Schwanenblume: Blume des Jahres 2014

Die Schwanenblume: Blume des Jahres 2014! Die Stiftung Naturschutz Hamburg und Loki Schmidt Stiftung möchte die Schwanenblume [Butomus umbellatus], eine auffällige, attraktive Röhrichtpflanze, und ihren Lebensraum ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Die Schwanenblume hat viele Namen

Die Schwanenblume hat viele Namen, unter anderem Storchblume [Westpreußen] und Storchenblume [Weser und Mark Brandenburg].

Bei diesen Bezeichnungen ist die Pflanze wohl wegen den langen, dünnen Doldenstiele und der rötlichen, weißen Blütenfarbe nach dem Storch benannt.

Andere Namen sind Wasserpferd oder Seepferd [Anhalt], Wasserliesch, Blumenbinse, Doldige Schwanenblume oder Wasserviole.

Die Namensgebung Schwanenblume bezieht sich auf den schwanenhalsartig gebogenen Griffel.

Der Name Blumenbinse sollte vermieden werden, da er zu Verwechslungen mit der eigentlichen Blumenbinse [Scheuchzeria palustris] führt.

Der botanische Gattungsname Butomus leitet sich aus den griechischen Wörtern bous für Ochse und temnein für schneiden ab.

Dies bezieht sich auf die irrtümlich für scharfschneidig gehaltenen Blätter, an den sich Rinder verletzen könnten. Der Artname umbellatus bedeutet schirmförmig und weist auf den doldigen Blütenstand hin.

Die Schwanenblume ist weit verbreitet

Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst die gemäßigten Klimazonen Europas, Asiens und Nordafrikas. In Mitteleuropa ist die Schwanenblume vielerorts selten geworden.

Häufiger ist sie noch in den großen Flusstälern der Ebene anzutreffen Im Bergland fehlt sie, abgesehen von wenigen Flusstälern.

In Nordamerika wurde die Schwanenblume als Zierpflanze eingeführt und ist dort ausgewildert.

In einigen Staaten hat sie sich so stark ausgebreitet, dass sie als invasive Art angesehen wird. Darunter versteht man gebietsfremde Arten, die in Konkurrenz zu einheimischen Arten treten und diese verdrängen oder andere Probleme verursachen.

Schwanenblume: Blume des Jahres 2014

Butomus umbellatus ist ein typischer Vertreter der Auen, sie kommt als Pionierpflanze auf schlammigen und nährstoffreichen Böden vor, insbesondere bei wechselnden Wasserständen.

Größere Bestände sind beispielsweise in Auengewässern der Oder, der Elbe und des Rheins zu finden.

Die Schwanenblume hat sich als Stromtalpflanze an die Dynamik des Hochwassers angepasst und erträgt nicht nur eine immer wiederkehrende Überflutung, sondern benötigt sie zum Teil sogar.

Die Fluten der Hochwässer bringen Sand, Schlick, abgestorbene Pflanzenteile sowie Samen heran, die beim langsamen Zurückgehen des Wassers in den Auen abgelagert werden. Die darin enthaltenen Nährstoffe werden danach langsam freigesetzt.

Die Schwanenblume teilt ihren Lebensraum mit weiteren bedrohten Arten wie dem Einfachen Igelkolben, der Krebsschere, der Sumpfschrecke, der Kleinen Mosaikjungfer, dem Moorfrosch und zahlreichen Vogelarten.

Die Schwanenblume auf der Vorwarnliste!

Die Schwanenblume wird auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten der Bundesrepublik Deutschland geführt, da ihre Bestände zurückgehen.

Ursache des Rückgangs sind unter anderem die intensiven Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser, welche seit Jahrzehnten die Aue ihrer natürlichen Dynamik und Rückhaltefunktion berauben.

Auch Entwässerungsmaßnahmen, Flussausbau und die Konkurrenz durch Ufer-Hochstauden oder Weidengebüsche gefährden den Lebensraum der hübschen Schwanenblume.

Flussauen und ihre Lebensgemeinschaften werden stark beansprucht: Geschützt von Deichen breiteten sich Siedlungen und Gewerbe aus, wo früher der Fluss über die Ufer trat. Abwasser wurde eingeleitet und lagerte sich als Schadstoff ab.

Die Intensivierung der Landwirtschaft machte auch vor Flussauen und Marschgebieten nicht halt.

Künstliche Gewässer wie Gräben, Kanäle und Bodenentnahmestellen, an deren Ufer die Schwanenblume Ersatzlebensräume gefunden hatte werden oft so intensiv gemäht und geräumt, dass die Schwanenblume zurückgeht.

Die intensive Düngung landwirtschaftlicher Flächen sowie die Verfüllung der Gewässer oder ihr Ersatz durch unterirdische Drainagen nehmen der Schwanenblume die Lebensräume. [SNH, Foto]

 

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