Bergahorn: kühle Schönheit

Der Bergahorn [Acer pseudoplatanus] macht geradezu den Eindruck, als würde es ihm bei Kälte besonders gut gehen: Es gibt wohl nur wenige Nadelbaumarten und keine anderen heimischen Laubbaumarten, die mit zunehmender Höhenlage immer schöner und strotzender in Erscheinung treten.

Diese Baumart lässt einen staunen und zeigt, dass man auch ohne viel Schminke schön sein kann. 2009 wurde der Bergahorn zum Baum des Jahres gewählt.

Bergahorn: kühle Schönheit

Er blüht nämlich viel später und unauffälliger als der Spitzahorn: Seine 5zähligen Blüten, in endständigen verzweigten Rispen Blütenständen,erscheinen erst Ende April bis Anfang Mai zusammen mit beziehungsweise kurz nach den Blättern.

Deshalb fallen sie längst nicht so auf wie beim Spitzahorn, der schon Anfang April oder Ende März vor dem Blattaustrieb blüht.

Erst mit etwa 30 Jahren beginnt der Bergahorn zu blühen, dann aber fast jedes Jahr und reichlich.

Die Blüten sind zwittrig, oft werden aber in der Krone bei einzelnen Blüten mal die männlichen und mal die weiblichen Anlagen der Einzelblüten unterdrückt, so dass sie fast eingeschlechtig sein können.

Sie haben je 5 gelb grüne Kelch- und Kronblätter und werden von Insekten, zum Beispiel Bienen bestäubt, die den Nektar vom scheibenförmigen Blütenboden aufnehmen.

Von den ursprünglich 10 Staubblättern sind immer 2 ausgefallen, so dass es nun noch 8 sind.

Bergahorn: Früchte

Die Früchte des Bergahorns sind kleine Nüsschen. Sie haben einen langen Flügel, der die Fallgeschwindigkeit verringert, so dass sie beim Fallen ins Trudeln geraten [Drehschraubenflieger] und dabei vom Wind verfrachtet werden, bis zu 125 Meter vom Mutterbaum.

Auf vereistem Schnee im Gebirge können die Früchte bei stärkerem Wind sogar 1 Kilometer weit rutschen. Die Flügelnüsschen sind am Baum immer zu zweit miteinander verbunden und bilden dabei einen spitzen bis rechten Winkel zueinander.

Übrigens ist dies ein Unterscheidungsmerkmal: Beim Spitzahorn ist der Winkel flacher. Vor oder beim Herabfallen trennen sich dann die beiden Flügelnüsschen [daher die Bezeichnung Spaltfrüchte].

Die Fruchthülle ist leicht klebrig, man kann sie öffnen und sich die Flügelnüsschen auf die Nase kleben.

Bei der Keimung im April dringen die Keimlingswurzel in den Boden ein, bis sie verankert ist, dann hebt der Keimling den Fruchtflügel etwas hoch, bis dieser abfällt, und anschließend entfalten sich die beiden Keimblätter.

Bei der Fülle von Keimlingen, oft 100 und mehr pro Quadratmeter, kann man die verschiedenen Stadien sehr schön nebeneinander ansehen.

Bergahorn: Blätter

Die gegenständigen Blätter sehen aus wie am Stiel ausgestreckte Blätterhände. Aber sie unterscheiden sich deutlich vom Spitzahorn: denn sie sind zwar beim Bergahorn ebenfalls 5-fach gelappt, die Blattlappen sind jedoch nicht zugespitzt, sondern stumpfer, die Blätter nicht glatt, sondern runzelig.

Der Blattstiel enthält keinen Milchsaft, wie er beim Spitzahorn durch Ankneifen des Blattstieles austritt. Zudem hat der Bergahorn nicht eine so bunte Herbstfärbung wie der Spitzahorn, dafür kann sie in höheren Lagen zu einem Feuerwerk von Gelbtönen werden.

Dieses Spektakel hat seinen Höhepunkt alljährlich in einem Hochtal im Naturschutzgebiet Karwendel, und zwar dem Großen Ahornboden kurz hinter der deutsch österreichischen Grenze bei Mottenwald.

Dort stehen nämlich Hunderte uralter, großkroniger Bergahorne auf den Wiesen eines langen Talgrundes, und wenn sich dann im Oktober diese ganze Ahorngesellschaft gelb färbt, die Herbstsonne darauf scheint und dahinter die beidseitig gewaltige Bergkulisse mächtig wirkt, dann möchte man dort nie mehr weg.

Das hat dieses Hochtal weltberühmt gemacht. In mittleren Osten Nordamerikas gibt es verschiedene Ahornarten, die maßgeblich an der prächtigen rot-orangen Herbstfärbung der dortigen Wälder beteiligt sind, bekannt unter dem Begriff Indian Summer.

Dabei wurde dieser Begriff dort ursprünglich aus einem ganz anderen Grund geprägt: Die Ureinwohner, die Indianer, nutzten die schönen Herbsttage, um ihre Wintervorräte aufzustocken, wenn die Wälder bunt wurden.

An Schattenzweigen kann man oft sehr ungleich große Blätter beobachten: die nach unten gerichteten sind viel länger gestielt und größer als die am Spross gegenüber nach oben gerichteten.

So versuchen die Blätter außen mehr Licht zu erreichen. Die Blätter des Bergahorns werden aufgrund günstiger Inhaltsstoffe sehr schnell zersetzt, wenn sie im Herbst vom Baum gefallen sind.

Bergahorn: Knospen und Kronen

Die Knospen des Bergahorns sind grün und vom Spross abstehend, die des Spitzahorns braun und anliegend. Der Baum kann eine sehr schön geformte runde bis eiförmige Krone entwickeln, was aber natürlich nur im Freistand klappt.

Als Höchstalter erreicht er 500 Jahre, Stammdurchmesser von über einem Meter sind keine Seltenheit, im Freistand kann er zu wahren Riesen werden.

Der dickste bekannte Bergahorn steht am Erzgebirgsrand nahe Freiberg, mit 1,43 Meter Durchmesser [entspricht 5,40 Meter Umfang] in Brusthöhe.

Im Mittelgebirge und Gebirge und Norden gibt es noch wunderschöne alte Bergahornalleen. Denn der Bergahorn ist eine der bestgeeigneten Alleebaumarten, wenn das Klima nicht zu trocken ist.

Besonders viel Begeisterung erntet eine reine Bergahornallee von über 3 Kilometer Länge mit 104 Altbäumen fast ohne Unterbrechung auf einer Straßenseite zwischen Fredelsloh und Lauenberg am Solling nahe Göttingen.

In der Jugend können 1 bis 2 Meter lange Jahrestriebe zu schnellem Höhenwachstum führen, das dann bald wieder nachlässt. Für die Förster ist der Bergahorn ein Musterknabe: wenn seinem Wipfeltrieb nichts geschieht, wächst er schnurstracks in den Himmel.

Bergahorn: Oskarsyndrom

Mit 40 Metern erreicht der Baum seine maximale Höhe. Und für die Verjüngung sorgt er selbst, ohne dass der Förster etwas unternehmen muss.

Es bezeichnet sehr treffend die Situation, dass junge Ahorne im tiefen Schatten auf mehr Licht warten und dann im Wachstum stagnieren, wenn sie etwa 1 bis 2 Meter groß sind.

Die Bezeichnung Oskarsyndrom wurde dafür verwendet, da es ja das Schicksal von Oskar in der Blechtrommel von Günther Grass ist, dass der Junge nicht mehr weitermachst.

Bergahorn: schuppenförmige Borke

Alte Bergahorne entwickeln eine schuppenförmige Borke, die ein phantastisches Formen- und Farbenspiel von gelb bis dunkelbraun und grün zeigt.

Daher der Beiname pseudo platanus, soll heißen: sieht aus wie eine Platane, die ja auch wegen ihrer farbenfrohen Schuppenborke in der Stadt sehr beliebt ist. Die ältesten Schuppen sind dunkel, und wenn sie schließlich abfallen, kommen ganz helle Bereiche zum Vorschein.

Noch aufregender wird es, wenn sich auf der alten Ahornrinde in höheren Lagen oder feuchten Tälern Flechten und Moose ansiedeln, sogenannten Aufsitzerpflanzen oder Epiphyten.

Sie nutzen den Baum als Unterlage, um besser ans Licht zu kommen, auf dem Boden zwischen den Kräutern hätten sie keine Chance. Für den Baum macht das keinen Schaden, da sie nur auf der Borke sitzen und nicht in sie eindringen.

Die Borke des Bergahorns ist dafür wegen ihres günstigen pH Wertes besonders geeignet, und so kann man alte Ahorne sogar als Bioindikator für die Luftqualität nutzen: Wenn sich auf der Rinde empfindliche Flechten, wie zum Beispiel die mähnenartig herunterhängenden Bartflechten entwickeln, ist das ein Zeichen für hohe Luftreinheit.

Im Frühjahr kann es zum Bluten aus abgeschnittenen Ästen und verletzter Rinde kommen, das ist der sogenannte Frühjahrssaft, der auch für Ahornsirup genutzt werden kann.

Er tritt bei Verletzungen ab März bis zum Austriebzeitpunkt aus und enthält reichlich Zucker.

Bergahorn: Wurzeln

Die Wurzeln können bis 2 Meter Tiefe erreichen, erschließen den Oberboden intensiv und entwickeln eine flach herzförmige Gestalt.

Der Bergahorn gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Seit kurzem hat man die Ahorngewächse nämlich zusammen mit der Rosskastanie in diese Familie eingeordnet, da sie bestimmte Ähnlichkeiten im Blütenaufbau aufweisen [Ausfall von Staubblättern].

Weitere, vielen bekannte Ahornarten sind Spitz- und Feldahorn sowie der nordamerikanische Zuckerahorn.

Bergahorn: Vorkommen

Der Bergahorn wird auch als der Rübezahl unter den heimischen Ahornarten bezeichnet: er bevorzugt mehr die feuchten, kühlen Höhen.

Über die natürliche Nordgrenze des Bergahorn Areals wird noch diskutiert. Ohne Probleme wächst er heute auch in Südskandinavien und bis nach Schottland.

Aber von selbst hat er die Rückwanderung nach den Eiszeiten wohl nur bis nach Norddeutschland geschafft, dann hat der Mensch weiter nachgeholfen. Es gibt Nachweise, dass er nahe der norddeutschen Küste vor 500 Jahren noch unbekannt war.

Der Verbreitungsschwerpunkt liegt jedoch in Mittel- und Südeuropa, dort vor allem im Bergland, in Mischbeständen mit Buchen, Tannen und Fichten.

So kann er im Harz und Erzgebirge bis in 900 Meter Höhe vorkommen, in den Zentral- und Ostalpen bis in 2.000 Meter, und damit höher steigen als die meisten anderen Laubbäume.

England und Irland hat der Bergahorn nach seiner dortigen Einbürgerung durch den Menschen im 15. Jahrhundert komplett erobert, sich also von Anpflanzungen aus selbst verbreitet.

Invasionspotenzial nennen das Botaniker, der Bergahorn ist aber weniger invasiv als der Spitzahorn.

Bergahorn: Eiche der höheren Lagen

Seine Häufigkeit und Dominanz wird mit zunehmender Höhenlage immer deutlicher [Name Bergahorn], schließlich kann er dort sogar vereinzelt Reinbestände bilden, da er oberhalb 800 Meter sehr konkurrenzstark wird.

Man bezeichnet ihn auch als die Eiche der höheren Lagen. Besonders wohl fühlt er sich an Steilhängen, auf Geröllhalden und in feuchten Tälern, etwas sehr Schönes sind dort die Ahorn/Eschen-Schluchtwälder mit Silberblatt [Mondviole], einer eindrucksvollen krautigen Pflanze.

Diese Hochleistungswälder mit Spitzenwuchsleistungen erinnern an tropische Hochlandregenwälder, wegen des sehr dichten Bewuchses der Bäume mit Moosen und Flechten.

Feuchtigkeitsbedarf und Schattentolerant

Der Bergahorn benötigt eine gewisse Feuchtigkeit, die im [Mittel-]Gebirge immer gegeben ist. Als Straßen- und Stadtbaum zeigt er aber im Flachland auf trockenen Standorten oder bei zu eingeengtem Wurzelraum Probleme.

Er wird in den Mittelgebirgen durch eine längere Wachstumsperiode davon profitieren, in der Stadt aber durch mehr Trockenstress Probleme bekommen. Letzteres kann man allerdings durch ausreichenden Wurzelraum, nach unten und zur Seite entschärfen.

In der Jugend ist er sehr schattentolerant, fast wie die Buche, wächst also auch unter den Kronen anderer Bäume recht gut, im Alter benötigt er mehr Licht, aber nicht unbedingt volle Sonne.

Daher ist er der ideale Alleebaum in mittleren Höhenlagen und waldigen Gebieten. Seine Frosthärte erreicht minus 35 Grad Celsius, nur in der Jugend ist er empfindlicher, vor allem gegenüber Spätfrösten im Mai.

Bergahorn: Lebensraum

Der Bergahorn kann eigentlich fast überall problemlos wachsen. Der Boden sollte nur nicht zu trocken und zugleich nährstoffarm sein, ansonsten hat er diesbezüglich aber keine besonderen Ansprüche.

Bergahorne sind Lebensraum für viele Vogelarten, Insekten, Pilze und Misteln. So gibt es zum Beispiel Schmetterlinge mit den schönen Namen Ahorn Eule und Ahorn Spinner.

Blattläuse mögen den Baum besonders wegen seines hohen Zuckergehaltes, und dementsprechend auch Ameisen, da sie die Blattläuse melken.

Vögel und Mäuse ritzen gelegentlich die Rinde an, um an den zuckerhaltigen Frühjahrssaft zu gelangen, ich habe schon beobachtet, wie Meisen kopfüber unter einer Ahorn-Astwunde hingen und sich den Saft in ihren Schnabel tropfen ließen.

Die Samen werden von Eichhörnchen, Mäusen, Kernbeißern und anderen Tieren gefressen, so dass nach dem Winter nur noch ein kleiner Teil übrig ist, aber immer noch genug bei den großen Fruchtmengen.

Bergahorn: Krankheiten und Schäden

Auf die Spätfrostempfindlichkeit jüngerer Bergahorne wurde bereits hingewiesen. Er wird gerne vom Wild verbissen und muss deshalb geschützt werden, wenn er selten vorkommt. Ansonsten ist die Baumart sehr robust und wird nicht ernsthaft von Schädlingen bedroht.

Bei ständigem Wassermangel kann es allerdings aufgrund des damit verbundenen Stresses zu Pilzerkrankungen kommen, was die Verwendung als Straßenbaum im Flachland und in der Stadt einschränkt.

Er ist jedoch ziemlich gut streusalzverträglich. Überflutungen erträgt er nicht sehr lange, etwa bis zu 2 Wochen, sonst wird er in der Folge krankheits- beziehungsweise pilzanfällig.

Die Blätter können im Spätsommer und Herbst viele schwarze Flecken bekommen, die sogenannte Teerfleckenkrankheit. Hervorgerufen wird sie durch einen Blattpilz. Diese kann zwar eindrucksvolle Ausmaße annehmen, schädigt die Blätter aber nur geringfügig.

An Ahornblättern entwickeln sich bisweilen auffällige, merkwürdig geformte kugelige oder zapfenartige Anschwellungen. Das sind sogenannte Gallen, die von Gallmilben und -wespen hervorgerufen werden, indem sie in den Blattstoffwechsel eingreifen.

Aus der Form der Gallen kann man auf eine bestimmte Insektenart schließen, meist befinden sich Larven darin und lassen es sich gutgehen. Für die Blätter hat das keinen Schaden zur Folge.

Bergahorn: Edellaubgehölz

Bei den Förstern hat der Bergahorn einen sehr guten Ruf, er gehört zu den sogenannte Edellaubhölzern. Sein Holz war bereits in der Stein- und Bronzezeit sehr geschätzt, heute vor allem bei Instrumentenbauern.

So erzielte zum Beispiel im Winter 2007 und 2008 in Sachsen ein Stamm des Bergahorns den höchsten Holzpreis, mit 8.600 Euro.

Es werden wichtige Teile von Musikinstrumenten daraus gefertigt, das sogenannte Klangholz zum Beispiel von Streichinstrumenten, Lauten, Zithern und Gitarren, Panflöten und Fagott.

Eine Geigenbauerin berichtet: Ohne den Bergahorn gebe es den Geigenklang, wie wir ihn kennen, gar nicht. Dieses unübertroffene Klangholz hat unter dem Geigenlack zudem eine herrlich lebendig funkelnde Maserung wie kein anderes Holz.

Deshalb ist auch die Geigenbaumeisterin Dorte Weishaupt Moinian aus Neu Meteln bei Schwerin immer auf der Suche nach dem klanglich passenden Bergahorn für ihre Geigen, Bratschen und Celli.

Hat sie das ideale Holz gefunden, muss es erst einmal mindestens 10 Jahre lagern, bevor sie den Bergahorn aus Bosnien oder Bayern zu ihren Meisterinstrumenten verarbeitet.

Bergahorn: helles Holz

Höchstpreise erzielen Flammen-/Riegel- und Vogelaugenahorn, das sind Stämme mit welligem Holzfaserverlauf oder vogelaugenähnlichen Holzstrukturen, die dann im Furnier oder Edelholz besonders schön aussehen.

Von den drei heimischen Ahornarten ist das Holz des Bergahorns das begehrteste, auch weil es am hellsten ist. Es ist hart und gut zu bearbeiten. Allerdings ist es nicht witterungsfest und muss im Freien sehr gut geschützt oder behandelt werden.

Auch im Saft geschlagenes Holz verfärbt sich schnell durch Pilzbefall, weshalb unbedingt die Winterfällung zu empfehlen ist.

Bergahornholz ist ein gesuchtes Möbel-, Ausstattungs-, Drechsler- und Schnitzholz und wird wegen seines hellen Farbtons für Küchengeräte und Tischplatten verwendet.

Es ist gut geeignet für Werkzeugstiele, da es besser die Handwärme hält als zum Beispiel Buchenholz. Wegen seines hohen Stärkegehaltes im Spätherbst und Winter kann es gemahlen zu Viehfutter verarbeitet werden.

Bergahorn: medizinische Verwendung

Das Laub wird wegen des hohen Stickstoffgehaltes zum Teil noch bis heute als Viehfutter verwendet. Aus jungen Blättern kann man Sonnentee und Salatmischungen herstellen.

Die Blätter fanden früher medizinische Verwendung vor allem als kühlende Auflage bei Geschwüren, geschwollenen Gliedern, Insektenstichen und Ähnliches.

Dazu quetscht man die Blätter etwas an und legt sie auf die erhitzten Stellen. Ähnlich wie beim nordamerikanischen Zuckerahorn kann man auch beim Bergahorn im Frühjahr Saft zapfen, wenn er auch nicht ganz so ergiebig wie der nordamerikanische Bruder ist.

Dazu wird der Stamm bis zum äußeren Holz, dem Splint, angebohrt. Der Frühjahrssaft tropft dann 3 bis 4 Wochen lang bis zum Tag des Austreibens heraus.

Dann hört er schlagartig auf, weil die Wasser ziehenden Blätter zu einem Unterdruck im Stamm führen, so dass der Saft dann in die Krone gesogen wird.

Pro Baum können bis zu 50 Liter [beim Zuckerahorn 150 Liter] geerntet werden, der Zuckergehalt ist 1 bis 3 Prozent. Das heißt der Saft schmeckt süßlich, ist aber noch kein Sirup, so dass die Flüssigkeit hinterher durch Erhitzen zu Ahornsirup eingedickt wird.

Im 1. Weltkrieg und zu anderen früheren Notzeiten war dies eine wichtige, wenn auch mühsame Zuckerquelle.

Bedeutung hat auch der starke Schattenwurf des Bergahorns unter Alleen, in Parkanlagen und in Gärten, wenn man ihn nutzen will. Und im Gebirge ist er ein beliebter Hausbaum.

Zeitweise zählte er dort früher sogar als Arbeitskraft mit, wegen seiner vielfältigen Nutzfunktionen. Sobald er auftritt, verändert sich der ästhetische Eindruck der Landschaft und gewinnt einen Reichtum, eine launige Fülle.

Es heißt in der Mythologie, dass der Ahorn ganz besonders für Harmonie, Ruhe und viel Gelassenheit steht. [FBdJ, Amanda Slater Foto]

 

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