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Gartenhäcksler

Gartenhäcksler oder schlicht Häcksler, nach dem englischen Shredder in Deutschland auch gern als Schredder bezeichnet, sind neben dem Rasenmäher das wichtigste Hilfsmittel für die Gartenarbeit: Sie machen aus großen, sperrigen Haufen von Gartenabfällen aller Art bestes Ausgangsmaterial für den Komposthaufen oder das Mulchen. Bei beiden Arten der Verwendung von Gartenabfällen verwandeln dann Kleinstlebewesen, Regenwürmer, Kellerasseln, Pilze und andere das Häckselgut in besten Humus.

 
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12/08/2005 [#] Der Gartennewsletter: Die Gartenwoche im Überblick.

Info: //Gartentechnik.com findet Ihren Fachhändler vor Ort und listet gebrauchte Gartenhäcksler - auch zum Mieten. Gartentechnik.de listet Hersteller und Importeure und liefert News rund um Gartenhäcksler.


Das Mulchen ist dabei eher eine Sonderform, die ruhig öfter angewandt werden sollte: Hierbei wird eine dünne Schicht Häckselgut oder Rasenschnitt [maximal 3 bis 5 cm] direkt auf Beeten oder Pflanzflächen locker aufgebracht. Die Schicht verhindert die Austrocknung des Bodens, bei zuviel Regen die Verschlämmung der feinen Bodenteilchen und ist Schutz und Nahrungsgrundlage für die Kleinstlebewesen. Auf Dauer wird so der Humusanteil im Boden erhöht, der damit die Bodengare verbessert, die wiederum für die Stabilität der Böden verantwortlich ist. Nützlicher Nebeneffekt der Bodenbedeckung ist der Rückgang an Ungräsern, die nur bedingt keimen. Solche bedeckten Böden lassen sich länger und leichter bearbeiten, speichern in Trockenzeiten das wichtige Wasser länger und sind Lebensgrundlage für eine viel artenreichere Fauna. Das Mulchen hat also sehr viele Vorteile.

Beim Kompostieren im Komposthaufen wird das Material ebenfalls in hochwertigen Humus umgewandelt: Bei richtigem Aufbau und Zusammensetzung des Kompostes laufen die Vorgänge bei höheren Temperaturen aber insgesamt schneller ab. Heraus kommt wieder idealer Humus, der schnell selbst gemacht ist und nichts kostet. Wir werden den Betrieb eines Komposthaufens deshalb einmal gesondert darstellen.


Entscheidende Kaufkriterien
Beim ersten Kauf eines Gartenhäckslers machen sich die meisten Nutzer wenig Gedanken über das Material, das zu zerkleinern ist: Das erst beste, meist billigste Angebot wird gekauft. Aststärken von 4o mm scheinen ausreichend zu sein, niemand denkt an weiche Materialien, Wurzeln oder sperriges Material. Und genau bei diesen Sonderfällen entscheidet sich die Qualität eines Gartenhäckslers. Denn es gibt fast keinen Garten, in dem im Laufe eines Jahres so etwas nicht anfallen würde.

Tritt dann einer der besagten Fälle ein, wird der Frust schnell groß: Das Gerät ist dauernd verstopft, die Arbeit geht nicht voran, manches lässt sich gar nicht häckseln. Dann wird das billige Gerät zu einer teuren Hypothek. Wer kann es wieder in Gang bringen oder wer schärft und wechselt die Schneidwerkzeuge aus? Für Erst- aber auch Zweitkäufer eines Gartenhäckslers, kann deshalb der mit Abstand wichtigste Rat nur der sein, sich von einem Fachmann intensiv beraten zu lassen. Baumärkten und Discountern fehlt es meist an Fachpersonal.

Deshalb ist der Weg zu einem Motorgerätefachbetrieb mit Werkstatt und technischem Hintergrund der erste Schritt zum Erfolg bei der Arbeit mit einem Gartenhäcksler: Selbst wenn die Anschaffungskosten höher liegen, rechnet sich die schneller und leichter getane Arbeit allemal. Als 'ideal' für den kaufwilligen Kunden sind dann noch die Fachhändler, die Maschinen im Garten vorführen, oder entsprechende Geräte während des Verkaufsgespräches in Betrieb zeigen können. Der Käufer sollte bei der Vorführung darauf achten, dass die Materialien verarbeitet werden, die bei ihm später auch wirklich anfallen. So lässt sich am ehesten erkennen, ob das Gerät wirklich in Frage kommt.

Das heutige Angebot an Geräten ist von solch einer Vielfalt, dass es für jemanden, der nicht öfter damit Umgang pflegt, völlig unübersichtlich ist: Das liegt an den vielen verschiedenen Schneidsystemen, die den Häckslern ihre Nachteile abgewöhnen sollen. An erster Stelle steht der hohe Lärmpegel. Die Stiftung Warentest kritisierte dies einmal mit folgendem Satz: "Nach wie vor sind viele der praktischen Helfer eine Lärmquelle erster Güte. Besonders laut sind die Modelle mit den Messerschneidwerken." Die Hersteller entwickelten gegen den Lärm etwa die langsam laufenden Walzenhäcksler. Sie schaffen aber wiederum deutlich weniger, mit der Folge, dass sich der Zeitaufwand merklich erhöht.


Gartenhäcksler lassen sich zunächst einmal nach der Art ihrer Verwendung klassifizieren, aber auch nach ihren Antrieben, oder ihren Schneidsystemen:

Antrieb
Fangen wir mit den Antrieben an. Die unterste Preis- und Leistungsklasse sind die Hobbyhäcksler: Mit den eingebauten 23o V-Elektromotoren erreichten sie in der Vergangenheit maximale Leistungen bis 2.ooo Watt und verarbeiteten maximale Aststärken irgendwo um 35 bis 4o mm. In Anbetracht der bei geringen Motorleistungen höheren Verstopfungsgefahr fristet diese Einstiegsklasse nur noch ein kümmerliches Dasein. "Fast unverkäuflich" sagen Branchenkenner heute zu dieser Leistungsklasse.

Deshalb werden die meisten Gartenhäcksler heute im Bereich zwischen 2.ooo und 2.5oo Watt verkauft, und das im Gegensatz zu früher auch in Baumärkten. Wer also genau weiß, dass sein Häckselgut weit überwiegend bei Aststärken zwischen 3o und 35 mm liegt, kann hier in dieser erhöhten Leistungsklasse zugreifen. Im anderen Fall bleibt es dabei: Lieber ein bisschen Reserve nach oben, also ein noch größeres Gerät, und das auch nur nach Beratung gekauft.

Schon deutlich mehr Leitung kann aus Motoren herausgeholt werden, die mit einem 38o V-Anschluss zurechtkommen: Diese Starkstrommotoren bringen es auf Leistungen ab 3,o kW und ihre Schneidsysteme schaffen Aststärken bis 8o und mehr Millimeter.

Danach kommen die Gartenhäcksler, die mit einem Benzin- oder sogar Dieselmotor angetrieben werden: Ihre Leistung nimmt natürlich mit der des Motors zu, ebenso die zu verarbeitenden Aststärken. Aus der Motorisierung mit einem Verbrennungsmotor ergibt sich ein Problem: Da Gartenhäcksler im Privatbereich in der Regel nur sehr wenige Male im Jahr eingesetzt werden, kann es hier zu Startschwierigkeiten kommen. Bei einem starken elektrischen Antrieb ist dies nicht der Fall.

Der Vollständigkeit halber soll noch die Antriebsmöglichkeit über eine Zapfwelle erwähnt werden: Sie spielt aber nur für Besitzer von Traktoren oder Kommunalschleppern eine Rolle. Um allen Bedürfnissen entgegenzukommen, legen die Hersteller ihre größeren Gartenhäcksler dann auch meist in allen möglichen Antriebsvarianten auf.


Schneidsysteme
Die ersten Gartenhäcksler wurden mit einfachen Messersystemen ausgestattet: Zwei oder drei Messer, auf einer vom Motor angetriebenen, rotierenden Scheibe, bemühten sich, das Häckselgut klein zu kriegen. Bei der hohen Umdrehungsgeschwindigkeit der Messer schlugen die zugeführten Äste wild durcheinander, was manchmal zu Verletzungen führte. Das Problem 'schlagende Äste' wurde durch neu konstruierte Astzuführungen ausgeschaltet und ist heute als gelöst anzusehen.

Alle die mit der Motordrehzahl arbeitenden Gartenhäcksler ['Schnellläufer' genannt] kämpfen mit dem Problem Lärm: Auch umfassende Maßnahmen zur Lärmvermeidung, etwa isolierte Einwurftrichter, haben das Krachmachen reduziert, aber eben nicht zufrieden stellend. In solchen Fällen wird dann immer die Drehzahl der Motoren heruntergesetzt, um dem Lärm zu begegnen.

Bei den Häckslern wurden dazu spezielle Getriebe entwickelt, die aus den schnellen Läufern langsame machte: Und diese als Walzenhäcksler bezeichneten Geräte sind dann auch konkurrenzlos leise. Ihre Walze erfasst das Häckselgut, zieht es selbst ein, und zerquetscht es an einer Druckplatte oder -walze. Die geringere Drehzahl lässt aber auch den Durchsatz deutlich sinken.

Ein anderes Zerkleinerungssystem ist die Spindel: Sie ist in gewisser Weise eine Sonderform der Walze. Dabei zieht eine Art Förderschnecke das Häckselgut selbsttätig ein und quetscht und schneidet es anschließend. Ebenso ist es bei der Wendel, die von verschiedenen Anbietern eingebaut wird. Noch eine Besonderheit ist das Kegelkopfschneidwerk eines Herstellers. Hier sind auf einem schweren, rotierenden Kegel Messer montiert. Gewicht und Form des Kopfes sorgen für Laufruhe, Selbsteinzug und Vermeiden das Schlagen von langen Ästen.

Die genannten Systeme einschließlich der Besonderheiten sind heute die Grundprinzipien, nach denen Gartenhäcksler funktionieren: Dazu gibt es jede Menge Varianten und Verfeinerungen. Und jedes System hat Vor- und Nachteile. Das eine eignet sich mehr für Astwerk, das andere mehr für Laub und weiche Abfälle, das eine schafft in einer Stunde viel Material, das andere nur wenig. Welches sich für den Einsatz in Ihrem Garten als optimal darstellt, kann Ihnen in jedem Fall Ihr Motorgerätefachhändler sagen.


Das Problem aller Gartenhäcksler: Verstopfungen
Etwas schwieriger zu lösen sind die Verstopfungen, unter denen Gartenhäcksler leiden: Dies ist oft auf falsche Beschickung durch den Bediener zurückzuführen, der zu schnell zu viel Material in den Trichter stopft. Oder es gelangen Materialien wie Steine in den Gartenhäcksler, die dem Schneidsystem im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen bereiten.

Das Beseitigen von Verstopfungen ist sehr zeitaufwendig und ärgerlich: Wenn dann erst noch Spezialwerkzeug gesucht werden muss, um die Schneidwerkzeuge freizulegen, kommt schnell Frust auf, weil die Arbeit nicht vorangeht. Immer mehr Hersteller bauen deshalb 'Rückwärtsgänge' ein, die die Werkzeuge freilaufen lassen. Relativ neu ist die Idee, die vor- oder rückwärtige Laufrichtung zum Zerkleinern von unterschiedlichen Materialien zu verwenden.

Der Erfinder des Kegelkopfschneidwerkes hat die Vorteile der Elektronik gegen das Verstopfen genutzt: Dazu hat er eine 'intelligente' Technik entwickelt, die erkennt, wann die Drehzahl sinkt. Zuerst wird dann einmal kurzzeitig ein Mehrfaches an Strom aus dem Netz gezogen. Wenn das immer noch nicht reicht, und der Gartenhäcksler trotzdem stehen bleibt, lässt die Elektronik die Schneidwerkzeuge kurz rückwärts laufen und versucht dann selbsttätig einen neuen Anlauf nach vorne, bis sich das Ganze wieder rund dreht. So lassen sich ungewöhnlich starke Äste verarbeiten. Dabei ist der Gartenhäcksler noch leiser als andere.

Der Benutzer eines Gartenhäckslers entscheidet im übrigen mit der Art seiner Beschickung selbst am meisten über Erfolg: sprich ein schnelles und gutes Arbeitsergebnis, oder über den Misserfolg, sprich Verstopfung, und die damit zusammenhängende Arbeitsunterbrechung, Zeitverlust oder nur geringen Durchsatz.

Dazu ein Tipp: Die Drehzahl eines Häckslermotors ist ein guter Anhaltspunkt für eine bevorstehende Verstopfung. Beim Zuführen von Häckselmaterial fällt die Drehzahl immer ab, was sich in einer Veränderung des Arbeitsgeräusches äußert. Unter einem bestimmten Punkt stirbt dann der Motor schlagartig ab, der Gartenhäcksler ist verstopft. Mit ein wenig Übung lässt sich der entscheidende Punkt, an dem das Schneidsystem noch ohne Stillstand arbeiten kann, gut heraus hören. Verstopft das System trotzdem einmal, muss die zugeführte Menge reduziert werden. Und ist dies der Fall, arbeiten die meisten Gartenhäcksler im Rahmen ihrer Möglichkeiten ordentlich. Verstopft das Gerät dann doch noch immer, sollte ein anderes Zerkleinerungssystem in Erwägung gezogen werden.

Bei einfachen Häckslern wird Verstopfung damit begegnet, in dem die unteren Öffnungen möglichst groß gehalten werden. Unter den Schneidsystemen angeordnete Ab- und Ausräumer erfüllen die gleiche Aufgabe. Die nächste technische Lösung zur Zerkleinerung waren dann Gartenhäcksler mit eingebauten Hammerwerken: Hier schlagen pendelnd aufgehängte Flacheisen das Material kurz und klein und befördern es anschließend durch eine Art Grill, dessen Stababstand die Größe des gehäckselten Gutes bestimmt. Diese Geräte finden sich aber erst in höheren Preisklassen. Ihr Vorteil: Sie schlucken fast alles, selbst Kisten, Styropor oder Tontöpfe bereiten ihnen kein Kopfzerbrechen.


Sicherheit
In unserem ersten Artikel über Gartenhäcksler aus dem Jahre 2001 schrieben wir: "Für Gartenhäcksler ist Sicherheit heute kein Thema mehr." Dann kam aber eine deutsche Behörde und bemängelte, dass bei vielen Häckslern ein Eingreifen von unten mit der Hand möglich sei, und das bei laufendem Motor. Auf diesen Punkt hatte bis dahin niemand geachtet. Nur ein Hersteller erfüllte sofort die neuen Sicherheitsbestimmungen. Aber bewusst geschehen war das nicht. Was sollte nun mit den bereits produzierten bzw. beim Handel stehenden Geräten geschehen?

Eine hektische Zeit brach an, bis eine für alle Seiten befriedigende Lösung für ganz Europa im Juni 2003 in Kraft trat: Danach fallen Gartenhäcksler unter eine Europäische Norm, die sich eng an die Anforderungen der bereits geltenden Maschinenrichtlinie anlehnt. Und damit ist das Thema Sicherheit vorerst erledigt, ... wenn nicht wieder jemand eine Sicherheitslücke findet.

Die neue Sicherheit bezieht sich insbesondere auf die Auslegung der Ein- und Ausschaltvorrichtungen, die Nullspannungsauslösung sowie auf die Gestaltung der Trichter. Eine weitere Sicherung ist die Länge der Trichter selbst, die so lang sind, dass ein Arm nicht ans Messer gelangt, oder die Zufuhröffnungen sind so klein, dass eine Hand nicht durchgreifen kann.


Transport
Ein immer wieder unterschätzter Punkt bei Häckslern ist ihre Transportfähigkeit: Hat das Gerät genügend große, leicht laufende, gut gelagerte Räder, und wie lässt es sich ziehen oder schieben? Muss der Gartenhäcksler in irgendeiner Form zum Einsatzort transportiert werden, und stört dabei der Einfülltrichter, bzw., wie lässt der sich schnell und sicher zusammenklappen? Wenn die Geräte noch schwerer werden, stellt sich die Frage nach einem ordentlichen Fahrgestell, vernünftigen Handgriffen und einer sinnvollen Gewichtsverteilung.


Messertausch
Selbst ein gut gepflegter und beschickter Gartenhäcksler kann einmal 'den Geist aufgeben': Dann sollte eigene Abhilfe möglich sein. Manche Hersteller bestücken ihre Geräte deshalb mit Werkzeugfächern, in denen die wichtigsten Werkzeuge aufbewahrt werden. Werkzeuglos zu öffnende Trichter sind deshalb eine echte Hilfe.

Am Anfang sind sie scharf, dann werden sie unscharf, und dann geht nichts mehr: Gemeint sind die Messer der Schneidsysteme. Muss dann noch der Gartenhäcksler wegen stumpfer Schneidwerkzeuge immer zur Werkstatt gebracht werden, oder die Messer ausgetauscht werden, kann dies ein echtes, zukünftiges Kostenproblem werden. Deshalb sollte dem Schneidsystem beim Kauf besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden: Wenn es einfach selbst zu tauschen ist, wenn es sich nachschleifen oder mehrere Messerseiten benutzt werden können, dann liegen die Vorteile auf Benutzerseite und bedeuten langfristig Kostenvorteile. Denn am allerbesten ist es natürlich, wenn der Gartenhäcksler nur zu den routinemäßigen Inspektionen oder bei Reparaturen in die Werkstatt muss.


Siehe auch:
- //Gartentechnik.com: findet Ihren Fachhändler vor Ort
- Gebrauchte Gartenhäcksler
- News rund um Gartenhäcksler
- Hersteller und Importeure von Gartenhäckslern

 
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