Vögel im Garten brauchen nicht viel

Häufig gibt es zwar viel Platz, aber oft nur wenig Rückzugsräume für heimische Vögel im Garten – und obendrein noch weniger natürliche Nahrungsquellen.

Christine Welzhofer, die sich für das Unternehmen Mayr im schwäbischen Schönebach seit Jahren intensiv mit dem Thema befasst, rät Gartenbesitzern mit Freude an Singvögeln, die Bepflanzung vielseitig zu gestalten, um das Nahrungsangebot zu verbessern:

Vögel im Garten brauchen nicht viel

„Vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein sollte im Garten immer etwas blühen, je üppiger desto besser. Blüten ziehen Insekten an und diese ernähren wiederum heimische Vögel.“

Auch mit dem Abschneiden trockener Samenstände und Halme sollte man sich bis nach dem Winter Zeit lassen: Zum einen bleiben so die Samen der Pflanzen den Vögeln im Garten als Nahrungsquelle erhalten, zum anderen nutzen Insekten diese als Winterquartiere.

Fruchtende Gartengehölze, sogenannte Vogelnährgehölze, bereichern mit ihren Beeren den Speiseplan der Vögel zusätzlich. Sogar Kleinigkeiten helfen weiter. Welzhofer rät, auch bei Blattläusen nicht zu schnell zur chemischen Keule zu greifen:

Zahlreiche Gartenvögel, so der Hausrotschwanz und der Gartenrotschwanz, aber auch Körnerfresser wie der Haussperling, füttern ihre Brut anfangs mit nahrhaften Blattläusen!

Deswegen sollte man Blattläuse wirklich erst dann mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen, wenn sie ernsthaft nicht mehr zu tolerieren sind.

Nisthilfen für mehr Vögel im Garten

„Auch Nisthilfen gehören heute in den Garten und zwar in verschiedenen Bauarten für Höhlenbrüter wie Meise und Star, aber auch für Halbhöhlenbrüter wie Hausrotschwanz und Singdrossel“, rät die engagierte Vogelschützerin und weiß, dass hier Hygiene wichtig ist:

„Entfernen Sie nach der Brut den Nistkasten, reinigen ihn gründlich und bereiten Sie ihn für eine mögliche zweite Brut vor.“

Für natürlichen Brutraum sorgen vor allem vielseitige Gartengehölze, in denen sich die Nestbauer unter den Singvögeln ihr Zuhause bauen. Die Vögel nutzen übrigens ihr Nest kein zweites Mal, alte Nester können also getrost entfernt werden.

Nadelgehölze, allzu schnell als spießig verspottet, sind sehr vogelnützlich: Ihr dichter Wuchs kommt den Gefiederten bei rauem Wetter und viel Wind zugute.

Bei peitschendem Sommerregen, pfeifenden Herbststürmen und eiskaltem [Fr]Ostwind im Winter, finden die Vögel im dichten Zweigwerk von Koniferen wie Eibe, Lebensbaum oder Scheinzypresse Schutz.

Bei allem, was man heutzutage über die heimische Fauna weiß, muss man feststellen, dass viele, früher gängige Vogelarten heute selten geworden sind:

Dompfaff, Grünfink, Rauchschwalbe, Mauersegler, selbst der Haussperling sind vielerorts rar geworden.

Das hat nicht ausschließlich mit einer veränderten Land[wirt]schaft zu tun, sondern genauso mit ‚aufgeräumten‘, monotonen Gärten, die den Vögeln nicht mehr ausreichend Futterquellen bieten.

Ganzjahresfütterung

Hierzulande ist man gewohnt, die Vögel in der kalten Jahreszeit zu füttern, in Großbritannien oder Frankreich füttert man die Vögel längst das ganze Jahr über. Dafür tummelt sich dort in den Gärten auch weiterhin eine breite Vogelpopulation. Auch Welzhofer plädiert für die schnabelgerechte Ganzjahresfütterung:

„Das Futter für Vögel im Garten muss der Jahreszeit angepasst sein, weil sich mit dem Jahreslauf auch die Anforderungen der Singvögel an ihre Ernährung ändern.

Das herkömmliche, klassische Winterstreufutter hat seine Saison von Oktober bis Februar, März. Für die Stärkung im Frühjahr und die Aufzucht der Jungen bis in den Sommer hinein, benötigen die Tiere ein spezielles Aufbaufutter, das mit Insekten und Mineralien angereichert ist.

Mit Start ins Frühjahr bis in den Herbst ist eine Fütterung mit naturbelassenem Fett von Vorteil, in Form von nahrhaften Fettfutter und Knödeln u.a. mit Insekten und Beeren, damit die Vögel gestärkt wieder in den Winter gehen.“

So ein Futter ist art- und schnabelgerecht und wird von den Gartenvögeln bis auf den letzten Krümel gepickt: Die Futterstellen entwickeln sich als wahre Vogelmagneten – im Garten, aber auch auf Balkon und Terrasse, zur Freude ihrer Betrachter.

Badeplätze locken Vögel in Sichtweite

Wer sich an den Piepmätzen nicht satt sehen kann, der kann sie auch mit Badeplätzen aus der Reserve locken. „Zizzi-dä“ – ruft am Morgen die Kohlmeise, am Mittag schlägt der Buchfink und bei einsetzender Dämmerung lauschen wir dem Gesang der Amsel.

Die meisten von ihnen führen ein eher unscheinbares und scheues Dasein: Mit einem einfachen Vogelbad kann man die Vögel in Sichtweite in den Garten locken.

Hierzu wird eine flache Schale mit Wasser gefüllt. Sie dient als Tränke, aber in den frühen Morgenstunden auch als Badeplatz, der jedem Betrachter, ob jung oder alt, immer wieder viel Freude macht.

So ein Vogelbad kann übrigens auch ein Sandbad sein: Speziell Haussperling und Amsel, aber auch der selten gewordene Feldsperling nutzen das Bad im Sande und putzen darin ihre Gefieder. Ob nasses oder trockenes Vogelbad: schützen Sie die Stelle vor Katzen und anderen Räubern! [GPP, GTD Foto]

 

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