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Rasenpflege: Rasen mähen, düngen, beregnen

Rasenpflege lässt sich mit Mähen, Düngen und Beregnen auf den Punkt bringen: Aber gerade beim Düngen werden häufig Fehler gemacht, die als Resultat zu einem übertrieben schnell in die Höhe sprießendem oder unterversorgten Rasen führen. Insbesondere dann, wenn der Rasen neu angelegt oder erneuert wurde, muss er mit den richtigen Pflegemaßnahmen dauerhaft erhalten werden, unterstreicht die Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

 
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19/09/2005 [#] Der Gartennewsletter: Die Gartenwoche im Überblick.

Rasenmähen
Regelmäßiges Rasenmähen fördert die Dichte des Rasens: Die Gräser bilden neue Seitentriebe, neue Blätter und Ausläufer. Zudem werden nicht schnittverträgliche Kräuter in ihre Schranken verwiesen. Die Schnitthöhe wirkt sich auf die Narbendichte und das Wurzelwerk aus. Kurz gemähter Rasen zeigt höhere Narbendichte, jedoch geringere Wurzelentwicklung. Eine Schnitthöhe zwischen 3,5 und 5 cm ist optimal, im Schatten jedoch nicht unter 4,5 cm.

Häufiger Fehler bei der Rasenpflege ist ein zu kurzer Schnitt: Werden die Gräser zu tief abgeschnitten, trocknet der Boden schneller aus, und freigelegte Wurzeln sterben ab. Dadurch verzögert sich der Wiederaustrieb, und der Breitwuchs ist gestört. Die Kahlstellen werden mit Unkraut besiedelt. Wenn die Gräser nach einer längeren Mähpause einmal höher gewachsen sind, sollten sie in mehreren Etappen auf die normale Länge zurückgeschnitten werden, das bedeutet: niemals mehr als die Hälfte der Aufwuchshöhe auf einmal abschneiden.

In unseren Breiten wachsen die Gräser im Frühsommer am stärksten, im Hochsommer dagegen wenig, denn die Trockenheit verlangsamt das Wachstum. Ein erneuter Wachstumsanstieg erfolgt im September, danach verlangsamt sich das Wachstum erneut im späteren Herbst und Winter. Für einen Hausrasen können 2o bis 4o Schnitte pro Jahr angegeben werden.

Beim Mulchen verbleibt das Schnittgut auf der Rasenfläche: Das Schnittgut soll durch Bodenorganismen mineralisiert werden, und die enthaltenen Nährstoffe sollen dann den Gräsern wieder als Nahrung zur Verfügung stehen. Zudem erspart das Mulchen auch die oft teure Entsorgung des Schnittgutes. Für ein erfolgreiches Mulchen wird ein geeigneter Mulchmäher benötigt. Weiterhin sind folgende Bedingungen notwendig:

Der Rasen sollte möglichst trocken sein, das Schnittgut darf nicht zu lang sein, es muss also häufiger als üblich gemäht werden [2 mal pro Woche in der Hauptwachstumszeit], das Schnittgut darf nicht verklumpen und muss gleichmäßig auf der Fläche verteilt sein, das Schnittgut muss mineralisiert werden und darf sich nicht an der Bodenoberfläche als undurchlässige, schmierige Schicht [Filz] anreichern. Ist das Mulchen nicht möglich, dann sollte das Schnittgut auf den Kompost gebracht werden.


Düngen
Viele Rasenflächen leiden unter Nährstoffmangel: Erkennbar ist Nährstoffmangel am einfachsten an der nachlassenden Grünfärbung und am geringen Zuwachs. Ohne Wachstum gibt es jedoch keinen dichten, grünen Rasen. Ist der Boden an Nährstoffen verarmt, breiten sich Moos und Unkräuter aus. Wichtige Nährstoffe sind Stickstoff, Phospat, Kalium sowie Magnesium und Spurennährstoffe. Diese greifen in verschiedene Prozesse in der Pflanze ein und haben eine positive Wirkung:

Stickstoff [N]: ständiges Wachstum [Blattbildung, Bestockung, Bestand], Grünfärbung [Chlorophyllbildung], Regenerationswachstum, Aufbau von Zellen [Baustein für Eiweißbildung und Phytohormonen], Grünfärbung [Chlorophyllbildung]

Phosphor [P]: Wurzelwachstum, Steuerung von Wachstumsprozessen, Regulation des Energiehaushaltes

Kalium [K]: Festigung des Gewebes [Stärkung gegen Krankheiten], Reservestoffeinlagerung [Winter], mechanische Widerstandskraft, Regulierung des Wasserhaushaltes [Stärkung gegen Trockenheit], Steuerung und Optimierung des Stoffwechsels.


Dünger und Düngermenge
Spätestens alle 3 Jahre sollte der Nährstoffgehalt des Bodens analysiert werden und sich die Düngung an den Analysewerten orientieren: Der Jahresstickstoffbedarf unterscheidet sich je nach Rasentyp, Nutzung und Bodenart. Für einen Hausgartenrasen mit Abtransport des Schnittgutes liegt der Stickstoffbedarf je nach Belastungsart im Bereich von 1o bis 24 Gramm Reinnährstoff pro Quadratmeter und Jahr. Der Bedarf der anderen Hauptnährstoffe [Phosphor, Kalium] ist im Verhältnis vom Jahresstickstoff abhängig: Allgemein gilt das Verhältnis von N:P:K = 3:0,5:2.

Landwirtschaftliche oder gärtnerische Dünger haben für die Belange des Rasens eine falsche Nährstoffzusammensetzung: Sie wirken zu schnell und der Düngeeffekt ist nur von kurzer Dauer. Außerdem regen sie in erster Linie das Höhenwachstum an, und der Rasen produziert eine Unmenge an Schnittgut. Zudem besteht bei Regen die Gefahr der Nitratauswaschung und somit einer Verschmutzung des Grundwassers.

Rein organische Dünger besitzen einen zu geringen Nährstoffgehalt und ein für Rasen ungeeignetes Nährstoffverhältnis. Die Wirkung ist zudem nicht kontrollierbar. Damit alle Nährstoffe in der richtigen Form und Menge auch zur Verfügung stehen, gibt es die speziellen Rasenlangzeitdünger. Gute Rasenlangzeitdünger enthalten die Nährstoffe im richtigen Verhältnis, wirken lang anhaltend, verbrennen den Rasen nicht und fördern das Dichtewachstum. Entsprechend ihrer Zusammensetzung werden Langzeitdünger von Kurzzeitdüngern und Kombinationsdüngern unterschieden.

Mineralische Kurzzeitdünger sind sofort verfügbar, haben aber keine anhaltende Wirkung. Mineralische Langzeitdünger hingegen geben ihren Nährstoffvorrat über einen längeren Zeitraum in dosierter Form ab. Diese bestehen ganz oder überwiegend [über 8o Prozent] aus langsam wirkenden N-Formen synthetisch-organischer oder natürlich-organischer Art sowie umhüllten Düngern.

Art und Anteil des Stickstoffs sind entscheidende Qualitätsmerkmale eines Rasendüngers: Jede N-Form hat unterschiedliche Auswirkungen auf Wachstum, Grundwasserbelastung und Langzeitwirkung. In Abhängigkeit von der Herstellung [KWL-N und KWUL-N] und dem Gesamt-Stickstoff sind die verschiedenen Rasendünger von dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft den verschiedenen Wirkungstypen zugeordnet.


Düngertermine
In unseren Breiten wachsen die Gräser im Frühsommer am stärksten, im Hochsommer dagegen wenig, denn die Trockenheit verlangsamt das Wachstum. Ein erneuter Wachstumsanstieg ist im September zu verzeichnen, dann verlangsamt sich das Wachstum erneut im späteren Herbst und Winter. Durch gezielte Düngergaben lassen sich erwünschte Abläufe unterstützen oder unerwünschte Abläufe beeinflussen.

Der Dünger sollte vor oder zwischen den Wuchsmaxima im Frühjahr oder Sommer ausgebracht werden. Reine Zierrasenflächen ohne Belastung werden zweimal pro Jahr gedüngt. Auch Langzeitdünger sollten zweimal statt einmal im Jahr verwandt werden. Der Abbau ist abhängig von der Witterung, wobei die angegebene Abbauzeit bei einer Temperatur von 2o Grad Celsius berechnet wird. Oft liegen aber bereits im Mai schon die Temperaturen über 2o Grad.

Die erste Düngung mit einem Langzeitdünger erfolgt zum Wachstumsbeginn im Frühjahr [Mitte April], die zweite Düngung im Juli. Belasteter Rasen wird in aller Regel dreimal im Jahr mit Langzeitdünger gedüngt. Mögliche Zeiträume sind März oder April, Juni und August. Je stärker die Nutzung und je höher der Verschleiß der Gräser ist, desto mehr Nährstoffe werden zum Auswachsen der Schäden benötigt. Eine vierte Düngung im Herbst [Oktober] mit einem speziellen Dünger mit viel Kalium hilft dem Rasen besser über den Winter. Im Schatten von Bäumen wachsende Gräser benötigen mindestens eine dreimalige Düngung im Jahr, da die Bäume dem Boden ebenfalls Nährstoffe entziehen.


Beregnen
Rasengräser bestehen zu fast 9o Prozent aus Wasser: Ohne Wasser wird der Rasen gelb und die Gräser sterben ab. Der Wasserbedarf eines Rasens hängt wesentlich von den Temperatur- und Bodenverhältnissen [Durchlässigkeit] sowie von dem jeweiligen Rasentyp und vom Relief ab. Vor Welkebeginn sollte der Rasen im Abstand von 7 bis 14 Tagen am besten frühmorgens wurzeltief durchfeuchtet werden, das bedeutet, das Wasser sollte 1o bis 15 cm in den Wurzelbereich eindringen. Daraus ergibt sich je nach Bodenart etc. eine Beregnungsmenge von 15 bis 25 l/qm. So bleiben die Wurzeln in den tieferen Bodenschichten.

Zu häufiges Beregnen mit geringen Wassergaben sollte ebenso vermieden werden wie Bewässern mit zu hohen Wassermengen, beides verursacht ein flaches Wurzelwachstum. Die beste Zeit zum Beregnen ist frühmorgens, damit der Bestand schnell wieder abtrocknet im Laufe des Tages. Gräser unter Bäumen benötigen häufiger Wasser.


Siehe auch:
- Rasenpflege [Alter Rasen, Rasenneuanlage]
- Unterflurbewässerung für den Garten
- Bewässerungssysteme für den Garten
- Rasenmäher, Mulchmäher, Rasentraktoren
- Rasenmäher und die Wintermonate
- Was hilft gegen Löwenzahn im Rasen?

 
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