Gold für Sommerach und Kitzingen

Bei dem europäischen Wettbewerb Entente Florale Europe 2014 gab es Gold für Sommerach und Kitzingen.

Die Gäste aus 11 Teilnehmerstaaten kamen am 26. September 2014 in Százhalombatta [Ungarn] zusammen, um ihre Erfolge zu feiern und sich gegenseitig kennenzulernen.

Gold für Sommerach und Kitzingen

Die international besetzte Jury des europäischen Wettbewerbs Entente Florale bereiste im Juli 2014 die beiden deutschen Teilnehmerkommunen. Für jeden Teilnehmer nahmen sich die Jurymitglieder viel Zeit, um unter anderem:

  • die Grüngestaltung,
  • das Engagement der Bürger,
  • die touristischen Aktivitäten,
  • die Leistungen im Naturschutz und
  • in der Umwelterziehung sowie
  • die Kommunikation der Angebote vor Ort

…zu bewerten.

Kitzingen: zum Aufblühen gebracht

Die Kreisstadt Kitzingen am Main hat 21.000 Einwohner und ist ein regionales Mittelzentrum im fränkischen Weinland.

Nach der Kleinen Gartenschau im Jahre 2011 hat die Stadt ihre grünpolitischen Bemühungen weiter fortgesetzt.

Unter dem Motto Zusammen wachsen, gemeinsam aufblühen setzte die Stadt neue Zeichen und Maßstäbe für eine nachhaltige Grün- und Freiraumplanung.

Daher gewann Kitzingen nicht nur eine Goldmedaille im nationalen Wettbewerb, sondern wurde auch mit einer Goldmedaille im europäischen Wettbewerb ausgezeichnet.

Viele kleinere wie große Aktionen haben ganz Kitzingen aufblühen lassen. Gemeinsam haben sich:

  • Kindergarten- und Schulkinder,
  • Bürger und Geschäftsleute,
  • Senioren,
  • Fördervereine und
  • Stadtgärtner

…für die grüne Sache eingesetzt und sind nicht nur mit vielfältigem Grün, sondern auch mit einer ganzen Menge gemeinsamen Erlebens und einem neu gewonnenen Gemeinschaftsgefühl belohnt worden.

Gemeinsam etwas Grünes schaffen

In Kitzingen wird schon bei den Kleinsten die Neugier auf Natur, Blumen und Pflanzen geweckt, nämlich mit selbstgebackenem Blütenkuchen oder Gänseblümchen-Keksen.

Auch die Schüler der Stadt sind mit dabei, wenn es darum geht, vielfältige Natur wieder in die Stadt zu holen.

Einige Schüler haben sich nicht nur mit den Blumen und Pflanzen im Garten beschäftigt, sondern auch ein Hochbeet gebaut und eine Streuobstwiese angelegt.

So viel Freude und Spaß am Grün steckt natürlich auch an: Nicht nur der Killiansbrunnen in der Kitzinger Fußgängerzone wurde wieder mit Blumen geschmückt, auch vor vielen Geschäften finden sich schön bepflanzte Pflanzkübel.

Außerdem entstanden mehrere öffentliche Salat- und Gemüsebeete in der Stadt, die von der Kitzinger Tafel betreut werden und zur gemeinsamen Gartenarbeit und zum Ernten einladen.

Sommerach: im Einklang mit der Landschaft

In Sommerach gibt es eine lange Tradition, Herausforderungen gemeinsam zu lösen.

Einigkeit macht stark steht als Motto über dem Winzerkeller Sommerach, der ältesten Winzergenossenschaft Frankens.

In der konzentrierten Zusammenschau während des Wettbewerbs entdeckten viele Sommeracher die Schönheit ihrer Heimat neu und würdigten das Vorhandene mit neuer Wertschätzung.

Die europäische Jury belohnte die geleistete Arbeit mit einer Goldmedaille.

Die Weinberge und Sandgrasheiden

Sommerach liegt in einer sensiblen Landschaft, die vom Main, Weinbergen und Sandgrasheiden geprägt ist.

Der Weinanbau spielt für den Ort seit jeher eine bedeutende Rolle.

Seine Anfänge liegen fast 1.000 Jahre zurück und bis heute ist er für den Tourismus aber auch für die Ortsgemeinschaft und die Atmosphäre des Ortes ein prägender Faktor.

Der Turm der spätbarocken Pfarrkirche zeichnet zusammen mit den kompakten Dorfstrukturen schon von weitem eine schöne Silhouette in die attraktive Landschaft.

Der Ort selbst besticht durch eine barocke Kulisse mit Bürger- und Fachwerkhäusern.

Seinen Reiz erhält der Ort zudem durch die mit Reben und anderen Pflanzen berankten Hauswände und Stadttore.

Gemüse-, Beeren- und Kräutergärten vor der Dorfmauer im Westen sind Zeugnisse, dass Gartenkultur in Sommerach einen wichtigen Platz einnimmt.

Entente Florale Europe

Der europäische Wettbewerb wurde erstmalig 1975 von der Royal Horticultural Society in England und der französischen Trägerorganisation Villes et Villages Fleuris ins Leben gerufen.

Beide Länder schufen mit diesem neuen Wettbewerb ein internationales Florales Bündnis.

Damit wollten sie das hohe Engagement von Bürgern, Vereinen und Unternehmen für ihre Stadt und die verbindende Wirkung von Bürgerengagement für Grün und Blumen auch europaweit anerkannt wissen und hervorheben.

Der europäische Wettbewerb wird vom internationalen Trägerverein Association Européenne pour le Fleurissement et le Paysage [AEFP] durchgeführt.

Derzeit beteiligen sich jedes Jahr circa 20.000 Städte und Dörfer aus 12 Nationen am europäischen Wettbewerb und seinen nationalen Vorauswahlen.

Ziel des Wettbewerbs und der Vorentscheide ist es, Städte und Dörfer zu verschönern und durch die Grünentwicklung die Lebensqualität für die Bewohner zu verbessern.

Die nationalen Vorendscheide für Deutschland sind der bundesweite Kommunalwettbewerb Entente Floraleg Gemeinsam aufblühen sowie der Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft.

ZVG stoppt Unterstützung

Das Präsidium des Zentralverbandes Gartenbau e. V. [ZVG] hat am 16. Juli 2014 einstimmig beschlossen, den bundesweiten Städtewettbewerb Entente Florale in seiner jetzigen Form und Struktur nach Abschluss des Wettbewerbs 2014 nicht weiter als Träger zu unterstützen.

Der bereits für 2015 ausgeschriebene Wettbewerb wird damit ausgesetzt.

Der Zentralverband Gartenbau stellte bisher den organisatorischen und finanziellen Rahmen für den Wettbewerb.

Er war neben dem Deutschen Tourismusverband, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Städtetag Trägerverband des Wettbewerbs.

Immer weniger Städte und Gemeinden haben am Wettbewerb teilgenommen. 2014 waren es noch sieben und die bisherigen Interessensbekundungen für 2015 lassen nicht darauf schließen, wieder mehr Teilnehmer akquirieren zu können.

Die ZVG wird mit diesem Schritt die Förderung des städtischen Grüns nicht aus den Augen verlieren, sondern sich auf diesem Feld weiter engagieren.

Es besteht damit auch die Chance neue Wege zu gehen.

 

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