Kräuter im Garten: auch zum Sammeln

Die Verwendung allerlei Kräuter im Garten erlebt im Moment eine Renaissance: Zahlreiche Kräuterbücher, Kräuterseminare oder Kräutermärkte wecken bei Pflanzenliebhabern den Wunsch nach einem eigenen kleinen Kräutergarten.

Die Zauberpflanzen, wie Kräuter früher auch genannt wurden, sind ein besonders faszinierender Teil der Pflanzenwelt.

Kräuter sind unglaublich vielseitig

Sie sind nützlich, dekorativ und gesund. Gerade die Vielseitigkeit der unterschiedlichen Sorten beeindruckt:

  • zum Würzen,
  • für eine Frühjahrskur,
  • als kreative Blütenküche,
  • für die Schönheit in Cremes,
  • als Badezusatz,
  • zum Räuchern oder
  • als Schlaf- oder Heilkraut

Kräuter bieten unendlich viele Einsatzmöglichkeiten: Aus diesem Grund werden die meist äußerst umfangreichen Kräutersortimente immer beliebter.

Standortbedingungen von Kräutern

Um Kräuter erfolgreich zu kultivieren, ist es wichtig, deren Standortbedingungen zu kennen.

Mittelmeerkräuter wie der Thymian [Thymus] zeichnen sich durch kleinblättriges, oft graues Blattwerk aus. Sie lieben es sonnig und benötigen einen eher kargen und durchlässigen Boden.

Kräuter mit weichen Blättern wie die Pfefferminze [Mentha] bevorzugen dagegen einen nahrhaften Boden, der durchaus auch in halbschattiger Lage sein darf.

Viele Kräuter wie Salbei [Salvia] oder Estragon [Artemisia dracunculus] sind mehrjährig. Das heißt, sie treiben immer wieder aus und können jahrelang an einem Standort wachsen.

Es gibt aber auch einjährige Kräuter, wie Basilikum [Ocimum] und Borretsch [Borago officinalis]. Diese sollten erst ab Mitte Mai ins Freie gepflanzt werden, wenn keine Nachtfröste mehr drohen.

Nur wenige Kräuter sind zweijährig: Sie blühen und fruchten erst im zweiten Jahr und säen sich dann aus.

Beispiele hierfür sind: Fenchel [Foeniculum] und Engelwurz [Angelica].

Da Kräuter Lebensmittel sind, sollte man beim Einkauf auf die Produktionsbedingungen achten.

Und dies nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus geschmacklichen Gründen: Kräuter, die regional herangezogen wurden, sind vor allem im Frühjahr besser an das jeweilige Klima angepasst.

Kräuter zum Greifen nahe

Um in den Genuss von Kräutern zu kommen, braucht man keinen großen Garten.

Selbst auf der Terrasse, dem Balkon oder der Fensterbank lassen sich die aromatischen Pflanzen gut kultivieren. Die Kräuter sind dann auch schnell greifbar, um Speisen zu würzen oder Tee aufzugießen.

Ein Topfkräutergarten hat den Vorteil, dass die Töpfe mit den momentan attraktivsten Pflanzen leicht in den Vorder- oder Hintergrund gerückt werden können.

Wichtig ist, dass die Kräuter in ein gut durchlässiges Substrat gesetzt werden und je nach Wuchsstärke einen ausreichend großen Topf erhalten.

Ausreichende Düngung im Topf ist wichtig, damit die Pflanzen gut wachsen. Besonders empfehlenswert ist die Topfkultur für Pflanzen mit starkem Ausbreitungsdrang.

Beispiele sind: Minze oder Melisse [Melissa]. Viele Kräuter wie Thymian, Beifuß [Artemisia] oder Schnittlauch [Allium] können auch im Winter draußen bleiben.

Schützen Sie den Topf im Winter mit Noppenfolie oder Jute vor Frosteinwirkungen und achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.

Kräuter im Garten: auch zum Sammeln

Bei Minzen, Salbei und Thymian ist die Sortenvielfalt besonders groß. Der Kräuterliebhaber wird so schnell zum Sammler.

Er kann beispielsweise bei Minzen zwischen den Aromen von Ananas über Pfefferminze bis hin zu Schokolade, Pfeffer, Apfel oder Limone wählen.

Thymian lässt sich sehr gut als Würze für Fleisch, Eintöpfe und Pizza verwenden, hält aber mit seinen vielfältigen Sorten auch einiges für die Nase und für das Auge bereit.

So hat der Zitronenthymian [Thymus x citrodorus] einen sehr intensiven Zitrusduft und der Orangenthymian [Thymus vulgaris ssp. fragrantissimus] macht seinem Namen ebenfalls alle Ehre.

Salbei bietet neben den heilenden Inhaltsstoffen viele Sorten mit interessanter Farbwirkung.

Das gilt auch für Duftnesseln [Agastache], die je nach Sorte nicht nur mit verschiedenen Blütenfarben in Weiß, Lila oder Rot glänzen, sondern auch intensiv nach Zitrone oder Anis duften können.

Kräuterblüten: zum Essen und Dekorieren

Wussten Sie schon, dass auch die dekorativen Blüten von Schnittlauchpflanzen essbar sind? Blütenbälle in der Pfanne mit etwas Butter dünsten und als feine Vorspeise verwenden.

Als Dekoration für Speisen oder Getränke sind die Blüten jedenfalls immer ein überraschender optischer Effekt.

Das gilt gerade im Sommer, wenn die Blüten von Calendula, Lavendel, Borretsch oder Schnittlauch als Dekoration von Säften oder Limonaden dienen.

Laucharten wie Schnittlauch und Knoblauch sind unverzichtbare Würzkräuter mit aromatischem Laub und schmackhaften Zwiebeln.

Neben dem bekannten Schnittlauch sind in gut sortierten Gärtnereien auch Bärlauch [Allium ursinum] oder die Winterzwiebel [Allium fistulosum] erhältlich.

Anders als diese Sonnenanbeter braucht Bärlauch unbedingt einen etwas feuchteren Standort.

Sie sind wichtige Powerkräuter, die uns besonders im Winterhalbjahr und im Frühjahr mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen.

Noch ein paar Kräutertipps

Auch bei Kräutern sollte man auf die verschiedenen Standortansprüche achten.

Mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Rosmarin oder Ysop stehen am besten vollsonnig auf durchlässigen Böden.

Nach einem kalten Winter sind diese Kräuter teilweise zurückgefroren.

Um dennoch einen kräftigen Neutrieb anzuregen, sollte man umgehend beherzt zur Schere greifen und die Pflanzen handbreit über dem Erdboden abschneiden.

Damit lassen sich auch etwas unschön gewachsene Exemplare wieder zum Austreiben bewegen.

Optimal sind zum Himmel weit offene Wuchsorte, bei denen die Pflanzen aber nicht direkt von den Sonnenstrahlen getroffen werden.

Einjährige Kräuter wie Dill, einjähriges Bohnenkraut und Majoran können zwischen Gemüse oder Stauden gesät werden. [BdS, GTD Foto]

 

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