Gartenteiche und Libellen

Die Blaugrüne Mosaikjungfer stellt sich als erste am Gartenteich ein. Schießt sie zum ersten Mal mit knisternden Flügeln über das Wasser, ist das für Teichbesitzer so etwas wie ein Qualitätstest. Denn findet das Gewässer vor den Libellenaugen Gnade, erscheint sie öfter. Schließlich legt sie am Boden, an Steinen und Holz rund um den Teich Eier ab.

Gartenteiche und Libellen

Die Prüfung durch die große, auffällig grünblau gefleckte Fliegerin ist kritisch: Wasser allein genügt ihr nicht. Kahle Wasserbecken bieten dem Nachwuchs weder Nahrung noch Unterschlupf.

Ein Saum aus Sumpfpflanzen und Wasserpflanzen wie Gelbe Wasseriris, Blutweiderich, Froschlöffel, Fieberklee oder Gilbweiderich ist unabdingbar. Gräser gehören dazu, wie Seggen und Simsen, Rohrkolben oder Igelkolben.

Auf der Wasseroberfläche sollten Schwimmpflanzen wie Seerose, Froschbiss [Hydrocharis morsus-ranae], Krebsschere oder Wassernuss treiben. Dank ihrer Hilfe bleibt das Wasser auch ohne menschliches Zutun sauerstoffreich und sauber. Es kommt ins ökologische Gleichgewicht.

Bringen noch Unterwasserpflanzen wie das Tausendblatt [Myriophyllum] oder die Wasserfeder [Hottonia palustris] Leben in das Gewässer, besteht die Chance, dass auch die rote Heidelibelle, die zierliche Frühe Adonislibelle und die kleine Hufeisen-Azurjungfer Gefallen an ihm finden.

Dann kann beobachtet werden, wie die Heidelibelle in wippendem Flug ihre Eier an Pflanzen oder auf der Wasseroberfläche ablegt und die Adonislibelle sie – bewacht von dem Männchen – unter die Blätter der Schwimmpflanzen schiebt.

Zwei bis drei Jahre dauert die Entwicklung der großen Mosaikjungfer: Die kleineren verbringen ein Jahr im Teich, bevor sie den Wechsel vom feuchten ins luftige Element wagen.

Nicht zu gründlich säubern

Allzu gründliches Saubermachen des Teiches im Herbst oder nach dem Winter stört oder zerstört den Lebensraum der kommenden Libellengeneration.

Muss der Teich gereinigt werden, weil sich zu viel Pflanzenreste am Grunde gesammelt haben, sollte die Reinigungsaktion möglichst über mehrere Jahre, immer nur in Teilbereichen in Angriff genommen werden.

Nach der Entwicklungszeit klettern die Larven an den Pflanzenstängeln aus dem Wasser heraus und klammern sich in ausreichender Höhe fest. Wenig später platzt die Haut hinter dem Kopf auf und die künftige geflügelte Schönheit schiebt sich ans Licht.

Noch ist sie weich, empfindlich, hilflos und völlig darauf angewiesen, dass die nun leblose Larvenhülle fest genug am Halm sitzt, um sie vor dem Absturz in das nun feindliche Element Wasser zu bewahren.

Nur raue Halme, wie die der Seggen [Carex], bieten idealen Halt, damit das Leben außerhalb des Wassers nicht endet, bevor es richtig begonnen hat.

Schließlich ist die Haut fest, die Flügel glitzern klar und bald schießen sie über das Wasser, jagen einander, sonnen sich auf Halmen und Blüten. Ein buntes Stück Leben am Gartenteich. [CMA, GTD Foto]

 

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