Muttertagskaktus: Kaktus des Jahres 2015

Die Deutsche Kakteen-Gesellschaft e.V. würdigt mit ihrer Entscheidung für den blühfreudigen Muttertagskaktus [Mammillaria zeilmanniana] eine populäre Art, die in letzter Zeit wieder öfter kultiviert wird.

Muttertagskaktus

Der Muttertagskaktus verdankt seine deutsche Bezeichnung der Blütezeit und seiner Beliebtheit als Geschenk zum entsprechenden Anlass, ist äußerst einfach in der Pflege und erfreut auch Kakteeneinsteiger ab Ende April mit einem violettroten, seltener weißen Blütenkranz rund um den Scheitel.

Mit erst kugelig, später länglich wachsenden dunkelgrünen Körpern, weißen, haarartigen Rand- und rötlichen Mitteldornen macht der Muttertagskaktus auch außerhalb der Blütezeit einen attraktiven, „wolligen“ Eindruck.

Mammillaria zeilmanniana wächst entweder platzsparend einzeln oder seitlich sprossend, sodass sie im Alter dekorative Polster bildet.

Mammillaria

Gemeinsame Merkmale aller Mammillarien [„Warzenkakteen“] sind die Auflösung der Kaktusrippen in Warzen und die aus dem Austrieb des Vorjahres kranzförmig erscheinenden, kleinen, aber zahlreichen Blüten.

Mit ihrem großen Artenreichtum gilt die Gattung Mammillaria nach wie vor als meist gepflegte Kakteengattung weltweit.

Vor drei Jahrzehnten noch als Anfängerkaktus schlechthin auf den Fensterbänken und in den Sammlungen der Liebhaber präsent, war Mammillaria zeilmanniana in der Zwischenzeit so gut wie aus dem Handel verschwunden und wird erst in jüngster Zeit wieder vermehrt angeboten.

Geschichte und Beliebtheit

Erstaunliche Parallelen zum Auf und Ab in der Beliebtheitskurve der Kulturform zeigen sich in der Entdeckungsgeschichte der Wildform.

Mammillaria zeilmanniana, in den 1920ern erstmals in den Wüstengegenden Mexikos aufgefunden, galt lange als verschwunden und wurde erst Ende der 1980ern im Habitat wiederentdeckt.

Die Erstbeschreibung der Art wurde im Jahr 1931 vom Kölner Kakteenforscher Friedrich Bödeker in der Monatsschrift der Deutschen Kakteen-Gesellschaft publiziert.

Mammillaria zeilmanniana ist im Washingtoner Artenschutzabkommen als schutzbedürftig klassifiziert.

Muttertagskaktus Pflege

Mammillaria zeilmanniana blüht auf der möglichst sonnigen bis halbschattigen Fensterbank, im Sommer aber auch auf Terrasse oder Balkon, eventuell mit Regenschutz, so lange einige Pflege-Grundregeln beachtet werden:

  • Auch Kakteen, als wasserspeichernde Pflanzen, benötigen in der Vegetationsperiode Wasser und Nährstoffe.
  • Abhängig von Standort und Wetter erhält Mammillaria zeilmanniana zwischen April und September alle ein bis zwei Wochen reichlich Wasser, bleibt aber nicht in überschüssigem Gießwasser stehen.
  • Vor dem nächsten Gießen sollte der Wurzelballen vollständig abgetrocknet sein.
  • Kakteendünger kann in flüssiger Form von April bis Ende August dem Gießwasser hinzugefügt werden.

Ruhephase und Überwinterung

Wie die meisten Kakteen legt Mammillaria zeilmanniana in unseren Breiten von Oktober bis März eine Ruhephase ein und wird nicht gegossen.

Der Muttertagskaktus überwintert frostfrei und kühl bei 5 bis 15 Grad Celsius: Die abgesenkten Temperaturen vermindern auf der einen Seite den Stoffwechsel der Pflanze und setzen auf der anderen Seite einen Reiz, der für einen erneuten Ansatz von Blüten im folgenden Jahr notwendig ist.

Umtopfen und Boden

Kakteen nehmen leicht beim oder nach dem Umtopfen durch Wurzelverletzungen und spätere Wurzelfäulnis Schaden. Umgetopfte Kakteen also nicht „angießen“, sondern einige Tage trocken stehen lassen.

Eingetopft wird in ebenfalls relativ trockenes Pflanzsubstrat, das durch mineralische Bestandteile aufgelockert ist [Sand, Kies, Splitt und/oder andere Zuschlagstoffe, zum Beispiel Bims, Blähton, Lava, Kieselgur oder auch Perlite]. [DKG, Foto]

 

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