Mauern, Treppen, Wege im Garten

Gartenbesitzer würden gerne direkt Sanssouci oder englische Herrenhäuser als Vorbild nehmen, wenn sie im eigenen Garten die Anlage von Mauern, Treppen, Wegen erwägen. In Schlossgärten wecken großzügige Freitreppen Erinnerungen an Film- oder Märchenszenen:

Rauschende Feste werden gefeiert, alle Fenster sind hell erleuchtet, Frauen in prächtigen Abendroben schreiten die Stufen hinab – ob Aschenputtel hier wohl ihren Schuh verloren hat?

Kutschen rollen auf das Herrenhaus zu, entweder auf schnurgeraden, von Bäumen gesäumten Wegen oder auf verschlungenen romantischen Pfaden durch eine urwüchsige Landschaft.

Leider haben diese Schilderungen nicht viel mit unserem Alltagsleben zu tun. Macht nichts, denn es geht auch anders

Mauern, Treppen, Wege im Garten

Die wichtigste Frage, die sich bei jeder Gartengestaltung stellt, ist die nach der gewünschten Atmosphäre. Mauern, Treppen, Wege bilden als strukturelle Gestaltungselemente das Skelett des Gartens, auf dem der Pflanzplan aufbaut.

Je nach Farb-, Form- und Materialwahl und durch die Art der Wegführung bekommt der Garten seine ganz spezielle individuelle Note.

Und natürlich sollten bei der Anlage des Gartens die eigenen Wünsche und der Wohlfühlgedanke im Vordergrund stehen, doch sind bei der Wahl der Materialien auch technische Aspekte zu beachten:

Werden sie der beabsichtigten Beanspruchung und vor allem dem Klima in unseren Breiten gerecht? Für deutsche Temperatur- und Wetterschwankungen sind vor allem Granit, Quarzit und Basalt hervorragend geeignet.

Kennen Sie sich mit den Bodenverhältnissen in Ihrem Garten aus? Sind Sie sicher, dass die Mauer oder die selbst gelegte Treppe den Winter ohne Frostschäden übersteht? Im Zweifel immer einen Profi fragen!

Mauern strukturieren den Garten

Mauern strukturieren den Garten und schaffen verschiedene Gartenräume. Höhere Mauern aus Klinker, Ziegeln oder Natursteinen sind als Sichtschutz für großzügig angelegte Gärten gut geeignet.

Verwitterte größere Mauern haben oft etwas Geheimnisvolles, sie machen neugierig auf das, was dahinter steckt. Kleinere Mauern dienen als Zaunersatz, als dekorative Einfassung oder einfach nur als gemütlicher Sitzplatz.

An sonnigen Plätzen spenden sie Schatten oder schützen an zugigen Stellen vor zu viel Wind. Trockenmauern eignen sich als Standort für Pflanzen wie Blaukissen, Steinbrech, Hauswurz oder Seifenkraut.

Derart bepflanzt wirken Mauern nicht als harte Trennlinie, sondern lassen die Grenzen im Garten verschwimmen. Wie Wege, so können auch Mauern Pflanzungen besonders akzentuieren.

Je nach Material und Farbe bilden sie einen optisch ruhigen Hintergrund für eine farbige oder bunte Pflanzung.

Je größer die Fugen der Mauern sind, desto mehr Klein- und Kleinstlebewesen wie Insekten, Spinnen, Eidechsen und Erdkröten finden dort ihren Lebensraum.

Treppen überwinden Ebenen

Auch wenn es wahrscheinlich keine großzügig angelegte Freitreppe mit Balustraden und geschwungenem Geländer ist, auf der Sie hinabschreiten können, sind Treppen interessante Gestaltungselemente im Hausgarten.

Wenn das Gartengrundstück am Hang liegt oder gartenarchitektonisch künstliche Höhenunterschiede geschaffen werden, können Treppen die einzelnen Ebenen verbinden und den Garten abwechslungsreich und lebendig machen.

Unterschiedlich hoch oder tief gelegene Flächen schaffen Räumlichkeit im Garten und vergrößern ihn optisch. Besonders interessant wird ein Garten, wenn die Ebenen verschieden bepflanzt und gestaltet werden.

Ein Überraschungsmoment ist garantiert, wenn Sie von einem Teil des Gartens über die Treppe in eine andere Gartenatmosphäre gelangen. Abhängig vom jeweiligen Stil des Gartens können Treppen aus verschiedenen Materialien angelegt werden.

Neben Natursteinelementen und wetterfesten Hölzern für naturnahe Gärten eignen sich Betonformsteine für formal angelegte Gärten.

Wege: Grenzen, die verbinden

Der Weg in den Garten führt zu Beeten, Rabatten, zum bevorzugten Sitzplatz, zur Gartenlaube und er ermöglicht das Betrachten und die Pflege von Pflanzungen aus nächster Nähe.

Wege erfüllen im Garten zweierlei Funktionen: Einerseits verbinden sie unterschiedliche Gartenbereiche, andererseits können sie als Trennlinien angelegt werden.

Je nach Wahl der Wegführung oder der Farbe und des Materials können sie eine Pflanzung auch besonders akzentuieren.

Besonders wohltuend für Geist und Sinne ist eine Gartengestaltung, bei der sich Bereiche, die das Auge anregen, mit Bereichen, in denen das Auge zur Ruhe kommt, abwechseln.

Ein Weg aus weißen Kieselsteinen, gesäumt von blühendem, blauen Lavendel, der zu einem leuchtend grünen Rasen führt, ergibt ein harmonisches Gesamtbild.

Die Wegführung kann durch einen geschickten Einsatz verschiedener Wuchsformen unterstrichen werden. Besonders gute Wegbegleiter sind teppich- oder mattenbildende Stauden, wie zum Beispiel Gänsekresse oder Rotes Katzenpfötchen.

Zu enge Pflanzung am Wegesrand sollte allerdings vermieden werden: Nach einiger Wachstumszeit bleiben durch Überlagerungen der Wegfläche unter Umständen nur noch kleine Trampelpfade frei.

Für formale, streng strukturierte Gärten eignen sich schnurgerade Wege und oft auch verklinkerte Mauern.

Einen schönen optischen Kontrast bieten weißer Rundkies oder Splitt für die Wege und kleine grüne Hecken, die den Übergang zwischen Weg und Beeten bilden.

Steine sind Natur und keiner sieht wie der andere aus. Aber auch gefertigte Steine wie Klinker, Steine aus Ton oder Beton bieten Abwechslung.

Traditionsreiches Klinkerpflaster kann zum Beispiel entweder gerade in rechteckiger Form oder im Fischgrätmuster verlegt werden. [BGL, Foto]

 

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