Kleines Immergrün: schicker Bodendecker

Ein jedes Kleines Immergrün ist eine einzigartige „Kulturreliktpflanze“: Der botanische Name Vinca minor leitet sich ab von vincere [besiegen], weil die Pflanze trotz Kälte immer grün bleibt.

Kleines Immergrün

Das Kleine Immergrün ist ein immergrüner, niedriger Halbstrauch, der Wuchshöhen von 10, höchstens 15 Zentimetern erreicht.

Die vegetativen Triebe sind niederliegend, sich an den Knoten bewurzelnd und können pro Jahr bis zu 2 Meter lang werden. Die Blühtriebe stehen aufrecht.

Der kriechende Halbstrauch wird gerne als Bodendecker eingesetzt, denn unter Bäumen und an Hängen gedeiht die robuste Pflanze besonders gut und bildet einen dichten Blütenteppich.

Die robuste Staude wird 15 bis 30 Zentimeter hoch und gibt ebenfalls ein attraktives Bild ab in Natursteinmauern, Hochbeeten und als Randbepflanzung am Gartenteich.

Das Kleine Immergrün kann das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden: Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, damit die Pflanze genügend Zeit hat, um gut anzuwachsen und kräftige Wurzeln zu bilden.

Damit das Kleine Immergrün nicht die vollkommene Oberhand gewinnt, kann es problemlos in Form geschnitten werden: Die optimale Zeit für das Schneiden ist das späte Frühjahr.

Kulturreliktpflanze Kleines Immergrün

Nicht nur aus botanischer, sondern auch aus archäologischer Sicht bemerkenswert ist das Kleine Immergrün bemerkenswert:

Die Pflanze wächst etwa im Rheinland vielerorts wild im Wald: ursprünglich hier eingeführt haben sie die Römer.

2014 wird im Rheinland ein Römerjahr ausgerufen, in dem an die vielfältigen Einflüsse erinnert werden soll, deren Ursprünge mehr als 2.000 Jahre zurückreichen.

So gelangte der römische Feldherr C. Iulius Caesar – aus dem Innergallischen kommend – bereits im 1. Jahrundert v.C. ins Rheinland, wo er zweimal den Rhein überschritt, um den Germanen zu zeigen, was römische Präsenz und römischer Pioniergeist bedeuteten.

Museen, Schulen und Vereine organisieren 2014 Veranstaltungen, auch die Eröffnung des Regionale-2010-Projektes Erlebnisraum Römerstraße und die Landesgartenschau in der Römerstadt Zülpich stehen auf dem Programm.

Ausgewildert findet man Vinca minor zum Beispiel in der Nähe alter Gutshöfe, an Burgruinen, auf Kirchhöfen und früheren Begräbnisplätzen.

Schon Plinius der Ältere beschreibt die vincapervincirca: Als Wohnstättenbegleiter ist die Zierpflanze in der Literatur seit dem späten Mittelalter bekannt, beispielsweise beschrieben von Albertus Magnus. Dennoch kennen heute nur wenige die Geschichte dieser Pflanze.

Immergrün entlang der Römerstraßen

Der Geologe Dr. Werner Prange führt in seiner Schrift – Das kleine Immergrün in Westdeutschland – eine Kulturreliktpflanze aus römischer Zeit – aus, dass die Vinca minor vor allem entlang der Römerstraßen sowie in direkter Nähe zu archäologischen Fundplätzen vorkommt.

Genauer untersucht hatte er Gebiete in der Eifel, am mittleren Rhein, im Hunsrück und im Odenwald. Das Ergebnis:

„Es handelt sich um eine Kulturreliktpflanze, die als Siedlungsanzeiger Hinweise auf Kulturspuren geben könnte“, so Prange. Natürlich komme die Vinca in den untersuchten Gebieten „nirgends vor“, immer sei sie Hinweis auf Besiedlung.

Kleines Immergrün in der Mythologie

Auch im Volksglauben war das kleine Immergrün mit vielen Ereignissen und Bräuchen verknüpft: Vinca-Ranken wurden zu Braut- und Totenkränzen gebunden und sollen sogar gegen Hexen wirksam gewesen sein.

Das Kleine Immergrün wurde früher auch als Heilpflanze zur Behandlung zahlreicher Krankheiten eingesetzt, bis heute sind einzelne Wirkstoffe noch in homöopathischen Präparaten im Einsatz. [GPP, Foto]

 

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