Sumpf-Stendelwurz

Die Sumpf-Stendelwurz [Epipactis palustris; L.Crantz] ist von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen (AHO) in Deutschland zur Orchidee des Jahres 1998 gewählt worden, um auf eine Pflanze hinzuweisen, die in Deutschland von einem katastrophalen Rückgang betroffen ist.

Gleichwohl ist sie bislang in keinem Bundesland unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Sowohl der deutsche als auch der lateinische Name beziehen sich darauf, dass diese Art auf Feuchtbiotope angewiesen ist.

Sumpf-Stendelwurz

Die Sumpf-Stendelwurz wird zwischen 25 und 50 Zentimeter hoch. Aus unterschiedlichen Sprossen entwickeln sich häufig mehrere Blütentriebe.

Der Stängel trägt am Grunde 2 bis 3 braune Scheidenblätter, denen 6 bis 8 Stängelblätter folgen, die kurzscheidig und zweizeilig angeordnet sind.

Die Blätter sind längsrinnig und weisen vorspringende Längsnerven auf.

Das unterste Stängelblatt ist am breitesten, eiförmig zugespitzt und 5 bis 9 Zentimeter lang und zwischen 1,8 und 3,2 Zentimeter breit. Nach oben werden die Stängelblätter schmaler.

Das oberste Stängelblatt ist tragblattartig, erreicht den Blütenstand aber nicht. Der einseitswendige Blütenstand ist locker mit 4 bis 20 hängenden Blüten besetzt.

Die Blüten sind aufgrund ihrer weißen Grundfarbe unverwechselbar. Die Sepalen sind innen und außen braunrot überlaufen.

Die Petalen sind dunkler geadert mit rötlich überlaufenem Grund. Die Hinterlippe ist auf weißlichem Grund rot geadert, am Grunde mit einem orangegelben Nektar absondernden Mittelstreifen.

Die weiße Vorderlippe ist am Rande wellig gekerb, an der Basis trägt sie zwei vorn gelbrandige Längswülste.

Standorte und Verbreitung

Die Blütezeit beginnt Mitte Juni und endet Anfang August.

Die Art kann zwischen niedrigen Pflanzen auf trockeneren Standorten und hochwüchsigen Exemplaren in schattigen Waldstandorten variieren.

Bekannt sind auch Pflanzen, deren Blüten weniger rote Farbanteile aufweisen.

Diese Art ist in ganz Europa verbreitet und hat Vorkommen bis Sibirien und den Iran.

Die Sumpf-Stendelwurz gedeiht vor allem auf nährstoffarmen Feuchtwiesen und Mooren, aber auch in wechselfeuchten Dünentälern und Heideflächen.

Sie liebt basische Böden, gedeiht aber auch noch auf schwach sauren Böden.

Gefährdung und Schutz

Die Trockenlegung von Feuchtwiesen und Sümpfen sowie die Umwandlung von Grün- in Ackerland, auch die Aufforstung von Nasswiesen sowie das Brachfallen von landwirtschaftlich nicht nutzbarem Feuchtgelände haben seit dem Jahr 1900 zu einem Rückgang von 63 Prozent der Fundorte geführt.

In weiten Landschaften ist diese Art fast gänzlich verschwunden. Die Hauptvorkommen liegen heute in den Alpen und dem Alpenvorland, aber auch in den Feuchtbiotopen im Südwesten, einigen basischen Mittelgebirgen sowie dem Tiefland im Nordosten Deutschlands.

Der Schutz dieser Art erfordert eine Erhaltung der Feuchtbiotope mit einer hinreichend großen Schutzzone, um den Düngereintrag aus landwirtschaftlich genutzten Flächen in die Standorte zu vermeiden. [AHO, Foto]

 

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