Vierbeeren: eine frische Neuzüchtung

Es gibt tatsächlich auch heute noch neue Beeren für den Garten: Vierbeeren zum Beispiel sind eine interessante Neuzüchtung.

Die Vierbeeren wurden von Markus Kobelt, Baumschule Lubera, veredelt und bieten heute eine interessante Ergänzung des klassischen Beerensortiments.

Und Beerenobst hat auch in den heutigen Gärten einen großen Wert: Naschgärten sind ein Familienvergnügen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren kennen wir alle. Zeit für etwas Neues?

Vierbeeren aus der Gold-Johannisbeere

Mitte der 1990er entdeckte Kobelt rein zufällig die Gold-Johannisbeereauf dem Mittelstreifen der Autobahn!

Es war April, der Stau war lang, es war frühlingswarm, der ungeduldige Baumschuler öffnete das Autofenster: die anderthalb Meter hohen Sträucher mit ihren gelben Wolken aus unzähligen Einzelblütchen und ihr feiner Duft hatten es ihm spontan angetan.

Ribes aureum, die Gold-Johannisbeere, ist in der Familie der Stachelbeergewächse verwurzelt und ursprünglich im westlichen Amerika beheimatet.

Autobahn, Amerika, Garten

Offenbar war die „Autobahnpflanze“ sehr winterhart, trockenheitsresistent und sogar unempfindlich gegenüber Streusalz. Daraus müsste man doch auch für den Garten etwas machen können?

Gedacht, getan: Kobelt bestellt bei einer amerikanischen Samenbank Saatgut und lange Jahre der Veredlung und Selektion beginnen.

Im Laufe eines Jahrzehnts wurden einige tausend Sämlinge ausgelesen und die besten für die Kultur ausgewählt. Die ersten Vierbeeren waren geboren.

Vierbeeren: Neues probieren

Für Vierbeeren sprechen mindestens vier starke Argumente:

  • Vierbeeren blühen im April in hellem Gelb: Die unzähligen Einzelblüten entwickeln sich im Laufe von mehreren Wochen in gelben Wolken.
  • Diese Wolken duften süß-harzig, am intensivsten um die Mittagszeit, wenn es sonnig-trocken ist.
  • Im Hochsommer, ab Mitte Juli bis Mitte August, entwickeln sich die glänzenden, murmelgroßen schwarzen Vierbeeren nacheinander über mehrere Wochen: Sie sind fruchtig-saftig, haben einen ausgezeichneten Geschmack, und sind roh, aber auch zur Herstellung von Saft oder Marmelade gut geeignet.
  • Vierbeeren haben ihren genetischen Ursprung im Indian Summer: Deswegen ist es auch kein Wunder, dass sich der Beerenstrauch ab Ende September in ein glühendes Feuerwerk der Orange- und Rottöne verwandelt und den Garten im Herbst mit eindrucksvoller Färbung bereichert.

Auch wenn die einfache Präriepflanze Gold-Johannisbeere als Stamm-Mutter von Rasern weitgehend unbeachtet die Autobahn säumte, vereint die gezüchtete Vierbeere heute die besten Garteneigenschaften: Blüte, Duft, Früchte und Herbstfärbung in einem Strauch!

Derzeit sind drei verschiedene Vierbeeren-Sorten aus der Zucht und Kultur von Lubera erhältlich:

  • Black Pearl‚ produziert die besten Früchte,
  • Black Gem‚ liefert den höchsten Ertrag mit auffällig regelmäßigen Trauben und
  • Black Saphir‚ blüht und fruchtet am spätesten.

Die Vierbeeren sind übrigens zur Blütezeit ein wertvolles Bienennährgehölz, mit dem sich auch bei genügend Platz eine wilde Hecke gestalten lässt.

Vierbeeren nicht zu früh ernten!

Vierbeeren benötigen etwas Geduld: Sie sollten nicht zu früh geerntet werden, sondern der Gärtner sollte geduldig warten, bis die Früchte fast platzen – auch wenn es schwerfällt.

Jetzt sind die Vierbeeren am aromatischsten! Wer sie über diesen Zeitpunkt hinaus am Busch hängen lässt, erntet zwei bis drei Wochen später schmackhafte Rosinen.

Verjüngungsschnitt am alten Holz

Bei Vierbeeren ist der Verjüngungsschnitt sehr wichtig: Das Gehölz liefert den besten Ertrag an den zwei- bis dreijährigen Trieben. Älteres Holz wird im zeitigen Frühjahr bodennah geschnitten. [Lubera, Foto]

 

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