Helm-Knabenkraut

Helm-Knabenkraut: Dieses kräftige Knabenkraut wurde von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen in Deutschland (AHO) zur Orchidee des Jahres 1993 gewählt, um auf eine Art aufmerksam zu machen, die aufgrund ihrer Größe und Farbe auch dem Laien auffällt.

Der Name nimmt auf die Stellung der Kronblätter Bezug, die wie ein Soldatenhelm zusammengebogen sind. Die Art wurde bereits im Jahr 1753 beschrieben.

Helm-Knabenkraut

Zum Ausgang des Winters bereits treibt die Knolle die Blattrosette mit 2 bis 5 Blättern. Im zeitigen Frühjahr erscheinen dann die kräftigen hellgrünen und glänzenden Laubblätter, die aufwärts gerichtet sind, aber den Blütenstand nicht erreichen.

Das oberste Laubblatt vom Helm-Knabenkraut erreicht eine Längen von 8 bis 16 Zentimeter. Der dichte Blütenstand ist breit ausladend und trägt 20 bis 60 mittelgroße Blüten. Die Gesamthöhe erreicht 20 bis 40, aber auch bis 60 Zentimeter.

Die Lippe ist weißlich, hell rosa oder auch purpurrot gefärbt und endet in einem zweiteiligen abgerundeten Mittellappen. Die Seitenlappen sind linealisch und am Ende gerundet.

Der Mittellappen trägt auf hellem Grund kräftig gefärbte und mit Büscheln besetzte Papillen. Das nahe verwandte und zuweilen im selben Biotop vorkommende Affenknabenkraut hat demgegenüber dünne gebogene Seitenlappen und Mittellappen.

Die Blüten öffnen sich von oben nach unten. Die Purpurorchis unterscheidet sich durch deutlich breitere Lippen und einen dunkel überlaufenen Helm.

Das Helm-Knabenkraut ist immer an einem auf der Außenseite hellen Helm zu erkennen. Die Kronblätter sind aber auf der Innenseite entlang der Nerven in der Blütenfarbe gestreift.

Hybriden mit den beiden anderen genannten Arten treten bei gemeinsamen Vorkommen häufig auf und sind unschwer zu erkennen, da sie in ihrer Ausprägung jeweils zwischen den typischen Merkmale beider Eltern liegen.

Helm-Knabenkraut: Verbreitung

Diese Art blüht je nach Höhenlage von Anfang Mai bis Ende Juni.

Variabel ist vor allem die Blütenfarbe. Es treten auch rein weiße Exemplare auf. Die Breite und Länge der Lippe und ihrer Seitenlappen können unterschiedlich sein.

Sehr selten tritt eine Missbildung mit einem spitz auslaufenden unverzweigten Mittellappen oder auch fehlenden Seitenlappen auf.

Diese Art ist an kalkhaltigen Boden gebunden und kommt deswegen im norddeutschen Tiefland nur an ganz wenigen Fundorten vor und auch nicht in den kalkfreien Mittelgebirgen.

In den Kalkgebieten ist sie demgegenüber verbreitet und häufig. In Deutschland kommt sie bis in eine Höhe von knapp 1000 Meter Normalnull vor.

Gefährdung und Schutz

Die Art besiedelt sowohl trockene als auch feuchte Böden, liebt aber insbesondere Magerrasen. Sie ist aber auch noch auf nährstoffreichen Böden anzutreffen.

Damit kann sie auch Flußauen, Hochwasserdämme und Straßenränder besiedeln und große Populationen bilden. Dort kommt sie zusammen mit vielen anderen Orchideenarten vor.

Gefährdet ist die Art vor allem in den norddeutschen und ostdeutschen Bundesländern, die aufgrund ihrer Geologie nur wenige Kalkgebiete aufweisen und wo es dann auch nur kleine Populationen gibt.

Im Übrigen gehen Standorte durch Verbuschung verloren. Eine zunehmende Rolle spielt das verstärkte Auftreten von Wildschweinen, die diese Art in großem Umfang ausgraben und sich von den Knollen ernähren. [AHO, Foto]

 

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