purpurdost [Eupatorium] und Staudensonnenblumen [Helianthus] können Chinaschilf [Miscanthus] oder Reitgras [Calamagrostis x acutiflora] eingesetzt werden.

Die Gräser unterstreichen mit ihrem architektonischen Wuchs zusätzlich die Wirkung der Blütenstauden.

Eine gefällige Höhenstaffelung innerhalb der Pflanzung erreicht man durch den Einsatz von niedrigeren Stauden im Vordergrund, hierzu zählen Stauden wie:

Sie runden das Staudenbeet ab und helfen, den Boden so schnell wie möglich zu bedecken.

Eine Staudenpflanzung kann sowohl freistehend, als auch in Anlehnung und zur Verschönerung eines Maschen- oder Jägerzaunes eingesetzt werden.

Staudenhecken: die richtige Pflege

Die Staudenhecke ist eine pflegeleichte Alternative zu einer konventionellen Abgrenzung. Wichtig: In Deutschland sind Grenzabstände für Hecken vorgeschrieben.

Bei der Pflanzung einer Staudenhecke gelten diese Vorschriften nicht. Allerdings sollte man alle wuchernden, Ausläufer treibenden Arten von der Grundstücksgrenze fernhalten.

Stauden bieten einen leichten, bunten Sichtschutz, der im Winter kein unnötiges Licht weg nimmt.

Das Beet sollte mindestens 80 Zentimeter tief sein, um Platz für eine abwechslungsreiche Pflanzung zu gewährleisten.

Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Für die meisten Stauden ist ein normaler, guter Gartenboden ausreichend.

Eine Düngung im Frühjahr zum Austrieb gemäß den Angaben auf der Düngerpackung genügt. Der Rückschnitt kann im ausgehenden Winter erfolgen.

Die Blütenstände und Blattstrukturen verschiedener Stauden, wie Purpurdost, Sonnenbraut, Ehrenpreis oder Chinaschilf sind im Winter sehr attraktiv.

Nach drei Jahren ist die Pflanzung in der Regel gut eingewachsen und der Sichtschutz wird dicht.

Stauden: das ganze Jahr über attraktiv

Um eine Staudenhecke möglichst das ganze Jahr über attraktiv zu gestalten empfiehlt sich der Einsatz von Zwiebelpflanzen:

  • Krokus [Crocus]
  • Blausternchen [Scilla]
  • Buschwindröschen [Anemone blanda]
  • Puschkinie [Puschkinia]
  • Tulpen [Tulipa]
  • Steppenkerzen [Eremurus]

…bringen bereits ab Februar Farbe in den Garten und überbrücken den Zeitraum, bis die Staudenriesen ins Wachsen und zur Blüte kommen.

In den ersten Jahren können gut mit einjährigen Pflanzen bestehende Lücken gefüllt werden:

  • Schmuckkörbchen [Cosmus],
  • Sonnenblumen [Helianthus annus] oder
  • Spinnenblume [Gleome]

[BdS, Foto]

 

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