Wolfsmilch: vielfältige Sonnenanbeterin

Die Gattung Wolfsmilch [Euphorbia] ist mit einer Zahl von weltweit über 2.000 Arten unvergleichlich vielfältig: Für den Garten in unseren Breiten halten verschiedenste Wolfsmilchgewächse eine Vielzahl an Varianten bereit.

Viele Menschen sind von Euphorbia begeistert. – Sie sammeln die Pflanzen, da ihre vielfältige Erscheinung äußerst faszinierend ist.

Wolfsmilch: vielfältige Sonnenanbeterin

Es gibt Sorten, die prachtvoll und imposant daherkommen und über einen Meter hoch werden, andere sind klein und zierlich, man muss sie sich schon genauer anschauen.

Viele bestechen durch ihre perfekten Blattstrukturen, andere Überzeugen durch ihre Blüten, oder Hochblätterfarben. Einige sind im Herbst eine Bereicherung mit ihrer intensiven Färbung.

Manche Arten sind wintergrün und bringen dadurch wichtige Strukturen in winterliche Gärten. Ihre eigentliche Stärke, ist die Fähigkeit zwischen verschiedensten Pflanzen zu vermitteln und diese dadurch noch besser in Szene zu setzen.

Außerdem lässt sich für fast jeden Gartenstandort eine passende Euphorbie finden.

Wolfsmilch glänzt ohne „Blüten“

Eine Stärke aller Euphorbien ist die lange Blütezeit. Das Wort Blüte ist bei Euphorbien botanisch allerdings nicht korrekt, denn die Blüten selbst, die sogenannten Cyathien, sind unscheinbar und vergehen schnell.

Spektakuläre Farben liefern die den eigentlichen Blütenstand umgebenden Hoch- und Hüllblätter. Über Wochen, manchmal Monate zeigen sie grünliches Gelb, einige feuriges Orange oder Rot.

Diese Hochblätter dienen als Lockorgan für bestäubende Insekten. Besonderen Schmuckwert hat bei vielen Sorten auch das Laub, oft in graublauen, intensiv grünen oder rötlichen Farben.

Bei einigen Arten wird die Wirkung durch eine intensive Herbstfärbung noch gesteigert.

Wegen dieser Vorzüge und der Möglichkeit, Euphorbien hervorragend mit farbstarken Stauden zu kombinieren und damit Ordnung und Ruhe in Rabatten, Beete und Freiflächen bringen, ist die Pflanze so äußerst vielfältig im Garten.

Aus diesem Grund wurde Wolfsmilch zur Staude des Jahres 2013 gewählt. Mit dieser Aktion möchte der Bund deutscher Staudengärtner [BdS] auf besonders interessante Stauden aufmerksam machen.

Euphorbien lieben sonnige Standorte

Euphorbien kommen an den unterschiedlichsten Standorten in der Natur vor. Auch im Garten findet man für jede Situation die passende Pflanze.

Wichtig ist es, die richtige Pflanze für den richtigen Standort auszusuchen, dann erhält man langlebige Pflanzungen.

Im Steingarten oder Kiesbeet in sonniger Lage mit durchlässigem Boden fühlt sich die bizarr wirkende Walzenwolfsmilch [Euphorbia myrsinites] wohl.

Ihre grauen, walzenförmigen Triebe voll harter, stacheliger Blätter werden 25 bis 30 Zentimeter lang. Je trockener und heißer, umso ausgeprägter erscheinen die silbrig-blauen Blattwalzen mit den gelb-grünen Blüten an der Spitze.

Ebenfalls für trockene, sonnige Standorte eignen sich die ausbreitungsfreudige heimische Zypressenwolfsmilch [Euphorbia cyparissias] oder die Steppenwolfsmilch [Euphorbia seguieriana ssp. niciciana].

Die Steppenwolfsmilch hat feines, gräuliches Laub und eine schier endlose Blütezeit, die sich von Juli bis in den Oktober erstreckt.

Ihr buschig kugelig, überhängender Wuchs ist sowohl im sonnigen Beetvordergrund, als auch im Topf ein Hingucker.

In Kombination mit Blauraute [Perovskia], Spornblume [Centranthus] und dem weißlaubigen Hornkraut [Cerastium] ergeben sich stimmige, langlebige Gartenbilder.

Halbschattig und feucht ist auch möglich

Für halbschattige Standorte mit frischen Böden ist die heimische immergrüne Mandelwolfsmilch [Euphorbia amygdaloides] genau das Richtige.

Die rotblättrige Sorte Purpure besticht mit ihren grüngelben Blüten im Frühjahr und ist perfekt für den Schatten- und Frühlingsgarten in Kombination mit Elfenblume [Epimedium], Funkien [Hosta] und Waldmarbel [Luzula sylvatica].

Bis weit in den Winter setzt die 60 Zentimeter hoch werdende Pflanze rote Blattakzente im Staudenbeet. Das Laub der Sorte Blackbird ist noch dunkler als das von Purpurea.

Um den Winter gut zu überstehen sollte die Mandelwolfsmilch an einem vor Wintersonne geschützten, gut durchlässigen Standort stehen. Die Sumpfwolfsmilch [Euphorbia palustris] wächst sogar auf feuchten Böden.

Die heimische Pflanze wird ungefähr einen Meter hoch, hat weidenartige Blätter und eine lange Blütezeit im Mai oder Juni und eignet sowohl für den Teichrand als auch für die Staudenrabatte.

Imposante Euphrobien als Staudenhecke

Es gibt wahre Riesen unter den Wolfsmilchgewächsen, die sich hervorragend für eine Staudenhecke eignen: Besonders beeindruckend ist die Mittelmeerwolfsmilch [Euphorbia characias ssp. wulfenii].

Die imposante Großstaude streckt ihre immergrünen, dicken Walzen bis zu 150 Zentimeter in den Himmel. Die gelbgrünen Blütenstände erscheinen im April bis Juni.

Sie lässt sich bei uns im Garten ansiedeln, sollte dann aber einen geschützten Standort haben. Leider ist sie in rauen Lagen nicht vollkommen winterhart. Wichtig ist ein sehr gut durchlässiger Boden.

Damit sich diese Euphorbienart zu voller Schönheit entwickelt, braucht sie ausreichend Nährstoffe. Als wintergrüne, imposante Pflanze im Topf lässt sich der Wolfsmilchriese ebenfalls sehr gut verwenden.

Mittlerweile gibt es sogar kleinere Züchtungen und Sorten mit teilweise buntlaubigen Blättern, wie Emmer Green, die 100 Zentimeter hoch wird und weiß gerandete Blätter besitzt.

Süße und Himalaya Wolfsmilch

Eine besonders blattschöne Wolfsmilch ist die sommergrüne Süße Wolfsmilch [Euphorbis dulcis Chamaeleon] mit ihren roten Blättern.

Im Frühjahr schillert Grün über das Rot, wandelt sich dann zu grünlichem Braun, über dem die gelben Punkte der Blüten im Mai bis Juli stehen. Im Herbst zeigen sich die Blätter in intensivem Rotbraun bis Orange.

Durch Selbstaussaat hält sich die 30 bis 50 Zentimeter hoch werdende Pflanze sehr lange im Garten.

Sie wirkt mit ihrem matten Laub und dem schönen halbkugeligen Wuchs wunderbar zu rotbraunen Purpurglöckchen [Heuchera] oder mit orangefarbenen Tulpen.

Himalaya Wolfsmilch für den Herbst

Ein Farbfeuerwerk stellt auch die Himalaya Wolfsmilch [Euphorbia griffithi Fireglow] dar: Mit leuchtend orangeroten Hochblättern im Mai bis Juni und spektakulärer gelbroter Herbstfärbung wird sie zum Blickfang in jedem Garten.

Die Staude wird 60 bis 100 Zentimeter hoch und sollte im Winter mit einer Laubdecke vor Kahlfrösten geschützt werden.

Euphorbien pflanzen und pflegen

Damit Wolfsmilchgewächse [Euphorbien] gut im Garten gedeihen und viel Freude bereiten, gibt es noch einige Tipps zum Pflanzen und Pflegen:

Empfindlichere Euphorbienarten sollten am besten im Frühjahr gepflanzt werden, dann gehen sie gut eingewurzelt in den Winter und überstehen ihn besser.

Das Laub von sommergrünen Arten, wie Euphorbia seguieriana ssp. niciciana oder Euphorbia cyparissias] lässt man im Winter stehen. Die trockenen Triebe geben Winterschutz und dem Garten Struktur.

Nach dem Winter und nach der Blüte schneidet man unansehnlich gewordene Pflanzenteile am besten ab: Besonders die wintergrünen Euphorbien erhalten einen möglichst geschützten Standort und gut durchlässigen Boden.

Bei Frost, insbesondere Kahlfrost, brauchen diese Arten besonderen Schutz. Sie verdunsten sonst mehr als die Wurzeln aus dem gefrorenen Boden nachliefern können.

Für fast alle Euphorbien gilt: So viel Sonne wie irgend möglich! – Nur Mandel Wolfsmilch [Euphorbia amygdaloides] und ihre Varianten lieben lichten Schatten bis Halbschatten.

Sumpfwolfsmilch [Euphorbia palustris] wächst sogar auf feuchten Böden. Es gibt allerdings auch Wolfsmilcharten die lieber die Trockenheit mögen:

  • Mittelmeerwolfsmilch [Euphorbia characias]
  • Zypressenwolfsmilch [Euphorbia cyparissias]
  • Walzenwolfsmilch [Euphorbia myrsinites]
  • Steppenwolfsmilch [Euphorbia segueriana]

Die anderen mögen eher frische Böden, kommen aber auch mit trockeneren Böden noch zurecht.

Ist Wolfsmilch giftig?

Der deutsche Name für Euphorbia [Wolfsmilch] kommt von einer charakteristischen Eigenschaft aller Wolfsmilchgewächse.

Der Milchsaft, den die Pflanzen führen ist reizend, der Volksmund sagt, gefährlich wie ein Wolf: Bei empfindlicher Haut kann der Kontakt mit dem Milchsaft zu Rötungen und allergischen Reaktionen führen.

Wenn Hände, Arme oder das Gesicht mit dem Milchsaft in Berührung kommt gilt daher: gut abwaschen. Die Schönheit der Pflanze macht diese kleine Einschränkung aber mehr als wett.

Einen Trost haben Gartenfreunde ebenfalls noch: Schnecken meiden die attraktiven Pflanzen aus diesem Grund ebenfalls.

Die Kreuzblättrige Wolfsmilch [Euphorbia lathyris] wird eine gewisse Wirkung gegen Wühlmäuse nachgesagt, diese ist wissenschaftlich bisher aber nicht belegt.

Wenn die Wirkung also nicht wie versprochen eintritt, so ist dieser Vagabund im Garten nichtsdestotrotz schön anzusehen. [BdS, Valero Foto]

Stauden des Jahres

Seit 2001 stellt der Bund deutscher Staudengärtner [BdS] jährlich die Stauden des Jahres vor, um auf besonders schöne oder pflegeleichte Stauden hinzuweisen:

 

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