Tränendes Herz: die Herzblume

Gartenfans, die schon einmal die Festlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest erlebt haben, mussten vielleicht unwillkürlich an ein Tränendes Herz: die Herzblume [Lamprocapnos spectabilis] denken…

Die über den Straßen hängenden Lampions erinnern in ihrer Form an die der symmetrischen Herzblüten mit der kleinen heraustropfenden Träne. – Ob es Zufall ist, dass die anmutige Staude aus Asien stammt?

In jedem Fall ist das Tränende Herz eine Staude voller Symbolkraft, anrührend und unverkünstelt, aber auch selbstbewusst und der Inbegriff von Eleganz.

Tränendes Herz: die Herzblume

Wie eine Perlenkette reihen sich die herzförmigen Blüten an sanft geschwungenen Trieben aneinander.

Zusammen mit dem etagenartig aufgebauten Laub erinnern sie an ein gekonnt arrangiertes Blumenbouquet.

Und zwar an ein besonders haltbares, denn schon das rosafarbene Tränende Herz blüht mehrere Wochen lang.

Beliebt ist die Sorte Alba. Sie bleibt etwa 10 bis 20 Zentimeter niedriger als die 80 Zentimeter hohe Art, schmückt sich aber bis zu drei Monate lang mit reinweißen Blüten und ihr Laub bleibt länger attraktiv.

In jedem Fall liebt Lamprocapnos nährstoffreichen, eher feuchten und kühlen Boden ohne Staunässe.

Lichter Schatten ist optimal, wird ausreichend gegossen, gedeiht sie aber auch an sonnigeren Plätzen, sogar als Topfpflanze.

Vielseitig einsetzbar

Da das Tränende Herz nach der Blüte einzieht, sollte es nicht ganz vorne im Beet stehen und Begleiter zur Seite bekommen, die Welkes verdecken und Lücken schließen.

Zur rosafarbenen Bauerngartenart passen Kaukasusvergissmeinnicht [Brunnera macrophylla] oder Taubnesseln [Lamium], während Akelei [Aquilegia] die nostalgische Note des Tränenden Herzens unterstreicht.

Insbesondere die Sorte Alba ist für modern-puristische Arrangements wie geschaffen.

  • Funkien [Hosta],
  • Salomonssiegel [Polygonatum] und
  • Heucherella [x Heucherella]

…sind attraktive Partner.

Für den Herbstaspekt sorgen Herbstanemonen [Anemone japonica, A. hupehensis] und Herbststeinbrech [Saxifraga cortusifolia].

Einen geradezu exotischen Touch erhält das Tränende Herz durch die Gesellschaft von Lilientrauben [Liriope] und Schwarzem Schlangenbart [Ophiopogon planiscapus Niger].

Hierzu passt auch die Sorte Goldheart mit ihrem leuchtend gelbgrünen Laub.

Ein wenig exotisch ist auch der zarte Duft des Tränenden Herzens: Zwischen lieblichen Nuancen schwingt eine leicht metallische Note mit.

Zum Schnuppern auf Nasenhöhe bietet sich ein Frühlingsarrangement für die Vase an, denn die Blütentriebe bewahren bis zu zwei Wochen lang ihre Haltung.

Übrigens: Wenn man die herzförmigen Kronblätter aufklappt, verwandeln sie sich in eine Figur, die als Jungfer im Bade bekannt ist, eine kleines Kunststück, das auch Erwachsenen ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Zwerg-Herzblumen

Weniger bekannt, ebenso schön: Zwerg-Herzblumen.

Die als Zwerg-Herzblumen bezeichneten Arten Lamprocapnos eximia und Lamprocapnos formosa werden nur 30 Zentimeter hoch.

Mit ihrem filigranen Laub, dem kompakten Wuchs und den fein gezeichneten Blüten in Weiß- oder Rosatönen sind sie hinreißend.

In Steingärten und Töpfen kommen sie besonders gut zur Geltung, doch auch im lichten Schatten von Sträuchern sehen sie allerliebst aus.

Burning Hearts blüht sehr lange, von Mai bis Oktober.

Auch die übrigen Zwerg-Herzblumen blühen mindestens bis in den August hinein.

Ein weiterer Pluspunkt: Sie vertragen sommerliche Trockenheit.

Wie diese brauchen sie nur wenig Pflege. Alle zwei Jahre freuen sich alle Lamprocapnos Arten über etwas Kompost im Frühjahr, alle fünf Jahre sollten sie geteilt werden.

Im Winter ist ein Schutz aus Tannenreisig von Vorteil. Ansonsten möchten sie einfach ihre Ruhe haben. Dann werden so von ganz allein immer schöner.

Kletternde Herzblume

Diese Kletterstaude lässt Herzen wortwörtlich höher schlagen. Lamprocapnos scandens wird bis zu zwei Meter hoch und schmückt sich von Juni bis August mit leuchtend gelben, herzförmigen Blüten.

Vor einem dunklen Hintergrund, zum Beispiel einer Eibenhecke, gewinnt sie noch an Strahlkraft.

Einen geschützten Platz in der Sonne oder im Halbschatten ist ein idealer Standort.

Im Winter sollte zumindest der Fuß der Pflanze mit Tannenreisig abgedeckt werden. [BdS, Foto]

 

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