Ringelblume als Heilpflanze

Die Ringelblume ist eine Sommerblume, botanisch ein einjähriges Korbblütengewächs mit einer etwa 20 Zentimeter langen Pfahlwurzel.

Die 30 bis 60 Zentimeter hohe Pflanze bildet an dem aufrechten, teilweise verzweigten Stängel ab Juni Blütenkörbchen, die je nach Sorte mehr oder weniger gefüllt sein können und farblich zwischen hellgelben und kräftigen Orangetönen variieren.

Ringelblume als Heilpflanze

Der NHV Theophrastus durch die Ringelblume [Calendula officinalis] zur Heilpflanze des Jahres 2009 gekürt.

Aus neun von zehn Therapeuten vorgeschlagenen Heilpflanzen ging sie als Siegerin hervor. Verschiedene Gründe führten zu der einstimmigen Wahl:

Zum einen sind Ihre medizinischen Wirkungen gut erforscht und wissenschaftlich bestätigt.

Zum anderen besticht diese Pflanze durch ihre sonnige Ausstrahlung und Lebenskraft.

Wissenschaftlich belegt ist zum Beispiel die positive Wirkung der Ringelblume bei schlecht heilenden Wunden einschließlich Unterschenkelgeschwüren, bei Verbrennungen und Ekzemen.

Nachgewiesen wurden ebenfalls blutfettsenkende, galleflussanregende und abwehrsteigernde sowie krebshemmende Eigenschaften. Traditionell wird die Ringelblume neben den bekannten äußerlichen Anwendungen auch innerlich eingesetzt, etwa bei:

  • Magen-Darm-Störungen,
  • Magengeschwüren,
  • Gallenbeschwerden,
  • Leberschwäche und
  • Menstruationsproblemen

Verwendung im 12. Jahrhundert

Auf das Nervensystem wirkt die Ringelblume beruhigend. Sie ist allein durch ihre warme orange Farbe in der Lage stimmungsaufhellend auf den Betrachter zu wirken.

Erste Aufzeichnungen über die Verwendung als Heilpflanze finden sich im 12. Jahrhundert bei Hildegard von Bingen. Sie empfiehlt Ringele bei Vergiftungen durch üble Speisen.

Pfarrer Kneipp empfahl sie besonders bei bösartig aussehenden Geschwüren. Und aus den Weltkriegen gibt es Berichte, dass mit Ringelblume schwere Verletzungen hervorragend geheilt wurden.

Der deutsche Name Ringelblume ist auf die ringförmigen Früchte der Pflanze zurückzuführen. Der Ursprung des wissenschaftlichen Gattungsnamens Calendula ist nicht eindeutig geklärt.

Über Jahrhunderte hinweg stand die Ringelblume bei Bauern als Wetterprophet in hohem Ansehen, denn sie faltet ihre Blüten zusammen, wenn schlechtes Wetter mit Regen aufzieht.

Bei vielen Völkern wird die Ringelblume als Symbol für die Unvergänglichkeit geschätzt, weil sie so langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht.

Aus diesem Grund war sie eine beliebte Grabpflanze und trug auch den Namen Totenblume.

Ringelblume im Garten

Die Ringelblume ist für den Hobbygärtner leicht zu kultivieren. Im April ausgesät, blüht sie vom Juni an bis zu den ersten stärkeren Frösten. Sie dient zur Abwehr von Fadenwürmern, indem man Gemüsebeete, Kartoffel- oder Erdbeerpflanzungen mit Ringelblumen umrandet.

Als sogenannter Gründünger sorgt sie für eine Bodenverbesserung, da sie durch ihre Pfahlwurzeln die Erde tief lockert, die Restnährstoffe aus dem Boden bindet und damit vor Auswaschung bewahrt.

Abgeschnitten, zerkleinert und leicht angetrocknet, kann die Pflanze dann oberflächlich in den Boden eingearbeitet werden.

Verwendung der Ringelblume

Für Heilzwecke werden die voll entfalteten Blüten gesammelt. Zur weiteren, häuslichen Verarbeitung verwendet man nur die abgezupften, orangefarbenen Blütenblätter.

Ob man einen wässrigen Aufguss, eine Salbe oder eine Tinktur bereitet, hängt davon ab, welche Wirkung erzielt werden soll. Der wässrige Aufguss wirkt zum Beispiel:

  • schmerzstillend,
  • pilzabtötend,
  • bakterien- und
  • virenhemmend

Entzündungshemmende Stoffe werden durch einen Alkoholaufguss gelöst, welcher weiter verarbeitet werden kann.

Und wer die heilende Wirkung auf die Haut nutzen möchte, der sollte ein Ringelblumenöl oder eine Salbe bevorzugen. Wem das alles zu viel Aufwand bedeutet, der kann natürlich Ringelblumenprodukte zu Heilzwecken im Reformhaus oder der Apotheke käuflich erwerben.

Übrigens ist auch in vielen kosmetischen Produkten zur Schönheitspflege, in Lippenpomaden oder Zahncremes Calendula enthalten.

Ringelblumen können Abwechslung und Farbe auch in die Speisen bringen.

Die filzig behaarten Blätter erzielen eine interessante geschmackliche Note in Blatt- oder Wildkräutersalaten.

Die Blütenblätter sind für verschiedene herzhafte Brotaufstriche, Blütenbutter, Suppen oder in Kuchen verwendbar. [NHV,Foto]

 

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