Fetthennen: sehr genügsame Dickhäuter

Fetthennen [Sedum] gehören zu den pflegeleichten Stauden im Garten und fühlen sich an vielen Standorten wohl. Der deutsche Name Fetthenne bezieht sich auf ihre dickfleischigen Blätter:

Sie dienen als Wasserspeicher und machen die Pflanze zu einem Trockenheitsspezialisten, der auch auf steinigen und mageren Böden gut gedeiht. – Die Fetthennen wurden zur Staude des Jahres 2011 gewählt.

Fetthennen: sehr genügsame Dickhäuter

Anspruchslosigkeit und Lebenskraft, vielseitige Verwendbarkeit, Schönheit und Gesundheit sind die Eigenschaften von Sedum.

Diese Eigenschaften machen Sedum zur idealen Pflanze für die Dachbegrünung oder für den Steingarten.

Aber auch als Pflanze für: Beete, in der Grabgestaltung, für Töpfe oder im Staudenbeet sind Sedum bestens geeignet.

Das Angebot der Staudengärtnereien reicht heute von teppichbildenden Pflanzen, die nur wenige Zentimeter hoch werden, bis hin zu Arten, die eine Höhe von bis zu 60 Zentimetern erreichen.

Viele Sedum-Pflanzen ziehen im Winter ein und tanken Kraft für die kommende Saison.

Es gibt aber einige Arten, die wintergrün sind und mit ihrem schönen Blattwerk auch in der kalten Jahreszeit für Struktur und Attraktivität im Garten sorgen.

Sedum sind äußerst genügsam. Alle Fetthennen lieben die Sonne und brauchen einen durchlässigen Boden.

Sie kommen zum Teil sogar mit halbschattigen Standorten zurecht. Einzig Staunässe vertragen die Pflanzen nicht.

Fetthennen sind strukturstarke Zwerge

Die Gattung Sedum umfasst rund 500 Arten, die vorwiegend in nördlichen Breitengraden vorkommen. Einige Arten sind schon seit langem in unseren Gärten heimisch.

Es sind insbesondere teppichbildende Arten, die auf Mauern und Dächern gesetzt wurden, um dem Volksglauben nach vor Blitzschlag zu schützen.

Ob hoch oben auf dem Dach, als Unterpflanzung, in Töpfen oder im Steingarten – die anspruchslosen kleinwüchsigen Sorten fühlen sich an sonnigen, durchlässigen Standorten wohl und bilden dort dichte Kissen.

Sie zeichnen sich durch eine attraktive üppige Blüte und ihr farbenfrohes Laub aus.

Die ornamentalen Blattrosetten sind auch ohne Blüte eine Zierde, da die Blattfarben je nach Art von Graugrün, Grün, Gelb über Kupferrot bis hin zu einem silbrigen Farbton reichen können.

Die Blüte zeigt sich bei den meisten Sorten von Juni bis August in Weiß oder Gelb. Die Sorte Fuldaglut [Sedum spurium] leuchtet sogar in Karminrot.

Besonders beeindruckend ist die Robustheit der Pflanzen. Auch an trockenen oder sonnigen Standorten bilden die Pflanzen zuverlässig schöne Blatt- und Blütenteppiche.

Viele kleinwüchsige Sedum färben sich im Herbst nochmals in attraktiven Farben, so die Sorte Coral Carpet [Sedum album], die von Grün zu einem intensiven Korallenrot wechselt und damit zusätzlich für einen Farbe im herbstlichen Steingarten sorgt.

Sedum sorgt für attraktive Kontraste

Höherwüchsige Sedum-Vertreter eignen sich wunderbar für Staudenbeete. Sie sind vom Austrieb über die Blüte bis hin zum Samenstand attraktiv.

Je nach Sorte bilden sie von Juli bis Oktober 30 bis 60 Zentimeter hohe Blütenschirme. Die Züchtung hat die hohen Fetthennen entdeckt.

Mittlerweile gibt es Sorten, die in kräftigem Rosarot, Weiß, Hellrot oder leuchtend Dunkelrot blühen. Im Staudenbeet pflanzt man sie gerne in kleinen Gruppen.

Besonders gut lassen sich hohe Sedum mit Pflanzen kombinieren, die aufrechte Strukturen aufweisen. Diese bilden wunderbare Kontraste zu den tellerförmigen Fetthennen-Blüten.

Gräser wie Federgras [Stipa] oder Reitgras [Calamagrostis] sind geeignete Partner. Zusammen mit Herbstastern, herbstblühenden Gehölzen oder Zwergkoniferen zieren sie jeden Garten.

Ebenfalls ein wertvoller Spätblüher, der etwa 25 Zentimeter hoch wächst, ist die Sedum cauticola Robustum: Besonders schön ist die lang anhaltende karminrote Blüte im September bis Oktober.

Die Sorte besitzt rötliche Triebe und blau bereifte, rötlich geränderte Blätter. Im Herbst werden diese Fetthennen außerdem zum Magneten für Schmetterlinge und andere Insekten.

Auch die hohen Sorten bevorzugen sonnige Standorte. Auf feuchten und zu stark gedüngten Plätzen nimmt die Standfestigkeit der Pflanzen ab.

Auch nach der Blüte haben hohe Fetthennen eine vornehme Wirkung: Mit Reif oder Schnee geziert, sorgen sie neben Gräsern auch im Winter für ein edles Erscheinungsbild des Gartens.

Daher schneidet man die Blüten erst im Frühjahr zurück.

Fetthennen sind extrem pflegeleicht

Sedum ist eine Pflanze für faule Gärtner: Einmal gepflanzt, wachsen sie ohne besondere Pflege an den extremsten Standorten im Garten.

Wenn sonst nichts mehr wächst, dann sollten Sie es noch einmal mit Sedum probieren. Die pflegeleichten Pflanzen begnügen sich mit dünnen Substratschichten und breiten sich an den unwirtlichsten Stellen aus.

Voraussetzung: ist ein sonniger Standort. Staunässe muss unbedingt vermieden werden, sonst faulen die Pflanzenwurzeln.

Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit sind die Pflanzen auch in Töpfen sehr empfehlenswert und dekorativ.

Gestaltungstipp: Witzig sehen die attraktiven Dickhäuter zum Beispiel in alten Schuhen, Töpfen oder Dosen aus. Auch ein alter Tisch, auf dem eine dünne Erdschicht aufgebracht wird, kann als Plattform für den Sedumauftritt dienen.

Wichtig ist, dass der Wasserabzug gewährleistet ist. Deshalb sollten alle Gefäße mit Löchern oder einer ausreichenden Drainageschicht versehen werden.

Dekorativ in Gefäßen sind vor allem die kleineren Arten wie Sedum ewersii Nanum oder Sedum cauticola Robustum mit silbergrauen, rötlich gerandeten Blättern.

Tipps rund um die Fetthennen

Mit Sedum lassen sich sowohl Blatt-, als auch Blütenakzente setzen. Neuere Züchtungen von Sedum entfachen ein wirkliches Farbenfeuerwerk im Garten.

Besonders beliebt sind Auslesen, die markante Rottöne in Blüte, Blatt und Blütenstiel zeigen, wie die robuste Sorte Matrona [Sedum maximum-Hybride]. Sie schmückt sich mit dunkelrotem Laub, wird 50 Zentimeter hoch und trägt auf roten Blattstielen rosarote Tellerblüten.

Eine neue attraktive Sorte ist die etwa 20 Zentimeter hoch wachsende Angelina [Sedum reflexum]. Sie ist wintergrün und zeigt ihr leuchtend orange-gelbes Laub und ihre gelben Blüten im Zeitraum von Juli bis August. Im Winter trägt die Sorte ein attraktives rötliches Blätterkleid.

An sonnigen Standorten ist die Intensität der Blatt- und Blütenfarben besonders hoch, an zu schattigen Plätzen bilden die Pflanzen die Farben weniger intensiv aus.

Der Rückschnitt der Blütenstände sollte erst im Frühjahr erfolgen, da die Blütenstände dem winterlichen Garten Struktur geben.

Nicht nur an der Pflanze sind die Blüten der Fetthenne attraktiv, auch als Schnittblume eignen sich vor allem hohe Fetthennen.

In Herbstkränzen lassen sich Sedumblüten zusammen mit Hortensien, Clematis oder Hagebutten wunderbar einarbeiten. Sie trocknen ein und sind dann sehr lange haltbar. [BdS, Behrens Foto]

Stauden des Jahres

Seit 2001 stellt der Bund deutscher Staudengärtner [BdS] jährlich die Stauden des Jahres vor, um auf besonders schöne oder pflegeleichte Stauden hinzuweisen:

 

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