Geranium: robuste Staudenschönheit

Eine urige, zarte, vielseitige und robuste Gattung mit vielen Details ist: Geranium, der Storchschnabel. Die Blüten des Storchenschnabels erscheinen im Hochsommer und erfreuen das Auge mit ihrer Pracht.

Die Geraniumarten sind dabei wahre “Arbeiter im Garten”: Sie halten große und kleine Flächen dicht mit Laub bedeckt und helfen so, Unkraut zu verdrängen. Und sie sind Sozialarbeiter, wenn es darum geht, zum Beispiel Rosen eine nicht zu aufdringliche Gesellschaft zu leisten.

Für den Steingarten und Trog birgt der Storchenschnabel hinreißende Kleinode: Ein großes Plus ist die robuste Gesundheit vieler Geraniumarten: nicht einmal Schnecken haben Interesse an ihnen!

Die Artenvielfalt von halbschatten- und sonnenliebendem Geranium verhilft ganz besonders Hobbygärtnern der “Garten fix“-Generation sicher zu Erfolgserlebnissen – und zwar: in neuen und alten Gärten.

Geranium: Blatt und Blütenschönheiten

Vielfalt ist Trumpf bei dieser Staude: Etwa 400 Arten und Sorten umfasst die Gattung Geranium und bietet eine Fülle an Verwendungsmöglichkeiten.

Einige Geranium eignen sich ausgezeichnet als Bodendecker, andere sind aparte Kübelpflanzen oder bringen natürlichen Charme in die Rabatte.

Neben den Blüten sind es auch die Blätter, die den Reiz dieser Stauden ausmachen: Sie sind oft stark eingeschnitten oder handförmig geteilt und sehr dekorativ. Die Blätter einiger Arten haben zudem eine schöne, auffallende Herbstfärbung.

Die außergewöhnliche Vielfalt dieser faszinierenden Pflanzengruppe hat dazu beigetragen, dass Geranium vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2004 gewählt wurde.

Geranium ist keine Geranie!

Der Storchschnabel mit dem botanischen Namen Geranium sollte nicht mit der häufig in Balkonkästen gepflanzten Geranie verwechselt werden, die botanisch als Pelargonium bezeichnet wird.

Die Balkongeranie ist zwar mit dem Storchschnabel verwandt, sie verträgt jedoch keinen Frost, während der Storchschnabel eine äußerst langlebige und winterharte Staude ist.

Der deutsche Name „Storchschnabel“ erscheint beim Blick auf die blühenden Pflanzen rätselhaft, wird aber später im Jahr deutlich:

Nach der Blüte bilden sich eigenwillig gestaltete, längliche Fruchtstände, die an den Schnabel eines Storches erinnern und zu dem ungewöhnlichen deutschen Namen geführt haben.

Die botanische Bezeichnung Geranium bezieht sich ebenfalls auf die Fruchtstände, denn sie geht auf das griechische Wort “géranos” für Kranich zurück.

Geranium: sehr robuste Vielseitigkeit

Die Blütezeit des Storchschnabels reicht je nach Art oder Sorte von Mai bis September. Die Blüten bestehen immer aus fünf Blättern und sind schalen-, rad- oder tellerförmig.

Das Farbspektrum umfasst neben reinem Weiß die unterschiedlichsten Blau-, Rosa- und Rottöne. Häufig sind die Blütenblätter dunkel geadert und wirken dadurch sehr zart und zerbrechlich.

Tatsächlich sind diese Stauden aber sehr robust und wenig anspruchsvoll: Manche vertragen Trockenheit und gedeihen in der vollen Sonne, andere bevorzugen halbschattige Standorte und sind ideal, um lichtarme Gartenbereiche zu beleben.

Einige Storchschnabelarten wachsen sehr stark und bilden dichte Teppiche: Sie eignen sich deshalb gut als Bodendecker, die unerwünschten Wildkräutern Paroli bieten.

Geranium als Sammlerobjekte

Geranium haben schon bei manchem Pflanzenfreund die Sammlerlust geweckt, denn das Sortiment ist außerordentlich groß und wird immer wieder um neue Arten oder Sorten bereichert.

Ballerina

Der Graue Storchschnabel [Geranium cinereum ‚Ballerina‘] und Geranium ‚Patricia‘ zum Beispiel sind zwei besonders empfehlenswerte Sorten.

Ballerina hat graugrüne Blätter und zarte, lilarosafarbene Blüten mit einer auffallenden purpurvioletten Zeichnung und einem dunklen Auge.

Diese 15 Zentimeter hohe Staude blüht von Juni bis September und wächst gut an sonnigen Standorten, zum Beispiel im Steingarten oder in Trögen.

Geranium Patricia

Geranium ‚Patricia‘ hat bereits für viel Aufsehen gesorgt und wurde von der Internationalen Stauden-Union sogar zur Internationalen Staude des Jahres gekürt.

Die Sorte besticht von Juni bis September mit magentaroten Blüten, die ein dunkles, fast schwarzes Auge haben.

Dieser kompaktwachsende Storchschnabel wird 50 Zentimeter hoch und fühlt sich an sonnigen bis halbschattigen Standorten wohl, zum Beispiel vor Gehölzen oder in Staudenrabatten.

Geranium zur Gartengestaltung

Wegen ihrer natürlichen Ausstrahlung passen Geranium ausgezeichnet in Wildstaudenpflanzungen oder naturnahe Gärten.

Im Steingarten lassen sie sich gut mit Strandnelken [Armeria], Teppich-Schleierkraut [Gypsophila repens] oder Fingerkraut [Potentilla] zusammenpflanzen.

Höher wachsende Arten können gut mit Glockenblumen [Campanula], Frauenmantel [Alchemilla] oder Nelkenwurz [Geum] kombiniert werden.

Am lichten Gehölzrand sind Funkien [Hosta] oder Gräser wie Marbel [Luzula] reizvolle Partner. Viele Geranium wie zum Beispiel der Blutrote Storchschnabel sind auch gute Begleiter für Rosen.

Geranium Pflege und Wuchskraft

Schneidet man die im späten Frühling blühenden Geraniumarten wie den Blutroten Storchschnabel [Geranium sanguineum] und den Pracht-Storchschnabel [Geranium magnificum] zurück, blühen sie im Spätsommer ein zweites Mal.

Geranium sind in Gruppen am wirkungsvollsten: Schöne Gartenbilder entstehen auch, wenn unterschiedliche Arten miteinander kombiniert werden, zum Beispiel der zarte, lilarosa blühende Graue Storchschnabel und der blauviolett blühende Pracht-Storchschnabel.

Viele Geraniumarten, die kompakt wachsen und an sonnigen Standorten gut gedeihen, eignen sich als Kübelpflanzen, weil sie auch gelegentliche Trockenphasen ohne Schaden überstehen. Wichtig ist, dass überflüssiges Gieß- oder Regenwasser gut abfließen kann, denn Staunässe schadet den Wurzeln.

Bei der Auswahl sollte die Wuchskraft der verschiedenen Geraniumarten berücksichtigt werden:

  • Einige Ausläufer bildende Arten wie der Balkan-Storchschnabel [Geranium macrorrhizum ‚Spessart‘] sind sehr konkurrenzstark, so dass schwächer wachsende Stauden unterdrückt werden.
  • Andere wie der Dalmatinische Storchschnabel und der Cambridge-Storchschnabel bilden zwar dichte Teppiche, verdrängen andere Pflanzen aber nicht.

Auch in Horsten wachsende Arten wie der Pracht-Storchschnabel lassen sich problemlos mit anderen Stauden kombinieren. [BdS, Thangaraj Kumaravel Foto]

Stauden des Jahres

Seit 2001 stellt der Bund deutscher Staudengärtner [BdS] jährlich die Stauden des Jahres vor, um auf besonders schöne oder pflegeleichte Stauden hinzuweisen:

 

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