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VertikutiererMit der Zeit bildet sich fast in jedem Rasen eine Filzschicht, die aus Moosen, abgestorbenen Gräsern und Unkräutern besteht: Diese Schicht wirkt - bezogen auf die hohen Niederschläge unserer Breiten - wie ein Schwamm, Licht und Luft können nicht bis zum Boden vordringen. Darunter leidet der Rasen. Also muss diese Filzschicht entfernt und die Bodenoberfläche leicht aufgerissen werden. Dazu wurde der Vertikutierer entwickelt, der dem Filz den Kampf ansagt und den Rasen zu neuem Wachstum anregt. Das Ergebnis sind optisch sattgrüne, unkrautfreie Rasenflächen, über die sich wie ein weicher Teppich laufen lässt. |
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Kräfteschonender geht es mit elektrischen oder benzinmotorgetriebenen Geräten: Bei ihnen arbeiten rotierende, scharfe Messer auf einer Welle, die vom Motor angetrieben wird. Spezialtechniken sind Rasenlüfter oder Federn, die auf einem Balken sitzen: Der wird gegen das Rasenmähermesser ausgetauscht. Beim Laufen des Mähers harken die Federn jetzt auf einer Kreisbahn durch den Boden. Der Nachteil dieses Systems ist als ein Kreis in der Rasenfläche zu erkennen, wenn der Vorschub des Geräts unterbrochen wird, ohne das Gerät anzukippen. Bekannt ist das System unter dem Namen 'Kraftharke'. Die Rasenlüfter oder Moosrupfer sind spezielle, sehr elastische Federzinken, die das Moos auskämmen, ohne in den Boden einzudringen: Meist arbeiten sie auf einer Walze vor dem Rasenmäher. Der Antrieb der Moosrupferwelle geschieht über Keilriemen, die vom Rasenmähermotor angetrieben werden. Der Luftstrom des Rasenmähermessers transportiert dann nach dem Schnitt das ausgekämmte Moos zusammen mit dem Schnittgut in den Fangkorb. Rasenlüfter sind aber auch als Einzelgerät zu bekommen. Diese Geräte benötigen zum Antrieb nur geringe Motorleistungen, was sich in einem günstigen Anschaffungspreis bemerkbar macht.
Klar, dass Elektrogeräte deutlich günstiger sind, als solche mit Benzinmotor: Vor- und Nachteile entsprechen denen anderer Gartentechnik. Beim Elektromotor muss ein Kabel zugeführt werden. Benzinmotoren liefern ein Mehrfaches an Kraft und Leistung. Einige Vertikutierer haben einen Fangsack, in dem der Filz direkt aufgenommen werden soll: Die schmalen Messer können aber keinen großen Luftstrom produzieren, der nötig wäre, um das Material effektiv zu fördern. Deshalb muss oft noch einmal mit Harke oder Laubbesen oder mit dem Rasenmäher nachgearbeitet werden, um allen Filz aufzunehmen. Die Vertikutierermesser schneiden neben dem Filz auch die Bodenoberfläche an: Dazu ist die Messerwelle höhenverstellbar. Die Messereindringtiefe sollte nur wenige Millimeter betragen. Ein tieferer Schnitt bringt für den Rasen nichts, kostet unnötig Energie und macht die Messer schneller stumpf. Wenn dann die Messer stehen bleiben und der Keilriemen quietscht, geht das ganz schnell zu Lasten der Motorlebensdauer. Elektromotoren überhitzen dabei sehr schnell, was dazu führt, das der eingebaute Thermosicherheitsschalter auslöst und das Gerät so lange stilllegt, bis der Motor abgekühlt ist. Die Messereindringtiefe sollte deshalb bereits nach dem ersten Meter überprüft und entsprechend eingestellt werden. Am vertikutierten Teilstück lässt sich sehr gut erkennen, ob die Messer in der richtigen Tiefe arbeiten. Das Einschneiden in den Boden ist wichtig, weil damit die verschlämmte Bodenoberfläche aufgebrochen wird, mit dem Effekt, dass das Wasser besser abtransportiert wird: Der Rasen wird durch den scharfen Schnitt zu neuem Breitenwachstum angeregt. Und das ist wiederum entscheidend dafür, dass Moos und Unkräuter verdrängt werden und sich der gewünschte Rasenteppich bildet. Der beruht auf dem starken Breitenwachstum der Rasengräser. Man sagt dazu, dass die Rasenpflanze sich möglichst gut bestockt.
Bei Bedarf ist das Gras erst einmal kurz zu mähen, das Schnittgut wird gesammelt: Dann wird Bahn für Bahn ohne große Überlappung der Vertikutierer eingesetzt. Auch dieses Material wird aufgenommen und entsorgt. Dann wird noch einmal vertikutiert, diesmal aber quer zum ersten Durchgang. Auch das dabei herausbeförderte Gut wird von der Rasenfläche entfernt. Damit ist der eigentliche Vertikutiervorgang abgeschlossen: Wer seinem Rasen zusätzlich etwas Gutes zukommen lassen will, bringt nun noch Dünger und vielleicht sogar noch Rasensamen auf. Das geschieht am Besten mit einem Streuwagen. Der bringt die erforderlichen Mengen gleichmäßig und genau aus und sorgt später für streifenfreies Grün. Der Streuwagen sollte in der Korngröße und damit in der Ausbringmenge einstellbar sein. Auf einem guten Streuwagen sind die entsprechenden Angaben in einer Tabelle zu finden. Gedüngt wird mit einem stickstoffbetonten Langzeit- oder speziellen Rasendünger: Auch Rasendünger mit Unkrautvernichter können zum Einsatz kommen. Um die Kosten niedrig zu halten hat sich in der Praxis ein Mischen des deutlich teureren Rasendüngers mit Unkrautvernichter mit einem normalen Rasendünger im Verhältnis 1:1 bewährt. Noch zwei Hinweise: Die Chemie des Unkrautvernichters ist zu berücksichtigen, und deshalb sollten die vorgeschriebenen Ausbringmengen genau eingehalten werden. Die Rasennachsaatmenge sollte bei 1o bis 15 g/qm liegen. Das Ausbringen von Dünger und Samen geschieht ebenfalls am Besten in zwei quer zueinander geführten Arbeitsgängen: Ist mit einer anschließenden Trockenperiode zu rechnen, sollte gründlich gewässert werden. Um den Rasen auch im Winter saftig und gesund aussehen zu lassen, empfiehlt sich ein weiterer Vertikutiergang spätestens Anfang Oktober: Eine leichte Düngergabe kann von der Rasenfarbe abhängig gemacht werden. Bei saftiger grüner Farbe kann darauf verzichtet werden, bei 'Gilb' empfiehlt sich eine kleine Gabe.
Ursache von Moosen ist immer ein Überschuss an Wasser, das nicht schnell genug von der Oberfläche abgeführt wird, oder nicht versickern oder verdunsten kann: In leichten Fällen helfen grobkörniger Sand, der gleichmäßig auf der Rasenfläche in einer dünnen Schicht aufgetragen wird. Bei Bedarf kann die Anwendung mehrfach wiederholt werden. Der Sand verschwindet übrigens nach einiger Zeit, sorgt aber im Boden für eine effektive Drainagewirkung. Auch Wind und Sonne sorgen für ein schnelleres Abtrocknen von Niederschlägen: Dazu muss vielleicht nur ein großer Baum aufgeastet oder eine hohe Hecke herunter geschnitten werden, damit der Wind seine Trocknerfunktion besser erfüllen kann. In hartnäckigen Fällen haben sich Oberflächendrainagen bewährt, die an Sickergruben oder mit Vorabscheider an Regenfallrohre angeschlossen werden.
In Bezug auf Sicherheit, Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit oder auch Arbeitsergebnis möchten wir aber auf ein paar Punkte aufmerksam machen, die beachtet werden sollten: Ein guter Vertikutierer sollte verwindungsfrei geschoben werden können, über gute und große Räder verfügen sowie über hochwertige Messer. Auch die Reparatur- und Ersatzteilfrage sollte in die Kaufüberlegungen einbezogen werden, bei elektrischen Geräten zusätzlich die Sicherheit des Bedieners. Ein guter Fachhändler hat auf alle diese Fragen eine entsprechende fachliche Antwort und kann ihnen trotzdem ein Markengerät zu oft erstaunlich günstigen Preisen anbieten. Denn das Preisdumping hat auch die Hersteller von Markengeräten zu Preisreduktionen gezwungen.
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