Spätfrost: geschützte Lagen schaffen

Auf den Winter ist die Natur sehr gut vorbereitet: Fauna und Flora kommen auch mit sehr niedrigen Temperaturen zurecht. Spätfrost kann für Pflanzen allerdings wirklich schädlich sein.

Spätfrost

Spätfrost tritt vornehmlich in klaren Nächten auf: die Erde strahlt dann ohne den Schutz einer Wolkendecke so viel Wärme ab, dass die Temperaturen rapide sinken und das Thermometer spätestens in den frühen Morgenstunden unter Null Grad Celsius gefallen ist.

Kurz nach Sonnenaufgang ist es in solchen Frostnächten am kältesten! Auffällig ist auch, dass es in diesen kalten Nächten – je nach lokaler Gartensituation – eine mehr oder weniger große Spätfrostgefahr gibt:

Geschützte Lagen schaffen

Durch geschickte Gartengestaltung und vor allem durch die Wahl der optimalen Pflanzorte lassen sich also Schäden an frostempfindlichen Pflanzen weitestgehend vermeiden.

Es lohnt sich, schon beim Kauf nach der Frostempfindlichkeit der Gartenpflanzen zu fragen und den Pflanzort im Garten zu bedenken.

Grundsätzlich begünstigen Muldenlagen und Tallagen die Entstehung von Spätfrost, da sich dort von den Hängen abfließende Kaltluft sammelt.

Frostschutz durch Hecken

Solche frostgefährdeten Lagen lassen sich durch die Errichtung von Kaltluftdämmen in Form von Hecken entschärfen – hinter der Hecke entsteht ein mild temperierter Raum – dort übrigens ist vermutlich auch die richtige Stelle für eine Gartenbank.

Frostschutz durch Gehölze

Auch in Gartenbereichen, wo Büsche, Bäume oder eine Pergola die Abstrahlung verhindern, bleibt es wärmer.

An solchen Standorten sind zum Beispiel die Blüten der Scheinhasel oder das junge, rotfarbene Laub der früh austreibenden Lavendelheide, früh blühende Obstbäume, Magnolien, Kamelien oder Strauchpaeonien vor dem Erfrieren besser geschützt.

Offene Gartenräume besonders betroffen

Offene Gartenräume, zum Beispiel Rasenflächen, strahlen dagegen Wärme ab und werden nachts besonders kühl.

Spätes Austreiben schützt vor Frost

Spät austreibende Baumarten wie Eiche und Esche, Robinie und Gleditschie sind grundsätzlich weniger durch einen Spätfrost gefährdet.

Auch viele Sträucher wie Forsythien, Pfaffenhütchen, Haselnuss oder Falscher Jasmin sind robust gegenüber Spätfrösten. Hainbuchen und Rotbuchen, Liguster oder Eibe eignen sich gut als Frostschutzhecke.

Warmer Winter 2013 auf 2014

Nach Aussagen des Deutschen Wetterdienstes verlief der Winter 2013 auf 2014 in Deutschland ungewöhnlich mild: die Temperaturen lagen jedoch noch im Bereich der hierzulande üblichen Schwankungsbreite des Wetters.

Für die Pflanzen in unseren Gärten ist prinzipiell eine gute Nachricht, denn selbst wenn es später noch Minustemperaturen gibt, kann das den Gartenpflanzen kaum schaden.

Tagsüber ist es zwar nicht wirklich kalt, aber auch nicht so warm, dass die Pflanzen Frühlingsgefühle bekommen. Das ist meist erst ab Mitte April der Fall.

Dann aber, wenn die Sonneneinstrahlung intensiver ist und es am Tage schon relativ warm wird, ist Spätfrost tatsächlich gefährlich für früh austreibende Pflanzen. [BdB, Foto]

 

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