Staudenknöterich: beeindruckende Farben

Die Familie des Staudenknöterichs beeindruckt durch zahlreiche Arten und Farben:

  • Das leuchtende Rot des Bistorta amplexicaule Speciosum färbt ganze Felder bunt.
  • Es gibt Arten für Steingärten, für Beet-, Rabatten- oder Wildstaudenpflanzungen.

Der Knöterich, den es in zahlreichen Gattungen gibt [Persicaria, Polygonum, Bistorta, Aconogonon], wurde vom BdS zur Staude des Jahres 2012 gewählt.

Die Vielseitigkeit und Leuchtkraft dieser Familie ist Grund genug, sich einmal näher mit ihr zu beschäftigen und deren Vorzüge im Garten kennenzulernen.

Staudenknöterich: beeindruckende Farben

Den Namen hat der Staudenknöterich von seinen zahlreichen, deutlich ausgebildeten Nodien [Knoten] an den Stängeln erhalten.

Manche Arten wachsen im tiefen Schatten aber auch in der vollen Sonne, manche fühlen sich am Gewässer– oder Gehölzrand wohl.

Viele Knöteriche beeindrucken außerdem durch ihre reiche und äußerst dauerhafte Blüte. Sie zeigt sich je nach Gattung in vorwiegend rosa, roten und weißen Farbtönen von April bis zum Frost.

Die meisten Knöteriche sind Sommer- oder Herbstblüher, einige duften sogar.

Scheckenknöterich: klein und zuverlässig

Die wohl bekannteste Art des Staudenknöterichs ist der Scheckenknöterich [Bistorta affinis]. Der Bodendecker wird 10 bis 20 Zentimeter hoch und bildet dichte, niedrige Matten.

Die Blüte wirkt von Juli bis zum Frost, da sich die weißlichen kolbenförmigen Blütenstände im Laufe der Blüte von Rosa über Dunkelrot, bis hin zu Braun verfärben und immer wieder nachblühen.

Kombinationen im Halbschatten

Im Halbschatten fühlt er sich in Kombination mit Gehölzen am wohlsten. Gartenbesitzer sollten trockene, heiße Plätze vermeiden, denn das gefällt dem Scheckenknöterich nicht.

Lässt man im Herbst das Laub liegen, bringt das einen zusätzlichen Frostschutz und die Pflanzen überstehen den Winter gut.

Bei den Scheckenknöterich ist die Sorte Bistorta affinis Superbum eine altbewährte Varietät, die zu Beginn einen weißen, später tiefroten Blütenflor und im Herbst eine orangerote Laubfärbung aufweist.

Sie wuchert nicht und kann sehr schön mit Wieseniris [Iris sibirca] kombiniert werden.

Als kompakt wachsende Variante empfiehlt Stade die Sorte Darjeeling Red, die nur 15 bis 20 Zentimeter hoch wird oder die noch niedrigere Sorte Dimitry.

Die Blüten beider Sorten sind zuerst rosarot und später tief dunkelrot im Verblühen, sie behalten dadurch ihre Attraktivität bis zum Frost.

Mancher Staudenknöterich treibt es bunt

Der bunte Fadenknöterich [Persicaria filiformis Variegatum] ist eine sehr auffallende Knöterichart.

Sie gefällt mit ihren gelb-grün-braunrot-gefleckten Blättern, die tatsächlich aussehen, als wären mit einem Pinsel rote, weiße und braune Farbkleckse auf grüne Blätter gemalt worden.

Die Blattschmuckpflanze bringt vom Frühjahr bis in den Herbst Farbe auch in dunkle Gartenecken.

Im Sommer ist die Färbung der Blätter besonders intensiv.

Der Fadenknöterich wird circa 70 Zentimeter hoch, er wächst senkrecht nach oben und ist völlig unkompliziert.

Von September bis Oktober erscheinen die roten feingliedrigen fadenförmigen Ährenblüten, die grazil über dem Laub tanzen. Decken Sie die Pflanze im Winter zum Schutz mit etwas Reisig ab.

Der Garten-Kerzen-Knöterich

Ein besonderer Liebling ist der Garten-Kerzen-Knöterich [Bistorta amplexicaulis].

Dieser besticht durch seine kerzenförmigen Blüten von Juli bis Oktober. Das schöne, dichte Blattwerk erscheint sehr früh und bedeckt den Boden schnell, so dass sich das Unkrautjäten zudem in Grenzen hält.

Die ideale Pflanze für Menschen, die ihren Garten genießen möchten.

Dieser Staudenknöterich verträgt sowohl trockene als auch feuchte Böden, fühlt sich in der Sonne, aber auch im Halbschatten wohl und übersteht sogar längere Trockenperioden bedenkenlos.

Staunässe sollte allerdings vor allem im Winter vermieden werden. Außerdem mögen Schnecken ihn nicht besonders, was dem Gärtner viel Arbeit erspart.

Knöteriche sind pflegeleicht

Der Allrounder unter den Knöterichen gehört durch seine Pflegeleichtigkeit, dem zügigen, nicht wuchernden Wuchs und seine attraktiven langanhaltenden Kerzenblüten ins Standardsortiment jeder Gärtnerei.

Erwähnenswert ist die Sorte Album [Bistorta amplexicaulis], die weiße Blütenähren von circa 90 Zentimeter Höhe hervorbringt.

Sie ist sehr unempfindlich und eignet sich wunderbar für gemischte Staudenpflanzungen.

Die Sorte Speciosum [syn. Firetail] ist ebenfalls ein Hingucker. Sie zeigt ihre 120 Zentimeter hohen scharlachroten Blütenkerzen von Juli bis Oktober.

Eine kleinere Variante ist die Sorte Blackfield. Die leuchtend blutroten Blüten bleiben mit 70 Zentimeter etwas kleiner und lassen sich so gut mit anderen Beetstauden kombinieren.

Als Bodendecker eignet sich die Sorte Inverleith hervorragend. Sie wird nur 60 Zentimeter hoch, blüht rot mit kurzen Kerzen und bildet einen ganz dichten Laubteppich.

Begleiter für den Staudenknöterich

Die Wirkung von Staudenknöterich lässt sich durch die richtigen Begleitstauden noch unterstreichen.

Der Scheckenknöterich [Bistorta affinis] wird gerne als Bodendecker verwendet, er kann mit Partnern, die andere Blatt- und Blütenformen aufweisen, zu attraktiven Pflanzflächen gestaltet werden.

bieten sich hier an, etwa vor einer Gehölzkulisse.

Vertikale Akzente in gemischten Pflanzungen setzt der Kerzen-Knöterich [Persicaria amplexicaulis]. Die Blüten erheben sich steil senkrecht und klar aus dem Laub.

Der Kerzen-Knöterich wächst senkrecht nach oben.

Deshalb lässt er sich gut mit anderen Stauden wie Herbstanemonen [Anemone hupehensis oder Anemone japonica] oder der dunkellaubigen Oktoberkerzen [Cimicifuga] kombinieren.

Mit Flammenblumen [Phlox] lassen sich harmonischen Spätsommer- und Herbstbildern pflanzen.

Knöterich im weißen Garten

In weißen Gärten ergibt die Sorte Bistorta amplexicaulis Album zusammen mit weißblühenden Herbstanemonen [Anemone japonica] oder graulaubigen Gräsern [Festuca] eine edle Kombination.

Herbstastern [Aster divaricatus] oder weißen Flammenblumen [Phlox paniculata] sind ebenfalls gut geeignet.

Staudenknöterich im Naturgarten

Ein Staudenknöterich für den naturnahen Garten ist der Wiesen- oder Schlangen-Knöterich [Bistorta officinalis], im Schweizer Volksmund auch Zahnbürste genannt.

In freier Natur ist er in feuchten Talgründen oder Berghängen in einer großen Vielzahl anzutreffen.

Im Garten ist diese äußerst robuste und wüchsige Pflanze vor allem für nährstoffreiche, feuchte Böden in sonniger bis halbschattiger Lage zu empfehlen.

Eine unkomplizierte Pflanze, die bereits von Mai bis Juli mit rosa Blütenkerzen blüht und im Sommer eine weitere Nachblüte verspricht.

Besonders gut eignet sich die circa 60 bis 100 Zentimeter hoch wachsende Pflanze für den Gewässerrand.

Die Sorte Superbum [Bistorta officinalis] bildet kompakte Blattbüschel aus und bringt etwas größere intensiv rosa Blüten hervor und wirkt durch ihre Verzweigung reichblühender als ihre Artgenossen.

Sie wird 80 Zentimeter hoch. Obwohl die Form nicht wuchert, sollte man zu anderen Pflanzen etwas Abstand lassen.

Johanniswolke: imposante Großstaude

Das Sortiment der Staudenknöteriche birgt auch Riesen in ihren Reihen. Eine imposante Großstaude ist der Garten-Bergknöterich [Aconogonon speciosum Johanniswolke].

Er kann bis zu zwei Meter hoch werden, ist sehr standfest, wuchert nicht und eignet sich daher hervorragend als Hintergrund in Pflanzungen, als Sichtschutz oder sogar als Gehölz-Ersatz.

Seine cremeweißen Blüten lassen von Juni bis August ein Bild aus Wolken im Garten entstehen. Die Blüten duften sogar leicht süßlich.

Im Abblühen werden sie blassrosa, später bräunlich und sehen bis in den Herbst hinein attraktiv aus.

Aus den oberen Knoten treiben seitlich oft Blütentriebe aus und sorgen so für eine Nachblüte. Der Garten-Bergknöterich wuchert nicht, benötigt im Laufe der Jahre aber etwas Platz im Garten.

Für weitläufige Gartenanlagen ist er ein echter Blickfang, der bis zum Frost attraktiv aussieht und der als Solitär oder Gruppe eine bestimmende Rolle in einer Pflanzung einnehmen kann.

Die Sorte Johanniswolke ist nach ihrem Blühtermin zu Johannis, am 21. Juni benannt. [BdS, GMH Banse Foto]

 

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